Eine Spendensammlung zum Geburtstag fürs Hospiz

Altena.  Der zehn Jahre alte Leonardo unterstützt die Arbeit des Vereins Hospizarbeit Region Wolfsburg e.V. mit einer ungewöhnlichen Aktion.

Zu seinem zehnten Geburtstag sammelte Leonardo Emilian Meyer-Welz aus Altena bei Bahrddorf im Landkreis Helmstedt Spenden. Mit dem Geld unterstützt er die Arbeit des Vereins Hospizarbeit Region Wolfsburg e.V., konkret die ambulante Kinderhospizarbeit und die Trostinsel. Der Junge will sich weiter engagieren und andere damit anstecken.

Zu seinem zehnten Geburtstag sammelte Leonardo Emilian Meyer-Welz aus Altena bei Bahrddorf im Landkreis Helmstedt Spenden. Mit dem Geld unterstützt er die Arbeit des Vereins Hospizarbeit Region Wolfsburg e.V., konkret die ambulante Kinderhospizarbeit und die Trostinsel. Der Junge will sich weiter engagieren und andere damit anstecken.

Foto: Erik Beyen

2853,45 Euro – so groß war das Geburtstagsgeschenk, das der kleine Leonardo Emilian Meyer-Welz aus Altena bei Bahrdorf zu seinem zehnten Geburtstag bekommen hat. Doch das Geld war nicht für ihn. Der Grundschüler hatte es über viele Spenden eingesammelt, um damit die Arbeit des Vereins Hospizarbeit Region Wolfsburg e.V. zu unterstützen, konkret die ambulante Kinderhospizarbeit und den Treffpunkt Trostinsel. Über die Medien, unter anderem über unsere Zeitung, warb er für seine Geburtstags-Spendenaktion, denn: „Ich will die Menschen darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich zu engagieren“, erklärt er. Die Aktion ist zwar beendet, doch Leonardo will weitermachen. Ideen hat er jede Menge.

Leo, so nennen ihn seine Freunde, hat schon die Welt gesehen, war mit seiner Familie einige Jahre im Ausland, etwa in Südafrika, Brasilien und in China. „Ich habe viele Kinder gesehen, die kein Zuhause hatten, einige lebten in Pappkartons andere hatten keine Beine oder Arme“, erzählt er. Sein Engagement kommt nicht von irgendwo. Seine Mutter, Olivia Meyer-Welz, setzte sich in den Gastländern für die Ärmsten unter den Menschen ein, verteilte etwa Sachspenden. „Meine Kinder waren immer mittendrin“, führt sie aus.

Leonardo verzichtete auf eigene Geschenke zum Wohl anderer

Am 14. Februar feierte Leonardo seinen zehnten Geburtstag, doch anstelle von Geschenken für sich, wollte er lieber andere Menschen beschenken. „Ich habe doch alles“, erklärte er damals seiner Mutter. Und so sammelte er Spenden, nicht ohne Hintergrund: In China freundete er sich mit einem Gleichaltrigen an. Zurück in Deutschland trennten sich die Wege der beiden zwar, doch die Freundschaft blieb – über den Tod seines Freundes hinaus. Dieser verbrachte seine letzten Tage in einem Kinderhospiz und verlor dort den Kampf gegen einen Hirntumor. Leos Antwort auf dieses Leid war seine Spendenaktion: „Ich finde es gut, dass es solche Orte gibt, an denen sich Menschen um Sterbende kümmern“, sagt er.

Leonardo ist ein ganz normaler Schüler, hat Hobbies, zum Beispiel Fußball, doch eines kann er nicht vertragen: Ungerechtigkeiten. Und darum setzt er sich überall, wo er ist, für die Gleichbehandlung der Menschen ein: „Jeder Mensch ist anders. Niemand sollte wegen seiner Herkunft, Hautfarbe, seiner Sprache oder seiner Art ausgegrenzt werden.“ Ein konkretes Projekt braucht er dafür nicht, er macht das zum Beispiel über Freundschaften, etwa zu Kindern, die von der Masse geschnitten werden. Trotzdem: Er will sich weiter aktiv einbringen, und hat schon einige Vorstellungen: ein Projekt gegen Mobbing, eine weitere Spendensammlung. Im Moment verarbeitet er noch die Aufregung, die so eine Spendensammlung mit sich bringt, aber: Schon jetzt ist für ihn klar: „Ich mache weiter.“

Zum Hintergrund des Gemeinsam-Preises

Am 16. November ehrt unsere Zeitung mit dem Braunschweiger Dom zum 17. Mal Menschen für ihr Bürgerengagement. In den nächsten Wochen stellen wir hier täglich die Kandidaten für den Preis vor. Heute:

Name: Leonardo Emilian Meyer-Welz

Das Ziel: Mit seiner Spendensammlung unterstützt er die Arbeit des Vereins Hospizarbeit Region Wolfsburg.

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