Salzgitteraner Hündin Bea geht zur Schule

Salzgitter-Bad.  Während der Coronakrise musste auch Bea Zuhause bleiben – allerdings länger als die Schüler. Nun darf sie zurück. Was sind ihre Aufgaben?

Hündin Bea verteilt an der Grundschule Othfresen Aufgaben mit einem Korb.

Hündin Bea verteilt an der Grundschule Othfresen Aufgaben mit einem Korb.

Foto: Claudia Reinhardt-Pott

Sie ist sieben Jahre alt und hat dunkles Fell. Und sie geht regelmäßig in die Schule. Denn Bea vom Seevedeich ist eine Schulhündin. Sie hatte länger coronafrei als die Schüler, doch nun darf sie wieder zurück.

Bea, eine Hündin der Rasse Hovawart, wohnt mit ihren Besitzern Claudia Reinhardt-Pott und Klaus-Jürgen Pott in Salzgitter-Bad. Zur Schule geht sie in die Grundschule Othfresen, wo Reinhard-Pott Lehrerin ist. Die Ausbildung zum Schulhund absolvierte Bea mit ihrem Frauchen 2015/2016. Hier wurde sie unter anderem auf Sozialverträglichkeit und Stresskompensation getestet. „Bei der Prüfung wurde richtig Randale gemacht“, erzählt Klaus-Jürgen Pott. „Stühle wurden vom Tisch geworfen und Bücher fallen gelassen.“

Bea meisterte alle Prüfungen gemeinsam mit Reinhardt-Pott problemlos. In ihrem Prüfungszeugnis steht: „Bea ist eine sehr freundliche Hündin, die in keiner Situation gegenüber Menschen Aggressionsverhalten zeigte. Sie reagierte immer völlig gutartig und zeigte sehr guten Grundgehorsam sowie eine sehr enge Bindung zu ihrer Hundeführerin.“

Bea geht zweimal in der Woche in die Grundschule Othfresen

Seitdem begleitet Bea Reinhardt-Pott in der Regel zweimal in der Woche in ihre Klasse. Und sie scheint sich wohlzufühlen in der Schule. Obwohl sie ihre eigene Box hat, in die sie sich zurückziehen kann, wenn ihr alles zu viel wird, liegt sie meist mitten im Raum. „Probleme gab es mit Bea bisher keine. Außer, dass sie vielleicht ab und zu mal ein Wurstbrot der Schüler geklaut hat. Aber das nahmen sie ihr nie übel“, so Reinhardt-Pott. „Die Kinder gehen sehr vorsichtig mit Bea um und sie hat viel Vertrauen zu ihnen. Wenn sie dabei ist, ermahnen die Schüler sich auch mal gegenseitig, nicht zu laut zu sein.“

In der Arbeit mit dem Hund in der Schule habe sie nur gute Erfahrungen gemacht. Auch Kinder, die anfangs sehr zurückhaltend waren, hätten sich geöffnet.

Die Aufgaben eines Schulhundes

Regina Scheuvens, Schulleiterin der Grundschule Othfresen, beschreibt die Vorteile eines Schulhundes: „In den sechs Jahren, in denen Bea unsere Schulhündin ist, habe ich beobachtet, dass ihre Anwesenheit eine stressreduzierende Wirkung auf die Kinder und das Klassenklima hat. Das führt dazu, dass die Lernatmosphäre positiv beeinflusst und das Unterrichtsklima stressfreier wird. Hierdurch haben sich sichtbar Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit in der Klasse, in der sie eingesetzt wird, erhöht.“ Mal begibt Bea sich im Unterricht in Streichelnähe zu den Schülern, mal verteilt sie Aufgabenzettel in einem Korb.

Auch Bea hatte coronafrei

Doch während der Coronakrise durfte sie zunächst nicht in die Schule. Nun, da das Gesundheitsamt Goslar der Rektorin bestätigte, dass von Hunden keine Übertragung nachgewiesen werden konnte, ist sie wieder im Einsatz. Und das direkt mit einer neuen ersten Klasse.

Das sei in der belastenden Situation besonders erfreulich, so Scheuvens. Sie sagt: „Gerade in dieser Zeit, die durch große Unsicherheit und Angst gekennzeichnet ist, kommt zum Tragen, dass Bea Ruhe ausstrahlt, es im Unterricht leiser ist und sie in den Pausen den Kindern Zerstreuung bietet.“

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