Die Löwen denken über einen Europapokal-Start nach

Braunschweig.  Mit dem Play-off-Einzug sind Braunschweigs Basketballer auch fürs internationale Geschäft qualifiziert. Für die Teilnahme gibt es Für und Wider.

Nominiert: Löwe Christian Sengfelder ist am Dienstag wie auch sein Teamkollege Lars Lagerpusch in die A-2-Nationalmannschaft berufen worden, die im Juli zur Universiade nach Neapel fliegt.

Nominiert: Löwe Christian Sengfelder ist am Dienstag wie auch sein Teamkollege Lars Lagerpusch in die A-2-Nationalmannschaft berufen worden, die im Juli zur Universiade nach Neapel fliegt.

Foto: Peter Sierigk

Mit dem Einzug in die Top-Acht der Bundesliga ist bei den Braunschweigern noch ein anderes Thema in den Blickpunkt gerückt, die eventuelle Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb. „Die BBL hatte uns die Frage schon vor einigen Wochen gestellt – wie allen potenziellen Play-off-Teams“, berichtet Geschäftsführer Sebastian Schmidt. In der aktuellen Saison waren sogar neun deutsche Mannschaften in vier Wettbewerben international gestartet.

„Wir werden uns jetzt nicht, von den Emotionen geleitet, da gleich anmelden“, gab sich der Geschäftsführer aber zurückhaltend. Es komme ganz wesentlich darauf an, in welchem Wettbewerb die Löwen starten könnten. „Zum Teil muss man ja einiges Geld mitbringen.“

Für einen Klub mit kleinerem Budget scheint eigentlich nur die Champions League des Weltverbands Fiba attraktiv, in dem zuletzt Bamberg, Ludwigsburg, Bonn und Bayreuth starteten. Denn dort gibt es Antrittsgelder, Prämien und attraktive Gegner. Letzteres gilt auch für den Eurocup (Berlin, Ulm, Frankfurt), den Unterbau der Euroleague (München), doch müssen die Teilnehmer dort die Kosten selbst tragen. Der Fiba Europe Cup (Würzburg) mit eher unbekannten Teams gilt als weniger reizvoll.

„Europäisch zu spielen, ist sehr attraktiv, man bekommt Spieler, die man sonst nicht kriegen würde, und grundsätzlich bin ich sehr dafür“, sagt Schmidt. Schließlich wollen die Löwen ja ein dauerhafter Play-off-Anwärter werden. „Aber die Frage ist, ob das für uns nicht ein Jahr zu früh käme“, wägt er ab. „Es müsste mit dem Kader und den Finanzen passen, die Bundesligasaison dürfte nicht darunter leiden. Und wenn wir starten, hoffe ich, dass die Braunschweiger Fans das auch annehmen.“

Kleine Braunschweiger Europa-Pokal-Geschichte

1991/92: Die SG Braunschweig unter Trainer Lothar Stein tritt mit ihrem Star Scooter Barry im Pokal der Pokalsieger an und verliert gegen das damals noch sowjetische Team VEF Riga auswärts mit 99:109 und in der ausverkauften Alten Waage mit 79:96.

1999/00: Die SG unter Trainer John van Crombruggen trifft in der Vorrunde des Korac-Cups auf die Portugiesen aus Ovarense. Sie verliert auswärts mit 55:94 und siegt zu Hause nur 74:62, verpasst also die Gruppenphase.

2001/02: Im zweiten Jahr in der VW-Halle startet Stadtsport Braunschweig als Play-off-Teilnehmer in der Korac-Cup-Vorrunde. Gegen den späteren Cup-Sieger Nancy unterliegt das Team von Trainer Ken Scalabroni und Spielmacher Demond Mallet auswärts 80:103 und zu Hause 74:93.

2003/04: Als Halbfinalist ist BS-Energy für den Uleb-Cup qualifiziert. Das Scalabroni-Team, unter anderem mit Demond Mallet, Gordan Firic und Pete Lisicky, gewinnt zwei von zehn Gruppenspielen, in eigener Halle gegen die Eiffel Towers Nimwegen und Buducnost Podgorica.

2004/05: In einer Achtergruppe der Fiba Europe League werden die Braunschweiger unter der Regie von Ken Scalabroni und später von Henrik Dettmann Sechster mit 6:8 Siegen. Höhepunkt ist der 81:78-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten Besiktas Istanbul.

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