Zwischen Hai und Star-Wars-Kult: Salzgitteraner sammelt Lego

Üfungen.  Üfingens Feuerwehrmann René Rudhal ist besessen. Er sammelt Lego-Steine. 100.000 hat er schon.

Fast bis unter das Dach stapeln sich die Lego-Kartons in der Garage des Üfingers René Rudahl.

Fast bis unter das Dach stapeln sich die Lego-Kartons in der Garage des Üfingers René Rudahl.

Foto: Jörg Kleiner

Der unverkennbare Klang des Durchwühlen einer Lego-Kiste, dieses plastikartige Rascheln. „Herrlich“, sagt René Rudahl. Der 41-jährige Üfinger ist Fan der Plastikklötzchen zum Selberbauen, die der dänische Tischlermeister Ole Kirk Christiansen 1949 zum Patent anmeldete und mit denen er im Wortsinne steinreich wurde.

In Rudahls Garage stapeln sich Lego-Kartons bis unters Dach, im Keller reihen sich Regale und Schränke aneinander, in denen mit Noppensteinchen vollgestopfte Sammelkisten lagern. Viele Kartons sind im Originalzustand, sie sind ungeöffnet.

„Wenn ich mir etwas bestelle, dann meist doppelt oder dreifach“, erzählt Rudahl. Quasi als Ersatzteillager oder als Tauschware mit Gleichgesinnten. „Ja ja, man muss schon ein bisschen verrückt sein“, sagt der Berufsfeuerwehrmann, der sich sein filigranes Legotüftler-Hobby als nebenberuflicher Schrotthändler finanziert.

„Lego zu sammeln, kostet“

„Lego zu sammeln, kostet“, sagt der 41-Jährige. „Das ist kein Hobby für jedermanns Geldbeutel.“ Wie viel Geld hat Rudahl denn bislang in Plastiksteinchen und Figuren investiert? Er antwortet mit einer Gegenfrage: „20.000 Euro?“ Seine Frau Kerstin wird konkreter: „Wahrscheinlich ist es sehr viel mehr.“ Sie habe den Blick auf die Finanzen, versichert sie. „René gibt gerne mal mehr aus als er sollte.“ 500 Euro im Monat seien okay, sagt der begeisterte Sammler, „bei 1000 Euro ist die Grenze“..

Er sei aber ein Schnäppchenjäger, versichert der Üfinger. „Ich schlage zu, wenn es günstig ist.“ Greife er im Internet oder auf Flohmärkten eine Star-Wars-Figur statt für regulär 50 oder 90 Euro für „nur“ 30 Euro ab, „dann freue ich mich einfach“. Gekauft wird in der Regel in Massen, so der Üfinger und zeigt eine Box mit 1000 grauen Dreieck-Steinchen. „Damit baut man Gebirge“, erzählt Rudahl. „18 Cent das Stück – 180 Euro hab ich ausgegeben.“

Steinchen-Stapeln und Tüfteln

Gänzlich ausleben kann René Rudahl sein Hobby derzeit nicht. Der 41-Jährige baut das Eigenheim um, die Familie ist in den Keller gezogen. Statt Büchern stehen in jeder Ecke Lego-Regale, in den Kleiderschränken lagern neben T-Shirts und Jeanshosen Sortierkisten für die bunten Noppensteine. „Selbst im Bettkasten lagern Legokisten“, erzählt Kerstin Rudahl. „Ich schlafe über und zwischen Legosteinen.“

Viel Zeit zum Steinchen-Stapeln und Tüfteln bleibt René Rudahl neben Arbeit, Nebenjob und Hausumbau nicht. Er vermisst das Basteln: „Es beruhigt mich, ich komme dabei runter.“

Rudahl schmiedet schon Pläne. Ist der Hausumbau 2021 fertig, wird der Keller zu seinem Lego-Eldorado. Ein Raum wird zum Star-Wars-Themenzimmer, ein anderer ist für die Lego-Eisenbahn vorgesehen. Sortierregale mit Klarsicht-Sammelboxen sollen die Suche nach passenden Steinchen und Figuren erleichtern. Wie viel Lego-Klötzchen er besitzt, kann René Rudahl aber nur schätze: „Sicher mehrere Hunderttausend.“

Spielzeugklassiker verbindet

Im Hause Rudahl zeigt sich: Der Spielzeugklassiker verbindet Generationen. Tochter Tabea (7) und Sohn Thorben (10) bauen seit Tagen an einer Lego-Unterwasserwelt mit Forschungsstation und Tiefseeschluchten inmitten von Hammerhaien, Rochen und Korallen. René Rudahl strahlt. „Es ist doch toll, wenn sich die Kinder für mein Hobby begeistern können.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder