Badeseen Region Braunschweig

Abkühlung in diesen Badeseen der Region Braunschweig-Wolfsburg

| Lesedauer: 7 Minuten
Diese Badeseen gibt es rund um Braunschweig und Wolfsburg

Diese Badeseen gibt es rund um Braunschweig und Wolfsburg

Wenn die Temperaturen wieder steigen, bieten diese Seen in der Region Braunschweig-Wolfsburg Abkühlung.

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Braunschweig.  Tankumsee, Allersee, Salzgittersee, Heidbergsee – rund um Braunschweig, Wolfsburg und Gifhorn gibt es viele Badeseen. Wir geben einen Überblick.

Je heißer der Sommer, umso mehr locken Badeseen. Das Gefühl von feuchtem Kies zwischen den Zehen, natürliches Grün am Ufer, kein Gedränge im Wasser, kein Chlor in der Nase: Es gibt gute Gründe, die Erfrischung in einem der zahlreichen Badeseen in der Region um Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter zu suchen. Sie versprechen romantisch-ursprüngliches Badevergnügen – auch wenn bis auf den Juessee in Herzberg kein Badesee unserer Region natürlichen Ursprungs ist. Sie sind allesamt entweder alte Baggerseen oder eben Stauseen wie die Talsperren im Harz.

Und diese Woche wird es heiß in der Region Braunschweig-Wolfsburg: Am Donnerstag sind bis zu 37 Grad drin.

Wo können Sie im Braunschweiger Land baden? Wo werden Seen überwacht? Und wo muss man Eintritt zahlen? Wir geben einen Überblick.

Die Badeseen in der Region Braunschweig-Wolfsburg auf einen Blick:

  • Heidbergsee in Braunschweig – Eintritt: Nein – Adresse: Heidbergstieg in Braunschweig
  • Kennel-Bad in Braunschweig – Eintritt: Ja – Adresse: Kennelweg 4 in Braunschweig
  • Salzgittersee in Lebenstedt – Eintritt: Nein – Adresse: Westfalenstraße bzw. Humboldtallee in Salzgitter
  • Allersee in Wolfsburg – Eintritt: Nein – Adresse: Allerpark in Wolfsburg
  • Tankumsee im Landkreis Gifhorn – Eintritt: Nein – Adresse: Dannenbütteler Weg 12 in Isenbüttel
  • Bernsteinsee im Landkreis Gifhorn – Eintritt: Nein – Adresse: Bernsteinallee 1 in Sassenburg
  • Strandbad Knesebeck im Landkreis Gifhorn – Eintritt: Nein – Adresse: An der Badeanstalt 3 in Knesebeck
  • Fümmelsee in Wolfenbüttel – Eintritt: Ja – Adresse: Am Fümmelsee 5 in Fümmelse
  • Freibad Schladen im Landkreis Wolfenbüttel – Eintritt: Ja – Adresse: Am Badeteich 1 in Schladen
  • Eixer See im Landkreis Peine – Eintritt: Nein – Adresse: Sundernweg 41 in Eixe
  • Wipshausener Badesee im Landkreis Peine – Eintritt: Nein – Adresse: Kirchstraße in Wipshausen
  • Wehnser See im Landkreis Peine – Eintritt: Nein – Adresse: Zum Wehnser See in Wehnsen

Alle genannten Badeseen haben laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamt eine ausgezeichnete Wasserqualität (Stand Juni 2022).

Was sind die häufigsten Gefahren beim Baden in Seen?

„Alle wollen ans Wasser“, berichtet Gerrit Meisel unserer Zeitung. „An den Badeseen ist jede Menge los.“ Der 36-Jährige ist Pressesprecher des Bezirks Braunschweig der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und führt seit Jahren Aufsicht an Badeseen unserer Region. Er kennt die Gefahren, die dort auf Badegäste lauern. Zum einen sind dies, wie jedes Jahr, die schwer kalkulierbaren Gegebenheiten vor Ort: die Gefahr abzurutschen, der Sprung ins zu flache Wasser, überraschende Temperaturunterschiede, unerwartete Strömungen oder Pflanzen unter Wasser.

Dazu kommen die Gefahren durch die Badegäste: Selbstüberschätzung, übermäßiger Alkoholkonsum und Nachlässigkeit beim Beaufsichtigen von Kindern. „Die DLRG-Aufsicht tut, was sie kann, aber sie ersetzt nicht die Aufsichtspflicht der Eltern“, mahnt Meisel. Leider komme es immer häufiger vor, dass Eltern – etwa durch ihr Handy – abgelenkt seien und ihrer Verantwortung nicht gerecht würden. Ein weiteres Problem erwächst aus der coronabedingten Lücke bei der Schwimmausbildung . „70.000 Kinder konnten in dieser Zeit nicht Schwimmen lernen. Zugespitzt gesagt sind das 70.000 potenzielle Ertrinkungsopfer mehr als sonst.“

An welchen Seen im Braunschweiger Land wird der Badebetrieb beaufsichtigt?

Laut Meisel beaufsichtigt die DLRG tagsüber den Betrieb an den drei großen Badeseen unserer Region: am Allersee in Wolfsburg , am Tankumsee und am Salzgittersee. Auch an den großen Talsperren im Harz sind die Lebensretter präsent, in den Freibädern auch. Zufrieden stellt ihn das nicht. Aus seiner Sicht müssten alle Seen, an denen gebadet wird, professionell überwacht werden. „Wir würden es begrüßen, wenn an jedem Badesee ein DLRG-Aufsichtsturm steht. Leider machen sich da viele Kommunen einen schlanken Fuß“, klagt er. „Die stellen dann einfach ein Schild auf – ,Baden auf eigene Gefahr‘ – und denken, dass es damit getan ist.“

Ein Beispiel hierfür ist aus seiner Sicht der Braunschweiger Heidbergsee. War das Baden dort zunächst nur „geduldet“, ist es seit Juli 2020 in den städtischen Bereichen der Badestelle zugelassen. Damals ließ die Stadt prüfen, ob sich daraus Aufsichtspflichten ergeben. Die Verwaltung habe ein juristisches Gutachten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen durch den Braunschweiger Sachverständigen Prof. Dr. Sonnenberg eingeholt, berichtete Stadtsprecher Adrian Foitzik 2021 auf Anfrage unserer Zeitung. „Danach“, so Foitzik, „ist eine Freigabe der Bereiche unter den Beschilderungsvorgaben, die die Stadt minutiös umgesetzt hat, zulässig.“ Dies habe die Stadt auch der Ortsgruppe des DLRG mitgeteilt. „Insofern können wir die Kritik nicht nachvollziehen.“ Meisel stellt diese Argumentation nicht zufrieden: Auch ohne rechtliche Verpflichtung sei es sinnvoll, eine Aufsicht zu organisieren. „Unter den gegebenen Umständen würde ich eher abraten, im Heidbergsee zu baden und stattdessen den Besuch eines überwachten Badesees oder Freibads empfehlen.“

Abgesehen vom Heidbergsee und im Kennel-Bad ist das Baden in Braunschweigs Teichen und Seen verboten.

Wie wahrscheinlich ist es, sich in Badeseen mit Corona zu infizieren?

Dass Coronaviren ins Wasser von Badeseen gelangen, ist der Auffassung des Umweltbundesamts (UBA) „denkbar“. Ein Eintrag wäre etwa über Abwassereinleitungen oder infizierte Badende möglich. Da die Badegewässer in Europa allerdings streng auf Kontaminationen mit Abwasser untersucht würden, seien „nach aktuellem Kenntnisstand über diesen Weg keine relevanten Konzentrationen an SARS-CoV-2 zu erwarten“.

Auch der Eintrag von Coronaviren durch infizierte Personen scheint eher eine theoretische Gefahr. Ob auf diesem Weg eine Ansteckung möglich ist, sei zwar nicht geklärt, schreibt das Umweltbundesamt. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung sei jedoch, auch wegen der Verdünnung, äußerst gering. Trotzdem sollte, wer an einem akuten Atemwegsinfekt oder an Durchfall leidet, nicht baden, um andere nicht zu gefährden – unabhängig davon, um welche Krankheitserreger es sich im Einzelnen handelt.

10 goldene Baderegeln

  • Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohlfühlst. Kühle dich ab und dusche, bevor du ins Wasser gehst.
  • Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser.
  • Gehe als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser.
  • Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
  • Überschätze dich und deine Kraft nicht.
  • Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort und suche ein festes Gebäude auf.
  • Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, wirf Abfälle in den Mülleimer.
  • Aufblasbare Schwimmhilfen bieten dir keine Sicherheit im Wasser.
  • Springe nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

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