Grizzlys-Profis Raabe und Nijenhuis vorerst nach Hannover

Wolfsburg.  Eishockey-Stars nutzen die Corona-Pause in der DEL für Gastspiele in unteren Klassen. Auch die Grizzlys Wolfsburg planen zwei „Leihgeschäfte“.

Wird vorerst wieder für Hannover abgestellt: Grizzlys-Profi Steven Raabe.

Wird vorerst wieder für Hannover abgestellt: Grizzlys-Profi Steven Raabe.

Foto: Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH / oh

Die Zeit der innerdeutschen Leihen hat durch die erneute Verschiebung des Starts in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) begonnen. Nürnbergs Star Patrick Reimer wechselt bis Ende November zum Zweitligisten Kaufbeuren, der Ex-Wolfsburger Nick Latta geht bis zum DEL-Start aus Straubing zum Süd-Oberligisten Weiden. Und was machen die Grizzlys? Auch sie planen „Leihgeschäfte“.

Davon betroffen sind aber erst einmal nur zwei Förderlizenzspieler. Verteidiger Steven Raabe (19) sowie Stürmer Jan Nijenhuis (19) wollen und sollen Spielpraxis sammeln in der DEL-Zwangspause. „Sie sind mit dem Wunsch auf uns zugekommen“, berichtet Manager Charly Fliegauf. Raabe soll beim Nord-Oberligisten Hannover Indians die Vorbereitung absolvieren. Dorthin hatten ihn die Grizzlys bereits vergangene Saison fest ausgeliehen gehabt. „Auch in Jans Fall planen wir, dass er in den nächsten Wochen bei den Indians mitmacht“, sagt der Manager.

Glücklich über die Option

Die Hannoveraner beginnen laut Raabe offiziell am 19. Oktober mit dem Mannschaftstraining. Zwei Tage später soll schon das erste Testspiel steigen. „Optional trainieren die Indians aber bereits seit Sonntag“, berichtet der Verteidiger weiter. Er zeigt sich glücklich über die Gelegenheit, nach seiner Hüft-Operation im Mai, Reha, Sommertraining und einem Monat Mannschaftstraining im September bei den Grizzlys nun im Rhythmus bleiben zu können, während die Wolfsburger erst einmal zurück in der Kurzarbeit sind. „Ich möchte trainieren und spielen“, sagt Raabe.

Er sieht diese Art Leihe als weiteren Zwischenschritt zurück ins DEL-Team, in dem er 2018/19 sein Debüt gefeiert hatte. „Ich mache gesundheitlich gute Fortschritte, die operierte Hüfte behindert mich auf dem Eis nicht mehr. Ich weiß aber, dass ich mir Eiszeiten in der DEL verdienen muss.“ Dass das Leben als Eishockeyprofi im wahrsten Sinne des Wortes hart sein kann, bekam er am Donnerstag im freiwilligen Grizzlys-Training zu spüren. „Ich wurde von einem Schläger im Gesicht getroffen. Dabei verlor ich zwei Zähne, habe aber bereits Implantate eingesetzt bekommen“, erzählt er. Deshalb musste er am Freitag eine Pause einlegen.

Trainer sprechen sich ab

Erfreut zeigt sich Raabe, dass sein Wolfsburger Teamkollege Nijenhuis eventuell mit von der Partie ist in Hannover. „Unser Trainer Pat Cortina und Hannovers Lenny Soccio müssen sich diesbezüglich nun einigen, was Sinn macht“, sagt Fliegauf. Weitere „Leihgeschäfte“ seien jedoch vorerst nicht geplant. Zwar könnten auch die Förderlizenzspieler Valentin Busch und Maximilian Adam zum Beispiel zum Zweitliga-Kooperationspartner Kassel gesandt werden. Aber: „Vielleicht sollen sie ja auch eher im November Testspiele bei uns bestreiten.“

Ausleihen der Ü23-Profis haben die Grizzlys bisher nicht ins Auge gefasst. „Das bringt uns nichts“, erklärt der Manager. Wie Nürnbergs Reimer spielte Wolfsburgs Kapitän Sebastian Furchner im Nachwuchs in Kaufbeuren, wo er auch geboren ist. „Eine Leihe kommt für mich aktuell nicht infrage“, wiegelt „Furchi“ ab. „Sollten wir aber in der DEL nicht starten, will ich auf jeden Fall Eishockey spielen in dieser Saison. Aber ich bleibe optimistisch, dass es eine DEL-Saison gibt.“ Sonst beginnen bei den Grizzlys voraussichtlich auch die großen Leihgeschäfte oder gar der Ausverkauf.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder