Ohne Pierre wird es sehr schwer

Braunschweig  Der beste Löwen-Profi kann am Sonntag in Berlin nicht oder nur eingeschränkt spielen. Menz darf nicht mehr nachverpflichten.

Bangen um Dyshawn Pierre: Den Topwerfer der Löwen plagt eine Bronchitis, er hat seit zwei Wochen nicht trainiert.

Foto: Florian Kleinschmidt

Bangen um Dyshawn Pierre: Den Topwerfer der Löwen plagt eine Bronchitis, er hat seit zwei Wochen nicht trainiert. Foto: Florian Kleinschmidt

Wenn Mannschaften eine Woche frei hatten, sind ihre Trainer immer besonders nervös. Dann bangen sie, ob der Rhythmus nicht zu sehr gestört ist, ob nicht zu viel Form verloren ging. Andererseits bringt eine Pause im Januar die Energie zurück, die in der heißen Saisonphase im März und April dringend gebraucht wird.

Und so sieht Löwen-Sportchef Frank Menz den Kurzurlaub, den er seinen Braunschweiger Basketballern in der Vorwoche gewährt hatte, mit gemischten Gefühlen. „Hinten raus wird sich das auszahlen, das ist ganz klar“, sagt der 52-Jährige, der sich mit der Genehmigung der freien Woche den meisten seiner Liga-Kollegen angepasst hatte. Doch wer seinen Körper mal komplett herunterfahre, der brauche eben eine gewisse Zeit, um wieder richtig in Schwung zu kommen. „Und für uns war die Pause besonders ungünstig, weil wir im Gegensatz zu den anderen immer besser geworden sind.“

Dass die Löwen am Sonntag beim Tabellenfünften Alba Berlin nahtlos an ihre geschlossen starke Leistung beim Sieg gegen Bayreuth anknüpfen, ist auch deshalb sehr unwahrscheinlich, weil Topscorer Dyshawn Pierre entweder ganz ausfällt oder aber wegen der Nachwirkungen einer Bronchitis und zwei Wochen Trainingspause nur geschwächt und sicher nicht die üblichen 33 Minuten lang mitmischen kann.

Der 23 Jahre alte Kanadier ist der beste Rebounder der gesamten BBL sowie der beste Punktesammler und Verteidiger der Löwen. Seinen Ausfall aufzufangen, wird auch kollektiv nur schwer möglich sein. Geübt haben es die Braunschweiger am Dienstag in einem Trainingsspiel gegen Bremerhaven, das allerdings verloren ging.

„Wir haben zwar nicht gut gespielt, aber es war wichtig, dass wir gespielt haben“, urteilt der Coach. Alle Leistungsträger außer Pierre seien nun wieder in guter körperlicher Verfassung und im Wettkampfmodus.

Verstärkung wird es nicht mehr geben. Als im Dezember Jannik Freese die Löwen verlassen hatte und Sponsoren Geld für Nachverpflichtungen zur Verfügung stellten, hatte Menz angekündigt, zwei neue Profis engagieren zu wollen. Nun muss er sich mit Jamal Boykin bescheiden. „Es war der Plan, noch einen Deutschen zu holen, und ich habe darum gekämpft“, erläutert er. „Aber es ist entschieden worden, dass wir das aus finanziellen Gründen nicht machen.“

Bis die eigenen Talente hochkommen, dauert es noch. Lars Lagerpusch, Tom Alte und Samuel Mpacko sind verletzt. Luis Figge darf Montag wieder ins Teamtraining einsteigen, wird nach drei Monaten Zwangspause aber noch eine längere Anlaufzeit brauchen.

So müssen die Löwen am Sonntag bei Menz` Heimatklub mit einer kleinen Rotation auskommen. Das Ziel heißt erstmal, sich wie im Hinspiel und zuletzt bei den anderen Topteams Ulm und München teuer zu verkaufen. Und natürlich entschlossen zuzuschlagen, wenn noch mehr möglich sein sollte.

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