Fußballkrimi: Eintracht ist in die 2. Liga aufgestiegen

Braunschweig.  Mit einem Sieg und Pech der anderen Aufstiegskandidaten hat Braunschweig den vorzeitigen Aufstieg in die 2. Liga geschafft.

Feiern den Aufsteig: Marvin Pouri, Manuel Schwenk und Bernd Nehrig.

Feiern den Aufsteig: Marvin Pouri, Manuel Schwenk und Bernd Nehrig.

Foto: Susanne Hübner, Susanne Huebner /Fotoagentur Hübner

Was für ein Krimi! Für zehn Minuten war Eintracht Braunschweig am Mittwoch durch den Sieg gegen Waldhof Mannheim mit 3:2 direkt in die zweite Liga aufgestiegen. Dann hat Mitaufstiegskandidat Duisburg ein Tor gegen Bayern München II geschossen – und damit den direkten Aufstieg verhindert.

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Dann hieß es zittern für die Fans: In der Nachspielzeit hat Bayern München II dann nochmal getroffen – und den direkten Aufstieg von Eintracht wieder möglich gemacht. Und es hat geklappt: Damit ist Eintracht Braunschweig am Mittwoch direkt in die 2. Bundesliga aufgestiegen.

Eintracht Braunschweig ist aufgestiegen - die Fans jubeln
Eintracht Braunschweig ist aufgestiegen - die Fans jubeln

Durch diese Konstellation konnte Eintracht Braunschweig direkt aufsteigen

Hinter dem nicht zum Aufstieg berechtigten FC Bayern München II tummelte sich eine Handvoll Teams, die sich mehr oder minder große Hoffnungen auf die zwei direkten Aufstiegsplätze oder die Relegation machten. Trotz der Last-Minute-Niederlage beim FSV Zwickau hatte die Eintracht den Aufstieg selbst in der Hand.

Eintracht Braunschweig rangierte nach 36 von 38 Spielen hinter den Bayern und den Würzburger Kickers auf Platz drei – nur einen Punkt vor dem FC Ingolstadt. Ein direkter Aufstieg war schon am Mittwoch möglich – allerdings nur mit einer großen Portion Konjunktiv verbunden.

Die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen musste ihr Spiel gegen den SV Waldhof Mannheim (19 Uhr) gewinnen und die Schanzer ihre Partie gegen den Abstiegsbedrohten 1. FC Magdeburg verlieren sowie der MSV Duisburg gegen Bayerns Zweitvertretung nicht gewinnen. Das glückte! So standen die Blau-Gelben mit 64 Punkten als direkter Aufsteiger fest. Den Rückstand von dann mindestens vier Punkten konnten die Verfolger bei nur noch einem ausstehenden Spiel nicht mehr aufholen.

Wer waren Eintrachts Konkurrenten am Mittwoch um den Aufstieg in die 2. Liga?

Würzburger Kickers (Platz 2/63 Punkte): Sieben Siege, eine Niederlage, ein Unentschieden errang die Elf von Trainer Michael Schiele seit dem Wiederbeginn. Mit ansehnlichem, explosivem Fußball steht sie zu Recht auf Rang zwei. Genau wie Eintracht haben sich die Kickers erst kürzlich in die Position des Gejagten gebracht. Würzburgs Trumpf: Nicht nur Topscorer Fabio Kaufmann (13 Tore/12 Vorlagen) trifft verlässlich, das ganze Team strahlt Torgefahr aus. Spiele gegen die bereits geretteten Kölner und gegen den Abstieg kämpfende Hallenser stehen noch an.

Eintracht Braunschweig (Platz 3/61 Punkte): Die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen ist neben Spitzenreiter München und den Würzburgern das Team der Stunde. Seit dem Wiederbeginn der dritten Fußball-Liga verloren die Löwen nur ein Spiel. Sechs Siege, zwei Remis und eine Niederlage stehen zu Buche.

Wenngleich die Eintracht derzeit vornehmlich einen destruktiven Spielstil pflegt, ist sie erfolgreich – dank gut ausgespielter Umschaltsituationen, großer Nervenstärke und einem üppigen Kader, der jedem Spieler Verschnaufpausen verschafft. Die Blau-Gelben treffen noch auf personell gebeutelte Mannheimer und zuletzt etwas wiedererstarkte Meppener – das Restprogramm erscheint schaffbar, hat aber seine Tücken.

FC Ingolstadt (Platz 4/60 Punkte): Die Formkurve der Schanzer zeigte zuletzt wieder nach oben. Dennoch steht für das Team von Trainer Thomas Oral die Bilanz: Fünf Siege, drei Remis, eine Niederlage. Die gute Position vor der Corona-Pause hatte der FCI damit zunächst verspielt – ist aber wieder in Schlagdistanz. Gegen Mannheim (2:0) etwa war auch das Glück aufseiten der Ingolstädter. Zudem verfügt der Absteiger aus Liga zwei über einen großen Kader und hat nur wenige Verletzte zu beklagen. Das könnte in den verbleibenden Spielen gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Magdeburg und gegen 1860 München ein Trumpf sein.

MSV Duisburg (Platz 5/58 Punkte): Der vormalige Spitzenreiter wurde binnen weniger Spiele auf Rang fünf durchgereicht. Zwei Siege, fünf Unentschieden und zwei Niederlagen gab es nach der Zwangspause – zu wenig für das Team von Ex-Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, um oben zu bleiben. Bei den Meiderichern häufen sich Blessuren – Schlüsselspieler Moritz Stoppelkampf ist von einer immer wieder aufbrechenden Muskelverletzung geplagt. Zudem ist Nervosität zu spüren. Torwart Leo Weinkauf patzte gegen Köln. Duisburg muss noch gegen Bayern II und Chemnitz ran – und droht, den sicher geglaubten Aufstieg zu verspielen.

Hansa Rostock (Platz 6/56 Punkte): Unter Jens Härtel, Magdeburgs Aufstiegstrainer von 2017, blühte Rostock nach der Winterpause auf. Für Hansa stehen seit dem Wiederbeginn vier Siege, drei Remis und zwei Niederlagen zu Buche – und damit bleiben auch nur noch Außenseiterchancen auf den Zweitliga-Aufstieg. Das Pressing der Rostocker konnten in dieser Liga zuletzt nur wenige stoppen, doch Hansa steht sich manchmal selbst im Weg. Es folgen Spiele gegen Uerdingen und noch abstiegsbedrohte Chemnitzer.

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Was bedeutet ein Aufstieg für Eintracht Braunschweig finanziell?

Ein Aufstieg ist immer mit einer hohen Konzentration an Glückshormonen verbunden – besonders bei den Fans. Aber Fußball ist und bleibt eben ein Geschäft. Der Trog aus der TV-Vermarktung, an dem sich die Erst- und Zweitligisten laben dürfen, ist randvoll. Verglichen damit wirken die TV-Gelder für die 3. Liga wie Magerkost.

Für die finanziell gebeutelte Braunschweiger Eintracht wären die Zusatzeinnahmen wichtig. Laut statista.de profitierte der VfL Osnabrück mit 7,3 Millionen Euro von allen Zweitligisten der Saison 2019/20 am wenigsten von den nationalen TV-Einnahmen, der VfB Stuttgart mit 24 Millionen Euro am meisten. Zum Vergleich: Die Drittligisten erhalten Fernsehgelder in Höhe von etwa 1,1 Millionen Euro.

Wie groß der Anteil jedes Klubs an den TV-Vermarktungsgeldern der 1. und 2. Liga ist, hängt unter anderem von den seinen Platzierungen der vergangenen fünf Jahre ab. In seiner letzten Zweitligasaison 2017/18 kassierte Eintracht Braunschweig fast 15 Millionen Euro.

Wann startet die die Saison 2020/21 in der 2. Liga?

Durch die Corona-Pandemie wurde der geplante Rahmenterminkalender der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball Bundes (DFB) gehörig durcheinander gewirbelt. Ursprünglich war der Start der Zweitliga-Saison 2020/21 für den 31. Juli angesetzt. Doch daraus wird nichts. Wegen der corona-bedingten Verschiebungen endet die Saison in der 3. Liga erst am 4. Juli. Das Rückspiel in der Relegation zur 2. Bundesliga ist für den 11. Juli angesetzt. Ein Start in die neue Saison nur knapp drei Wochen später ist somit utopisch. Mittlerweile haben sich die Entscheidungs-Gremien aber auf einen neuen Termin für den Startschuss in der 2. Liga geeinigt: Demnach soll die Spielzeit am 11. September ihren Spielbetrieb aufnehmen.

Wie bereiten sich Braunschweigs Fans auf das Ligafinale vor?

Natürlich fiebern die Fans von Eintracht Braunschweig bei jedem Spiel mit, wie es für ihren Verein weitergeht. So war etwa die Stimmung beim Spiel gegen Zwickau „im Lindi“ am Bohlweg.

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