Eintracht Braunschweig: Freude über Rückkehr der Fans

Braunschweig.  Während der Corona-Pandemie hält die Eintracht-Familie zusammen. Die Fans hegen große Hoffnungen auf eine Rückkehr in ihr Stadion.

Beim DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC saßen immerhin schon wieder 500 Fans auf der Tribüne. Bald werden es noch mehr sein.

Beim DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC saßen immerhin schon wieder 500 Fans auf der Tribüne. Bald werden es noch mehr sein.

Foto: Darius Simka / regios24

Jetzt also doch: Nach Gesprächen der Länderchefs soll die Fan-Rückkehr in die deutschen Fußball-Stadien bereits am Wochenende wieder möglich sein. Von bis zu 20 Prozent Auslastung der Stadionkapazität ist die Rede. Das garantiert zwar keine Gänsehautatmosphäre, ist aber immerhin ein Anfang nach Monaten der Tristesse bei den Fußball-Anhängern.

Auch die Fans der Eintracht freuen sich. Den Aufstieg ihrer Mannschaft in die 2. Liga hatten sie vor ein paar Monaten nur im Fernsehen verfolgen können. Beim Pokal-Coup gegen Hertha BSC am vergangenen Freitag durften dann zumindest schon wieder 500 Zuschauer im Eintracht-Stadion anwesend sein. „Die Entscheidung, ein solches Pilotprojekt im Profisport zu wagen, ist richtig. Wir alle haben unseren Alltag mittlerweile daran angepasst, die Hygieneregeln zu befolgen, Ansteckungen zu vermeiden und Infektionsketten im Fall der Fälle nachvollziehen zu können. Es ist daher nur nachvollziehbar, wenn diese „neue Normalität“, die wir in Restaurants, auf der Arbeit oder im Bus bereits erfolgreich leben, nun auch im Fußball möglich machen“, sagt Allesfahrer und Fanrat-Mitglied Robin Koppelmann.

Hier finden sie „Löwengebrüll“ – den neuen Eintrachtpodcast

Eintracht Braunschweig: Merkwürdige Zeit für Fans und Verein

Für die Fans in Braunschweig waren die vergangenen Monate eine merkwürdige Zeit. Liebgewonnene Traditionen konnten nicht mehr gepflegt werden. Der sportliche Aufschwung nach dem Wiederbeginn im Anschluss an den Lockdown fühlte sich für viele von ihnen deshalb lange auch unwirklich und fern an, während sie ihn vor dem Fernseher verfolgten. Hinzu kam, dass die Leistungen der Mannschaft zu Beginn der Rückrunde wenig Hoffnung auf den Aufstieg gemacht hatten. Erst nach dem entscheidenden Spiel gegen Mannheim, in dem die Löwen die Rückkehr in die 2. Liga perfekt machten, wurde deutlich, dass Braunschweig trotz aller Sorgen um die Gesundheit nach wie vor eine Fußball-Stadt ist. Hunderte zogen zum Stadion, um das Team zu feiern, anschließend trafen sie sich auf dem Bohlweg um den Triumph bis spät in die Nacht zu bejubeln – leider nicht immer mit den gebotenen Abstands- und Hygieneregeln.

Zuvor hatte die Eintracht-Familie aber mit anderen, positiven, Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Viele Fans zeigten Engagement. Sie organisierten unter dem Motto „Eintracht hilft“ während des Lockdowns Einkaufshilfen für ältere Menschen, fertigten in Heimarbeit mehrere tausend Mund- und Nasenschutzmasken an oder unterstützen Hilfsbedürftige, wie Obdachlose oder die Prostituierten auf der Bruchstraße, die einmal wöchentlich mit einer Suppenküche versorgt worden.

Eintracht Braunschweig: Viele Helfer und Helferinnen

„In der Not haben sich die ideellen Grundwerte der Eintracht-Fangemeinschaft wie Solidarität und Zusammenhalt eindrucksvoll bewährt. Die Durchführung dieser Projekte gemeinsam mit und für andere Menschen war eine unglaublich tolle Erfahrung. Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich bei diesen Projekten engagiert haben“, sagt Mario Goldmann, der 1. Vorsitzende der Fanabteilung, die sich zusammen mit dem Fanrat, den Ultras sowie der Fanbetreuung verantwortlich für das Bündnis „Eintracht hilft“ zeichnete.

Diese Aktionen haben gezeigt, dass Eintracht mehr als Fußball ist. Trotzdem sind alle froh, wenn nur wieder mehr Zuschauer in die Stadien können. In der Hoffnung, dass das nächste Saisonfinale der Löwen nicht im Fernsehen verfolgt werden muss. Egal, wie die Saison in der 2. Liga auch ausgeht.

Lesen Sie mehr:

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder