Infozentrum in Westerlinde: Hier gehts um Erdkabel und Strom

Westerlinde.  Wer sich für Stromkabel unter der Erde und im Speziellen für die 230 kV-Trasse Wahle-Mecklar interessiert, ist in Westerlinde richtig.

Andreas Jäger steht im Infozentrum in Westerlinde Rede und Antwort..

Andreas Jäger steht im Infozentrum in Westerlinde Rede und Antwort..

Foto: Andrea Leifeld

230 Kilometer Gesamtläge wird sie haben, die 230 kV-Trasse Wahle-Mecklar, die zwischen Lesse, der Samtgemeinde Baddeckenstedt und Holle im Landkreis Hildesheim auch durch das Auflagengebiet unserer Zeitung führen wird. Und gerade diese 13 Kilometer sind der innovative Part des ehrgeizigen Projekts, denn es handelt sich um den derzeit längsten Drehstrom-Erdkabel-Anschnitt im Höchstspannungsbereich in der Bundesrepublik. Ende Februar begannen die Bauarbeiten und es entstand die Idee nach einem Erdkabel-Infozentrum als Plattform für Begegnungen zwischen TenneT, und den Trägern öffentlicher Belange, Verbänden, betroffenen Landeigentümern, Institutionen und neugierigen Mitmenschen, die sich über das innovative Zeitgeschehen informieren wollen.

Andreas Jäger steht für Antworten bereit

Als Referent für Bürgerbeteiligung und Antwortengeber auf Fragen rund um Strom & Co. steht Andreas Jäger bereit. Er hält Zahlen zum Trassenbau parat: So werden 155 Masten entlang der Trasse errichtet, 50.000 Tonnen Maststahl und 55.000 Kubikmeter Fundamentbeton werden verbaut. Es erfolgen aber auch 164 Kilometer Leitungsrückbau und 78 Kilometer Leitungsmitnahme. Aber nur 20 Kilometer der Gesamtstrecke werden als Erdleitung geführt, davon 13 Kilometer eben durch die Region. Dafür habe es verschiedene Gründe gegeben, so beispielsweise Engstellen zu Ortschaften, die Infrastruktur sowie Boden- und Naturschutzbesonderheiten. „Der Abstand eines Masten zu einer Ortschaft muss 400 Meter betragen, zu einem einzelnen Gehöft 200“, erklärt er. Die Kosten pro Kilometer beim Erdausbau lägen beim vier- bis achtfachen Preis gegenüber einer Freileitung. 80 Mitarbeiter fänden in jenem Erdbau-Abschnitt Arbeit. Begannen die Bauarbeiten im Februar 2020 sollen sie, je nach Witterung und Wetterbedingungen, 2021 abgeschlossen sein. Die gesamte Trasse Wahle-Mecklar soll 2024 den Haushalten in Südniedersachsen und Hessen den transportierten Drehstrom (Wechselstrom) liefern.

Gleichstrom zu transportieren, ist unwirtschaftlich

Genau das sei der Knackpunkt, so Jäger: Gleichstrom zu transportieren, sei unwirtschaftlich. Die Trassen führten von A nach B und könnten unterwegs nicht „angezapft“ werden. Gleichstrom-Leitungen könnten aber auf langen Strecken unterirdisch verlegt werden. Nicht aber jener 380-kV-Drehstrom, der von Wahle bis Mecklar transportiert werden soll. Die Akzeptanz für den Bau einer solchen Trasse wäre das größte Problem. Mit der Erdverlegung für den Drehstrom auf den 13 Kilometern sei ein Pilotprojekt entstanden, das TenneT mit jenem Infozentrum an der Bachstraße in Westerlinde geadelt habe. Bislang seien 150 Interessierte bei 30 Veranstaltungen gewesen. Führungen entlang der Trassen-Baustelle seien möglich. Anmeldung auf der TenneT-Projekt-Website.

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