Naturschützer entdecken seltenen Schmetterling in Salzgitter

Salzgitter-Bad.  In Salzgitter-Bad ist eine seltene geschützte Schmetterlingsart entdeckt worden. Ihr Name: Spanische Flagge oder auch Russischer Bär.

Das Bild zeigt eine Spanische Flagge, aufgenommen im Bodetal, Sachsen-Anhalt.

Das Bild zeigt eine Spanische Flagge, aufgenommen im Bodetal, Sachsen-Anhalt.

Foto: Walter Wimmer

Dass der Klimawandel immer wieder für neue Arten in heimischen Gefilden sorgt, ist für Walter Wimmer, Leiter des Regionalen Naturschutzes und der Betriebsstelle Süd des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Braunschweig, nichts Neues. Er beobachtet und dokumentiert derartige Veränderungen in Flora und Fauna bereits seit Jahrzehnten, heißt es in der Mitteilung.

Deshalb sei ihm die etwa dreieinhalb Zentimeter lange Raupe, die er westlich von Salzgitter-Bad an einem Eichenstamm gefunden habe, auch sofort aufgefallen. „Die typische Färbung und die kurzen Haare kennzeichneten das Tier als Spanische Flagge, und die kam hier bisher gar nicht vor“, wird der Biologe zitiert.

Alexander Pelzer, als Referent im landesweiten Naturschutz des NLWKN unter anderem auch für Schmetterlinge zuständig, habe die Besonderheit des Funds bestätigt: „Soweit wir wissen, ist das der erste Fortpflanzungsnachweis in Niedersachsen außerhalb des Wesertals.“ Im Land sei der Falter bisher nur von dort bekannt. Seinetwegen habe es vor zwei Jahren sogar einen Runden Tisch im niedersächsischen Umweltministerium gegeben. Denn: Die Spanische Flagge, auch Russischer Bär genannt, sei im Anhang II der FFH-Richtlinie, der Richtlinie zur Erhaltung von Fauna, Flora und Habitaten der EU, enthalten.

Das heißt, so der NLWKN, der Schutz des Tieres seieine europaweite Verpflichtung: „Da der Falter in Niedersachsen bislang nur in einem winzigen Verbreitungsgebiet, den Weserklippen bei Polle, nachgewiesen worden ist, ist er hierzulande eine Art mit höchster Priorität für Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen. Seine Verbreitung erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Kleinasien und Russland. Insgesamt besiedelt er verschiedene Biotope.“

Auch die Nahrungspflanzen der Raupen seien vielfältig. Nur warm wolle er es haben. So verwundere es nicht, dass der auffällige Falter in den vergangenen sehr warmen Jahren immer wieder am Harzrand und in dessen Vorland beobachtet worden sei, auch in Salzgitter. Vermutlich seien die Tiere aus Sachsen-Anhalt gekommen, wo die Art im und am Harz vorkomme. „Bisher sind wir davon ausgegangen, dass es einzelne Tiere waren, die neue Gebiete erkundeten“, so Wimmer. „Nun dürfen wir aber vermuten, dass es auch an anderen Orten, an denen in den vergangenen Jahren Falter gesehen wurden, schon Nachwuchs geben kann.“ Ob es sich hierbei bereits um eine dauerhafte Arealerweiterung handelt oder nur um eine vorübergehende Folge der warmen Jahre, bleibe offen. Das könnten erst die nächsten Jahre zeigen – für Naturschützer bleibe es also spannend.

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