Verletzungen von Nyman und Biada werfen Eintracht zurück

Benahavis  Braunschweigs Zweitliga-Fußballer verlassen Spanien mit gemischten Gefühlen. Die Verletzungen von Nyman und Biada überschatten das Trainingslager.

Vor Trainer Torsten Lieberknecht (hinten) und Manager Marc Arnold steht noch eine Menge Arbeit, bis die Saison fortgesetzt wird.

Vor Trainer Torsten Lieberknecht (hinten) und Manager Marc Arnold steht noch eine Menge Arbeit, bis die Saison fortgesetzt wird.

Foto: imagemoove

Solche Nachrichten können auch einen positiven Gesamteindruck zunichte machen. Ein Stürmer, der mit einer Sprungsgelenksverletzung zwei Monate ausfällt. Ein anderer, der so hartnäckige muskuläre Probleme hat, dass er nun in München von einem Spezialisten eingehend untersucht werden muss. Vor allem die Ausfälle von Julius Biada und Christoffer Nyman lassen Braunschweigs Zweitliga-Fußballer ihr Trainingslager in Spanien am heutigen Freitag mit gemischten Gefühlen verlassen.

Dabei konnte Eintracht in den vergangenen Tagen im andalusischen Benahavis einige positive Dinge im Hinblick auf den Ligastart nach der Winterpause für sich verbuchen. Mit Domi Kumbela kehrte der beste Löwen-Torjäger der vergangenen zehn Jahre nach seiner Verletzung zurück und wird wahrscheinlich in der nächsten Woche seine ersten Testspielminuten absolvieren. Auf dem Trainingsplatz wurde engagiert und konzentriert, aber auch mit Spaß gearbeitet. Von Anspannung oder Resignation angesichts der schwierigen Tabellensituation war nichts zu erkennen. Und dann passen die beiden Neuzugänge Georg Teigl und Frederik Tingager auf den ersten Blick nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zur Mannschaft.

Es waren aber die beiden Testspiele gegen NEC Nijmegen und Shanghai Shenhua, die offenbarten, dass die Eintracht bis zum Auswärtsspiel am 24. Januar beim 1. FC Heidenheim noch einiges zu tun hat. Besonders in den Anfangsphasen der Partien zeigten die Braunschweiger eklatante Abwehrschwächen und brachten sich durch teilweise haarsträubende Fehler ins Hintertreffen.

„Dass wir am Anfang die zwei Fehler machen, ist ärgerlich. Das darf uns in der Liga nicht passieren“, sagte Kapitän Ken Reichel zu den beiden frühen Gegentreffern gegen Shanghai. Gegen Nijmegen hatten sich die Blau-Gelben vom frühen Rückstand nicht erholt und am Ende mit 0:4 deutlich verloren, auch weil etliche Chancen, das Ergebnis freundlicher zu gestalten, nicht genutzt wurden. Gegen Shanghai konnte der Fehlstart immerhin noch korrigiert werden. „Nach der Anfangsphase haben wir es dann gut gemacht, den Ball laufengelassen, waren die klar bessere Mannschaft und sind noch verdient zum Ausgleich gekommen“, freute sich Reichel. Und auch Trainer Torsten Lieberknecht lobte Moral und Einstellung seiner Mannschaft, um nach „intensiven Trainingseinheiten“ noch die Wende einzuleiten. Der Coach betonte aber auch, dass er es mal gerne hätte, wenn seine Spieler von Anfang an die Fehler reduzieren könnten.

Dazu bedarf es in den nächsten eineinhalb Wochen wohl noch der einen oder anderen Detailarbeit. Die beiden Neuzugänge Teigl und Tingager müssen die Abläufe bei der Eintracht noch besser kennenlernen und der gesamte Defensivverbund seine Konzentration erhöhen. Gegen Nijmegen und Shanghai fielen die Treffer jeweils zu leicht, begünstigt oft durch klare individuelle Fehler. Die waren auch im Spiel nach vorne zahlreich. Was sicherlich auch daran liegt, dass sich ein favorisiertes System, wie die Eintracht in der Rückrunde agieren will, noch nicht herausgeprägt hat.

Trotzdem sind sowohl Lieberknecht als auch seine Spieler zuversichtlich, was den Kampf um den Klassenerhalt angeht. Vor allem im Bereich der Teambildung sehen sich die Löwen durch die Tage in Benahavis vorangekommen. „Bei allem Ernst darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Und der ist bei uns auf dem Platz vorhanden. Das ist gut so“, sagte Reichel. Doch auch der Kapitän weiß, dass eine gute Atmosphäre im Team allein auf Dauer im Abstiegskampf nicht reichen wird.

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