Die Unbesiegten kommen

Braunschweig  Die Partie gegen Spitzenreiter Ulm ist das letzte Heimspiel der Löwen-Basketballer für sechs Wochen. Menz will verbesserte Verteidigung sehen.

Schwerpunkt Verteidigung: Sid-Marlon Theis und die Löwen wollen sich Ulms Raymar Morgan und Co. noch effektiver in den Weg stellen.

Foto: Imago/Eibner

Schwerpunkt Verteidigung: Sid-Marlon Theis und die Löwen wollen sich Ulms Raymar Morgan und Co. noch effektiver in den Weg stellen. Foto: Imago/Eibner

Wenn sie nichts zu verlieren hatten, haben Braunschweigs Basketballer bislang am besten gespielt. Und so könnten die Fans am Sonntag – beim letzten Heimspiel für die nächsten sechs Wochen – möglicherweise ein attraktives Spektakel erleben, wenn die bislang stärkste BBL-Mannschaft bei unerschrocken bissigen Löwen vorspielt. Die Rollen sind klar verteilt, schließlich kommt Ulm als unbezwungener Tabellenführer.

Aber, so träumen die Braunschweiger, auch der Favorit kann sich mal einen Ausrutscher erlauben. Sei es, weil er noch Europapokal-Frust schiebt oder aber weil er schlecht trifft. So war es schon im Hinspiel, als die Löwen mit 65:77 ein sehr achtbares Ergebnis erzielten, weil die Gastgeber lediglich 4 von 22 Dreiern versenkten. Nur Oldenburg (-10) hat in Ulm knapper verloren.

„Damals haben die uns mit Sicherheit nicht ernst genommen, aber das wird nicht nochmal passieren“, beugt Löwen-Trainer Frank Menz schon mal für den Fall vor, dass die beste Angriffsmannschaft der Liga gegen seine zuletzt nicht sattelfeste Verteidigung doch ein Punktefeuerwerk abbrennen sollte. „Jedenfalls ist spannend für uns, gegen so eine Mannschaft zu spielen“, sagt er voller Vorfreude und betont, Ziel könne es erstmal nur sein, richtig auf Augenhöhe mitzuspielen.

Die gezielte Vorbereitung auf den Gegner hat diesmal allerdings eine kleinere Rolle gespielt. Denn Menz feilt an einem eher mittelfristigen Leistungsplan. Weil die Löwen nächstes Wochenende wegen des Pokal-Top-4 spielfrei sind, sich auch am Rosenmontag in Bamberg nichts ausrechnen dürfen, und danach ein weiteres freies Wochenende haben, ist nochmal Zeit für ein hartes Grundlagentraining.

„Wir bereiten uns auf den Schlussspurt der Saison vor, arbeiten an neuen Inhalten und wollen uns für die wichtigen Spiele körperlich auf ein richtig gutes Niveau bringen“, erläutert Menz und hat die Partie am 12. März in Frankfurt im Blick, ab der es bis zum Saisonende im Kampf um den Klassenerhalt rund gehen dürfte. Die Spiele gegen die Topklubs dienten dazu, neue Systeme zu erproben, beim athletischen Training werde jedoch keine Rücksicht genommen.

Gegen Ulm müssen sich die Löwen steigern, wenn sie bis zum Schluss im Spiel bleiben wollen. Dem Favoriten gelingt es, mühelos einen Gang hochzuschalten, wenn es eng wird. So wurde zuletzt Göttingen mit einem 51:19-Zwischenspurt düpiert und der Tabellenvierte Bayreuth im Schlussviertel mit 30:10 überrollt. „Es ist bärenstark, was die zeigen“, warnt Menz sein Team davor, im Kopf falsche Schwerpunkte setzten. „In Jena haben wir Traumquoten geschossen und trotzdem verloren. Mit Offense alleine gewinnen wir keine Spiele.“

Es geht um verbesserte Defensivarbeit, und da hat Menz auch intensive Gespräche mit Sorgenkind Geoffrey Groselle geführt. Nur wenn der Center aus seinem Leistungstief kommt, können die Löwen unter dem Korb gegen Ulms athletische lange Leute um Liga-Topscorer Raymar Morgan ein kleines Bollwerk errichten.

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