Ein wichtiger Schritt aus der Krise

Wolfsburg.  Die Grizzlys Wolfsburg haben ihre Negativserie beendet und bei den Krefeld Pinguinen mit 3:2 gesiegt. Wade Bergman erzielte das entscheidende Tor.

Die Grizzlys (in Schwarz vorne Gerrit Fauser) bejubelten nach sieben Niederlagen in Serie wieder einen Sieg, gewannen in Krefeld knapp mit 3:2.

Die Grizzlys (in Schwarz vorne Gerrit Fauser) bejubelten nach sieben Niederlagen in Serie wieder einen Sieg, gewannen in Krefeld knapp mit 3:2.

Foto: Mathias M. Lehmann

Von einem Ende der Krise zu sprechen, wäre zu früh, aber die Grizzlys Wolfsburg haben am Freitagabend einen ersten, wichtigen Schritt aus dieser gemacht. Nach dem DEL-Negativrekord von sieben Niederlagen in Folge feierte der Wolfsburger Eishockey-Erstligist einen ganz, ganz wichtigen Sieg im Krisengipfel bei den Krefeld Pinguinen, die selbst nun schon acht Mal in Serie verloren haben. Vor 3500 Zuschauern in der Yayla-Arena besorgte Wade Bergman in der 51. Minute das entscheidende Tor für die Wolfsburger.

Die Grizzlys, in deren Umfeld nach sieben Niederlagen auch die Frage aufgekommen war, ob der neue Trainer Pat Cortina auch der Richtige ist, konnten in Krefeld wieder auf Angreifer Mike Sislo zurückgreifen, der vier Partien mit einer Unterkörperverletzung verpasst hatte, und in die Reihe mit Center Garrett Festerling und Spencer Machacek zurückkehrte. Jan Nijenhuis musste für ihn hier weichen.

Mehr Sorgfalt bei eigenem Scheibenbesitz, mehr Pucks zum Tor und mehr Entschlossenheit vor dem Tor – das hatten sich die Wolfsburger für den Krisengipfel vorgenommen. Es klappte im ersten Drittel ordentlich. Gerrit Fauser hatte früh die erste Chance, schoss nach 39 Sekunden aber daneben.

Die nächste starke Offensivaktion saß: Mathis Olimb band zwei Gegenspieler, Anthony Rech hatte Platz in der Mitte und zog freistehend ab (9. Minute) – natürlich war es die Topreihe der Grizzlys, die den Weg ebnete, andere zogen später nach. Kurios: Es war im zwölften Spiel das erste Mal, dass Wolfsburg in einem ersten Drittel in Führung ging, und es war erst der vierte Treffer überhaupt in den ersten 20 Minuten. Zweierlei mussten sich die Gäste vorwerfen: Sie waren zum einen drei Mal, also zu häufig, auf der Strafbank – auch wenn sie es in sechs Minuten Unterzahl gut machten. Zum anderen verpassten sie es, die Führung auszubauen. Kapitän Sebastian Furchner hatte in Unterzahl stark nachgesetzt, scheiterte bei seiner Doppelchance aber an Krefelds Torwart Jussi Rynnäs (16.).

Aus der ersten Pause kamen die Pinguine mit mächtig Dampf, Felix Brückmann rettete bei einer 2:1-Situation stark gegen Mark Cundari (22.). Die Krefelder setzten sich ein wenig fest, Wolfsburg schaffte es kaum mehr, so klar wie zu Beginn nach vorne zu spielen, der Ausgleichstreffer von Vincent Saponari war folgerichtig (25.). Erst mit der ersten Strafe für die Gastgeber wurde der Druck auf Brückmann und seinen Kasten weniger (30.). Die Grizzlys waren dann bei fast vier Minuten Powerplay stark, das 2:1 wollte nicht fallen. Das besorgte dann Spencer Machacek mit einem platzierten Schuss (34.).

Jetzt wurde es richtig hitzig: Zwischen Nick Latta und Cundari flogen die Fäuste, der Wolfsburger musste nach der zweiten Zehn-Minuten-Strafe gegen ihn vorzeitig vom Eis. Nun hatte Krefeld lange Überzahl, sogar 62 Sekunden 5:3. Glück für die Grizzlys, dass Phillip Bruggisser nur den Pfosten traf (36.), zuvor hatte Machacek den Doppelpack verpasst, ebenfalls den Pfosten getroffen (35.). Cortinas Team hielt Stand, hatte selbst noch einmal Überzahl und die Gelegenheit, die Führung auszubauen, verpasste es aber erneut.

Im Schlussdrittel schaffte es Wolfsburg wieder nicht, sich dem Pinguine-Druck zu entziehen – und kassierte erneut nicht ohne Grund den Ausgleich. DEL-Topscorer Chad Costello ließ zwei Grizzlys aussteigen, vollstreckte mit einem Schuss in den Knick (45.). Wolfsburg schnappte sich den Sieg, weil es erneut gut antwortete. Mit einem Gewaltschuss von der blauen Linie, der über den Innenpfosten den Weg ins Krefelder Tor fand, besorgte Bergman den entscheidenden Treffer und schoss erstmals nach acht Partien mit zwei Treffern oder weniger erstmals ein drittes Tor. Das reichte, weil Wolfsburg in der Schlussphase auch bei 5:6 cool und clever verteidigte, und weil Brückmann den Sieg mit einem Save gegen Daniel Pietta festhielt.

Aufatmen dürfen die Grizzlys und Coach Cortina, nachlegen sollten sie dennoch. Am Sonntag gegen die Iserlohn Roosters wollen sie den nächsten Schritt aus der Krise machen.

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