Menz verordnet taktische Disziplin statt Brechstange

Braunschweig  Die Löwen-Basketballer wollen in Jena ihre Ballverluste reduzieren und den Hinspielauftritt mit dem fünften Saisonsieg korrigieren.

Carlos Medlock war stark, aber Geoffrey Groselle (links) muss in Jena mehr zeigen als im Hinspiel und zuletzt gegen Oldenburg.

Foto: Kleinschmidt

Carlos Medlock war stark, aber Geoffrey Groselle (links) muss in Jena mehr zeigen als im Hinspiel und zuletzt gegen Oldenburg. Foto: Kleinschmidt

An diesem Wochenende müssen sich Braunschweigs Erstligabasketballer von ihrer über Wochen zur schönen Gewohnheit gewordenen Glücksserie verabschieden: Egal wie sie selbst gespielt hatten, – die Rivalen im Kampf um den Klassenerhalt, Tübingen und Vechta, verloren zuverlässig und konnten so keinen Boden gut machen. Doch nun treffen am Sonntag die seit neun Spielen sieglosen Schwaben und die Niedersachsen, die 13-mal in Folge verloren haben, direkt aufeinander.

Da hilft nur, selbst zu siegen, um die Tübinger nicht vorbeiziehen oder die Vechtaraner auf vier Punkte heranrücken zu lassen. Beide Kontrahenten, das ist den Löwen klar, sind nicht so schlecht besetzt, wie sie zuletzt gespielt haben. Da könnte ein einziges Erfolgserlebnis als Befreiungsschlag wirken und neue Kräfte wecken – und eine der Mannschaften wird es am Sonntag feiern dürfen.

Vor dem Gastspiel in Jena am Samstag steigt der Druck auf die Löwen also ein bisschen. Zumal sie sich für den weiteren Verlauf des Februars keine Siegchancen mehr ausrechnen dürfen, denn es geht gegen die ungeschlagenen Ulmer sowie Meister Bamberg.

Von der Sache mit dem Druck will Trainer Frank Menz nichts wissen. „Wir gucken nur auf uns, und wir spielen noch zu Hause gegen Vechta“, betont er und will sich nicht verrückt machen lassen. Die Mannschaft habe ihre Leistung schließlich längst gesteigert und stabilisiert. „Und da bin ich zuversichtlich, dass wir die Siege schon noch holen, die wir brauchen.“ Ab März kämen dann auch wieder Gegner, gegen die die Löwen nicht allesamt 40 Minuten auf Topniveau agieren müssten, um in die Nähe einer Siegchance zu kommen.

Und gefühlt ist auch Jena schon so ein Gegner. „Das Hinspiel war unser letztes schwaches Spiel, danach ging`s los mit guten Leistungen“, erinnert Menz an das 86:97 Mitte November, bei dem sein Team im dritten Viertel (13:33) völlig den Faden verloren hatte.

„Wir sind jetzt definitiv besser“, macht er sich und seinen Profis Mut, warnt allerdings auch vor der Stärke des außergewöhnlich prominent besetzten Aufsteigers. „Die haben drei herausragende Spieler und viele weitere gute, die ihre Rollen genau kennen und annehmen“, lobt er die Arbeit seines Kollegen Björn Harmsen. Menz kennt keinen Gegner so gut, hat keinen so oft gesehen und analysiert wie den aus seiner Wahlheimat Jena und schwärmt: „Die sind enorm kampfbereit, physisch stark und spielen mit einem wahnsinnigen Selbstvertrauen.“

Diesbezüglich mitzuhalten und sich nicht wieder eine längere schwache Phase zu erlauben wie zuletzt, so lautet die Marschroute für die Braunschweiger. Um endlich die Zahl der Ballverluste zu reduzieren, hat Menz seine Profis darauf eingeschworen, in kritischen Phasen noch disziplinierter die Systeme durchzuspielen, anstatt mit der Brechstange zu versuchen, für das Team etwas zu reißen. Carlos Medlock und die anderen Guards hätten verstanden, sagt er optimistisch: „Am besten, wir gewinnen jetzt in Jena, dann haben wir erstmal Ruhe.“

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