Studie: Salzgitter kommt beim Wohnungsbau gut voran

Salzgitter.  Der Stadt gelingt laut IW beim jährlichen Bedarf fast eine Punktlandung.

Ein Kran steht vor dem Rohbau eines Wohnkomplexes.

Ein Kran steht vor dem Rohbau eines Wohnkomplexes.

Foto: Oliver Berg / dpa

Ob Braunschweig oder Göttingen: In Niedersachsens Städten werden einer Studie zufolge zu wenige Wohnungen gebaut. So sei der jährliche Bedarf an Neubauten in Braunschweig seit 2016 nur zu einem Drittel gedeckt, heißt es in einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Demnach werden 462 Wohnungen gebaut, benötigt werden aber 1323 Wohnungen pro Jahr.

Im Kreis Göttingen mit der Universitätsstadt sieht es ebenfalls schlecht aus. Hier werden nur rund zwei Drittel der Wohnungen gebaut, die nötig sind.

Die Autoren verglichen die Zahl der fertiggestellten Wohnungen mit dem Bedarf, den sie anhand der Bevölkerungsentwicklung und den Leerständen schätzten.

Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) sieht es anders als die Macher der Studie. Er sagte: „Wir erleben einen Bauboom in Braunschweig.“ Zwar seien in den Jahren 2014 bis 2017 tatsächlich nur etwa 500 Wohnungen pro Jahr gebaut worden. 2018 könne davon aber keine Rede sein. 915 Wohnungen seien fertiggestellt worden.

IW-Experte Ralph Henger hält an den Ergebnissen der Studie fest. Er sagte: „Dass unsere Studie der Stadt Braunschweig unangenehm ist, liegt auf der Hand. Selbst im guten Jahr 2018 wurden in Braunschweig laut unserer Rechnung 400 Wohnungen zu wenig gebaut.“ Er stellt fest: „Man kommt mit dem Bauen in Braunschweig und auch in Göttingen nicht hinterher.“

Wolfsburg gelang fast eine Punktlandung mit 102 Prozent Bautätigkeit. Laut den Machern der Studie bewiesen die Wolfsburger wie die Stadt Salzgitter und auch der Landkreis Wolfenbüttel mit 94 beziehungsweise 98 Prozent Augenmaß bei der Planung von Wohnungen.

Wolfsburg plant in den kommenden Jahren den Bau von mehreren Tausend Wohnungen. Stadtsprecher Marcel Hilbig ist sicher, dass es nicht zu einem Überangebot kommen werde. „Es gibt weiterhin je 5000 registrierte Wohnungssuchende und Baugrundstückssuchende in Wolfsburg“, sagt er. Zudem wachse die Zahl der Einpendler stetig. Sie liegt bei 78.000.

In den Landkreisen Peine und Gifhorn hingegen ist schon jetzt ein Überangebot auf dem Markt. Im Kreis Peine lag die Bau-Quote seit 2016 bei 134 Prozent, im Kreis Gifhorn bei 144 Prozent.

Wesentlich dramatischer sieht es im Landkreis Helmstedt aus. Hier beträgt das Überangebot 331 Prozent. In absoluten Zahlen liest es sich weniger drastisch. Pro Jahr werden 261 Wohnungen gebaut, benötigt werden aber nur 79 Wohnungen. Helmstedts Landrat Gerhard Radeck ist die Studie zu pauschal. „Unser Landkreis ist halt nicht homogen aufgestellt“, sagt er. Velpke, Lehre oder Königslutter würden wachsen, Schöningen, Heeseberg oder Jerxheim seien „Sorgenkinder“, gibt Radeck zu.

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