Deutsche Eishockey-Liga

Ex-Grizzlys-Co Naud coacht nun den Aufsteiger aus Bietigheim

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Als Co-Trainer von Pavel Gross (links) arbeitete Daniel Naud eineinhalb Jahre bei den Grizzlys Wolfsburg.

Als Co-Trainer von Pavel Gross (links) arbeitete Daniel Naud eineinhalb Jahre bei den Grizzlys Wolfsburg.

Foto: WN/OH

Wolfsburg.  In Wolfsburg durfte er nicht bleiben, nun gibt es das Wiedersehen: Daniel Naud ist Trainer des Aufsteigers und Grizzlys-Gegners Bietigheim.

Einst war er Co-Trainer bei den Grizzlys Wolfsburg, musste aber trotz guter Arbeit gehen und ist nun Cheftrainer beim Aufsteiger: Daniel Naud. Vergangene Saison führte er die Bietigheim Steelers erstmals in deren Historie in die Deutsche Eishockey-Liga, wo er am Sonntag von 19 Uhr an mit seinem Team Gastgeber des Vizemeisters ist. Ein Wiedersehen, das beim 59-Jährigen Erinnerungen auslöst.

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Mitte Dezember 2016 kam der damals vereinslose Naud als Nachfolger des kurzfristig nach Tschechien zurückgekehrten Miloslav Horava als Co-Trainer von Pavel Gross nach Wolfsburg. „Bei den Grizzlys herrschte damals eine besondere Kultur vor. Die Arbeit mit den Spielern, anderen Trainern und mit Pavel, mit dem ich in taktischen Dingen oft einer Meinung war, ist mir in schöner Erinnerung. Der damalige Kapitän Tyler Haskins ist heute Co-Trainer bei den Grizzlys. Da waren einige besondere Spieler im Team damals“, erzählt Naud.

2016/17 wurde er mit Wolfsburg Vizemeister, 2017/18 kam das Aus im Viertelfinale. „Ich wäre gern geblieben“, gibt er zu. Doch als Gross (jetzt Mannheim) Anfang 2018 seinen Abschied ankündigte, verpflichtete Manager Charly Fliegauf den Finnen Pekka Tirkkonen als Chefcoach und überließ diesem die Co-Trainer-Wahl. Tirkkonen entschied sich gegen Naud. „So ist das Business“, sagt Letzterer und ist nicht nachtragend.

Naud arbeitet sich über DEL 2 zurück

Nach zweieinhalb Jahren als Chefcoach in der DEL 2 bei Crimmitschau und dann Bietigheim gab Naud dank des Aufstiegs nun sein Comeback im Oberhaus. Dass sein Team bei den Experten als Abstiegskandidat Nummer 1 gilt, überrascht ihn nicht. „Wir haben keine Topspieler wie andere Klubs. Unsere Stärken sind die Entschlossenheit und der Zusammenhalt. Wir haben viele Spieler aus der zweiten Liga behalten. Aber ich sehe schon jetzt, dass sie sich gut an das höhere Niveau anpassen, schneller spielen und denken.“

Nauds Spielidee weist Parallelen auf zum einstigen System unter Gross. „Viel laufen, nicht abwarten. Wenn wir die Scheibe in Besitz haben, soll es gleich nach vorne gehen. Verlieren wir die Scheibe, wollen wir hart arbeiten, um sie zurückzuerobern“, erklärt er.

Grizzlys Wolfsburg Sieger im Test

Den aktuellen Grizzlys-Stil hat er ausgiebig studiert, schließlich gab es bereits ein Testspiel zwischen beiden Teams, das die Niedersachsen 3:0 gewannen. „Wolfsburg praktiziert auch ein einfaches Spiel, bringt die Scheibe oft zum Tor. Unsere Verteidiger werden im Box-out hart arbeiten müssen. Außerdem haben die Grizzlys eine stabile Abwehr. Nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft haben sie sich personell nicht verschlechtert.“

Die Steelers bekamen Verstärkung durch einen zweiten Naud: Guillaume, den Sohn des Trainers. „Er hat kürzlich seinen deutschen Pass bekommen und sich über ein Try-out einen Vertrag erkämpft. Er macht seine Sache ganz gut“, sagt der Senior über den Junior. Familienbande zählen auf dem Eis aber nicht. „Er muss sich seine Eiszeit genauso verdienen wie alle anderen. Über Eishockey sprechen wir zudem nur in der Kabine, nicht privat. Ich möchte ihn nicht in die Situation bringen, dass die anderen Spieler das Vertrauen in ihn verlieren.“

Naud: Grizzlys landen in Top 6

An Selbstbewusstsein mangelt es Naud und seinen Steelers nach Aufstieg und DEL-Premierensieg (5:4 gegen Ingolstadt) nicht, auch wenn es zuletzt ein 0:3 in Nürnberg gab. Die Gegentore 2 und 3 seien erst zum Ende hin gefallen, als sein Team wegen des Rückstands habe aufmachen müssen.

Und wie geht es Sonntag gegen die Grizzlys aus.? „Ich tippe nicht“, sagt Naud, „denn ich liege mit Tipps nie richtig. Aber wir werden alles tun, um die Punkte hier zu behalten.“ Sorgen um die Grizzlys müsse man sich jedoch auch im Falle einer Niederlage in Bietigheim nicht machen. Naud: „Am Ende der Hauptrunde stehen sie in den Top 6.“

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