Sexuelle Belästigung im Badeland: zweites Verfahren eingestellt

Wolfsburg/Salzgitter.  Ein junger Mann soll eine 13-Jährige begrapscht haben. Doch das Opfer erschien vor dem Amtsgericht Salzgitter nicht.

Im Wolfsburger Badeland wurde Ende Dezember 2018 eine 13-Jährige aus einer Gruppe von jungen Männer heraus sexuell belästigt.

Im Wolfsburger Badeland wurde Ende Dezember 2018 eine 13-Jährige aus einer Gruppe von jungen Männer heraus sexuell belästigt.

Foto: Stadt Wolfsburg / Privat

Knapp zwei Jahre nach dem sexuellen Übergriff auf ein 13 Jahre altes Mädchen im Wolfsburger Badeland ist die juristische Aufarbeitung abgeschlossen. Nach dem Urteil gegen den mutmaßlichen Haupttäter Mitte Oktober wurde nun das Verfahren gegen einen Mitbeschuldigten wegen Geringfügigkeit eingestellt. Beide Männer leben in Salzgitter.

Es geht um einen Vorfall vom 28. Dezember 2018 in dem Wolfsburger Spaßbad. Eine Gruppe von acht jungen Männern afghanischer Herkunft soll dabei ein 13 Jahre altes Mädchen aus dem Kreis Helmstedt im Außenbecken belästigt haben. In wechselnden Konstellation umkreisten sie die 13-Jährige, berührten sie an Po und Brust. Als sie eine Schwimmmeisterin auf ihre Lage aufmerksam machte, alarmierten Badeland-Mitarbeiter die Polizei. Das Mädchen erlitt einen Schwächeanfall. Zwei mutmaßliche Täter konnte sie anfangs konkret benennen. Weitere Zeugen gab es keine. Gegen beide Männer erging ein Strafbefehl. Die Ermittlungen hinsichtlich des Rests der Gruppe verliefen im Sande.

Urteil gegen Haupttäter

Ein 32-Jähriger gilt als Haupttäter: Er soll besonders weit gegangen sein. Er habe mit dem Kind geredet, ihr gesagt, dass er mit ihr zusammensein will, ihre Hände festgehalten und an seinen Intimbereich gedrückt. Das gestand der Mann in einem Verfahren am Amtsgericht Wolfsburg. Das dortige Jugendschöffengericht stufte es als minderschweren Fall der sexuellen Nötigung ein und verhängte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt zur Bewährung.

21-Jähriger streitet Vorwürfe ab

Der zweite Beschuldigte (21), dessen Fall nun vor dem Amtsgericht Salzgitter verhandelt wurde, hatte Einspruch gegen einen schriftlichen Strafbefehl wegen sexueller Belästigung eingelegt, in dem eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen festgelegt worden war. Deshalb kam es nun zur öffentlichen Hauptverhandlung. Eigentlich hatte die Justiz der belasteten jungen Frau die Aussage vor Gericht ersparen wollen. Der damals noch Heranwachsende soll im Vorbeitauchen das Gesäß des jungen Mädchens berührt haben, „um sich sexuell zu befriedigen“, trug die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Braunschweig vor. Das Opfer hatte noch im Bad auf den Beschuldigten gezeigt.

Opfer taucht nicht auf

Zu dem Termin in Salzgitter war das Mädchen als Zeugin geladen – doch sie tauchte nicht auf. Der Angeklagte bestritt alle Vorwürfe: „Er hat schlichtweg nichts gemacht“, trug sein Verteidiger vor. Seit diesem Vorfall sei sein Mandant auch in keine weiteren Verfahren verwickelt gewesen.

Das Gericht stimmte letztlich seinem Antrag zu, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen. Die Zeugin nochmals zu laden, wäre vermutlich eine noch größere Belastung gewesen. Zumal den Beteiligten die Aussicht auf eine klare Aussage gering schien: Bereits bei der Polizei hatte das Mädchen den 21-Jährigen auf Fotos nicht mehr identifizieren können.

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