Die Lions spielen wie Champions

Braunschweig.  Der Trainerstab der Braunschweiger Footballer hat ein Topteam aus Einzelkönnern geformt. Samstag steigt das Bundesliga-Spitzenspiel.

Endstation Lions-Abwehr – Jamaal White (oben links) oder Roni Salonen (vorn unten): Die Hildesheimer hatten im Hinspiel große Probleme, Raumgewinne zu erzielen.

Endstation Lions-Abwehr – Jamaal White (oben links) oder Roni Salonen (vorn unten): Die Hildesheimer hatten im Hinspiel große Probleme, Raumgewinne zu erzielen.

Foto: Fotoagentur Hübner

Die Überflieger aus Süddeutschland haben ihr erstes Saisonziel schon erreicht. Die Schwäbisch Hall Unicorns sind nach 12 von 14 Punktspielen vorzeitig Meister der Bundesliga Süd geworden – durch einen Sieg im Spitzenspiel Erster gegen Zweiter im Duell mit den Frankfurt Universe, die nur zweimal in der Saison verloren haben, aber jedes Mal dem deutschen Meister unterlegen waren.

Einen ähnlichen Schritt wie Schwäbisch Hall können die Lions am Samstagnachmittag machen. In Hildesheim gegen die Invaders brächte ein Braunschweiger Sieg die Männer von Cheftrainer Troy Tomlin der Meisterschaft in der Bundesliga Nord ganz, ganz nahe. Allerdings haben die Löwenstädter nach dem Duell noch drei Spiele zu bestreiten bei dann im optimalen Fall vier Punkten Vorsprung auf den ärgsten Konkurrenten.

Lions stellen Ausnahme-Mannschaft

Dennoch ist die Saison bereits so weit fortgeschritten , dass sich ein klares Bild abzeichnet über Stärken und Schwächen aller Teams. Und da muss man ganz klar sagen: In der immens starken Nordgruppe sind die Braunschweiger eine Ausnahme-Mannschaft, können nur verlieren, wenn sie sich selber ein Bein stellen. In jeder Situation der bisherigen zehn Duelle wussten sie auf alle spielerischen Fragen eine passende Antwort. Auch wenn es mal eng zuging: Angst und bange, ob es für einen Erfolg reichen würde, wurde den Lions-Anhängern nie.

Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen können sich die deutschen Rekordmeister glücklich schätzen, einen so kompetenten Trainerstab mit Tomlin und Dave Likins an der Spitze zu besitzen. Vielleicht den besten der Liga. Und zweitens gibt es zumindest im Norden kein anderes Team, das derart ausgeglichen besetzt ist. Ausfälle von Topleuten werden oftmals verkraftet, als sei nichts passiert. Und wenn es in den Spielen in die entscheidende Phase geht, haben die Lions immer noch zuzusetzen, wenn die Gegner langsam aber sicher abbauen in Sachen Durchschlagskraft, Konzentration und Kondition.

Jeder weiß, was der Gegner vorhat

„Es war eigentlich ganz leicht. Es lag nur an uns. Denn wir wussten in jeder Situation des Spiels ganz genau, was der Gegner als nächstes tun würde.“ So lautet der wohl meist gesprochene Satz in den Interviews nach Siegen mit Spielern aus dem Lions-Kader. Diese präzise, akribische Vorbereitung durch die Coaches auf die nächste Aufgabe ist wohl einzigartig in dieser Konkurrenz. Zugegeben: Es benötigt auch Spieler, die umsetzen können, was sie wissen. Aber auch hier ist es hauptsächlich Trainersache, solche Leute gefunden und zu einem Team geformt zu haben.

Und auch der Teamgeist ist ein wichtiger Stützpfeiler des Braunschweiger Erfolgs. Jeder scheint jedem zu helfen auf dem Platz, ist sich nicht zu schade, in die Bresche zu springen, wenn nebenan etwas schiefzulaufen droht. Keiner zeigt mit dem Finger auf den Mitspieler. Hängende Schultern oder Ratlosigkeit gibt es nicht bei den Lions.

Das alles ist kein Garant dafür, dass immer jedes Duell gewonnen wird. Aber es ist ein stückweit Nachhaltigkeit, ein starkes Fundament, um Champion zu werden.

Hildesheim Invaders – Lions Braunschweig, Samstag, 16 Uhr, Friedrich-Ebert-Stadion.

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