Inzidenz Ü 80 – Was in Salzgitter jetzt beachtet werden muss

Salzgitter.  Ein weiterer Corona-Todesfall und 33 Neuerkrankungen. Wie die Stadt reagiert, erläutert OB Klingebiel.

Mund-Nasen-Bedeckung gehören inzwischen zum Alltag.

Mund-Nasen-Bedeckung gehören inzwischen zum Alltag.

Foto: Pixabay  

Inzidenz über 80 in Salzgitter – die nächste Eskalationsstufe ist in Sachen Corona erreicht. In den Innenstädten von Lebenstedt und Salzgitter-Bad (siehe Grafiken) gilt eine Maskenpflicht, Sperrstunde für die Gastronomie ist ab 23 Uhr, für private Zusammenkünfte sind nur noch zehn Personen gestattet (aus maximal zwei Haushalten). Die Zahlen von Dienstag sind auch nicht dazu geeignet, in Richtung Entwarnung zu gehen: 87,85 ist der aktuelle Inzidenz-Wert, nachdem 33 Neuerkrankungen und der Todesfall eines 80-jährigen Salzgitteraners gemeldet wurden.

Wo ist das Begegnungsrisiko hoch?

Oberbürgermeister Frank Klingebiel will mit dem kommunalen Ordnungsdienst in der kommenden Woche erst einmal Erfahrungswerte sammeln. Hintergrund ist, dass Salzgitter als Flächenstadt nicht mit Großstädten wie München, Frankfurt oder Berlin vergleichbar ist. Er müsse, so Klingebiel, die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ab einer Inzidenz von 50 verpflichtend erlassen, die Kommunen können aber festlegen, wo das geschehen soll. Kriterium: Wo ist das Begegnungsrisiko hoch? Festgelegt wurden also die Innenstädte in zwei Ortsteilen, nicht in der gesamten Stadt.

Ordnungsamt sammelt Erfahrungswerte

Danach will der Krisenstab der Stadt nachbessern. Zum Beispiel an den Zeiten. Klingebiel: „Wir werden neben der Bewertung der jetzt festgelegten Räume in den Innenstädten von Salzgitter-Bad und Lebenstedt auch einen Zeitkorridor per Änderungsverfügung festlegen. Ich tendiere aus heutiger Sicht für: 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Final entscheide ich es nach dem nächsten Wochenende aufgrund des Erfahrungsberichtes meines Ordnungsdienstes und der Polizei der 5 Tage. Und der Bewertung im Krisenstab.“

Zunächst gibt es keine Anzeigen

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Der Ordnungsdienst solle die Situation beobachten und mit den Menschen sprechen, um zu erfahren, ob überhaupt die richtigen Zonen ausgewählt wurden. Ordnungswidrigkeitsanzeigen würden bei Verstößen zunächst nicht gefertigt, aber freundlich auf die Maskenpflicht hingewiesen. Um den Menschen die Situation klarzumachen, werden derzeit Schilder gefertigt, die im Laufe der Woche an den Zugängen zum Maskenpflicht-Areal aufgestellt werden sollen, auch über eine Plakataktion wird nachgedacht.

Das Freizeitverhalten ist problematisch

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„Treiber der Inzidenz sind nicht die Schulen und Kitas, nicht die Arbeit oder der Sport – sondern das Freizeitverhalten“, macht Klingebiel deutlich. So ist es auch bei den aktuellen Fällen: „Zwei Fußballmannschaften befinden sich in Quarantäne, da in einer der Mannschaften drei Spieler positiv auf das Virus getestet worden sind. Des Weiteren zeichnet sich eine private Feier als möglicher Infektionsherd ab, hier und auch in allen weiteren bestätigten Fällen läuft die Kontaktnachverfolgung, die auch Auswirkungen auf die gemeldeten Quarantänezahlen haben wird, auf Hochtouren“, schreibt Pressesprecherin Simone Kessner.

Maßnahmen gelten, so lange der Inzidenzwert besteht

Derzeit prüft die Stadt, ob sie Messgeräte für den Kohlendioxid-Gehalt in der Atemluft anschafft, sagt Klingebiel, etwa für Schulen. Da Schule aber Ländersache ist, ist man im Gespräch mit dem Land. „Vielleicht gibt es noch andere Lösungen“, sagt Klingebiel.

„Wichtig ist, ob die Maßnahmen sinnvoll sind – das ist ein Abwägungsprozess“, verdeutlicht er. „Wenn man das Gegenteil feststellt, wollen wir das auch korrigieren“, verspricht er. Die Maßnahmen gelten so lange, wie der Inzidenzwert besteht.

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