NBA-Star Dennis Schröder heiratet in Braunschweig

Braunschweig.  Braunschweigs NBA-Star Dennis Schröder präsentiert sich stolz mit Sohn und spricht übers Familienglück und die anstehende Hochzeit in der Heimat.

Dennis Schröder, deutscher Basketball-Nationalspieler, trägt während einer Pressekonferenz in Braunschweig seinen Sohn Dennis Malick Schröder Junior auf dem Arm.

Dennis Schröder, deutscher Basketball-Nationalspieler, trägt während einer Pressekonferenz in Braunschweig seinen Sohn Dennis Malick Schröder Junior auf dem Arm.

Foto: Ole Spata / dpa

Als Dennis Schröder die letzte Frage beantwortet hatte, staunte der Pressechef des Deutschen Basketball Bundes nicht schlecht: „Wie ein richtiger Medienprofi“, lobte Christoph Büker Braunschweigs NBA-Star nach dessen Ausführungen bei seiner alljährlichen Pressekonferenz in seiner Heimatstadt. „Ja, ich sah gelassen aus“, antwortete Schröder zufrieden.

In der Tat präsentierte sich der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft gereift. Wie immer extravagant gekleidet, diesmal im knallpinken Pullover, formulierte er wohlüberlegte Sätze, wo er sich früher oft gequält hatte, die richtigen Worte zu finden, oder auch gerne mal übers Ziel hinaus geschossen war.

Die neue Gelassenheit des jungen Papas

Den mutmaßlichen Grund für seine Wandlung hatte der 25-Jährige zuvor mit stolzem Lächeln ins Steigenberger-Hotel getragen und später bei den Fernseh-Interviews auf dem Arm gehalten: seinen knapp vier Monate alten Sohn Dennis Malick junior, der ganz friedlich und aufmerksam Richtung Kameras blickte.

„Dennis ist sehr geduldig geworden mit dem Kind, sehr reif und nachdenklich“, berichtete sein älterer Bruder Che Secka, der den Spielmacher der Oklahoma City Thunder auch managt und seine Geschäfte führt. „Früher wollte Dennis immer alles sofort haben, jetzt ist er ein entspannter Zeitgenosse geworden, mit dem man gut drei Stunden im Auto sitzen und über Gott und die Welt reden kann.“

Schröder scheute sich nicht, ausführlich über seine Wandlung „zum Familienmenschen“ zu sprechen. „Der Kleine hat mich schon zum Positiven verändert, man denkt über viele Dinge viel mehr nach“, sagte er. Er sei bei der Geburt seines Sprösslings bei seiner Verlobten Ellen Ziolo gewesen, habe „das beste Gefühl, das man je fühlt“ erlebt und spüre seither eine große Verantwortung, die sogar bis aufs Basketball-Feld ausstrahle: „Da bin ich noch ehrgeiziger geworden, alleine im Training denkst du viel an den Kleinen.“ Sein Bruder, bereits zweifacher Vater, habe ihm mit auf den Weg gegeben, „dass man immer für seine Familie da sein muss. Und ich finde, ich habe bislang einen guten Job in der Vaterrolle gemacht.“

Oklahoma City ist wie Braunschweig

Im beschaulichen Oklahoma City, wo er seit dem Herbst für die Thunder aufläuft, sei das auch nicht so schwer gewesen. „Die Stadt ist wie Braunschweig, eher ruhig“, beschreibt Schröder, dessen Mutter Fatou in den ersten Monaten zur Unterstützung der jungen Familie aus Braunschweig in die USA gekommen war.

Seit dem unerwartet frühen Saisonende mit den Thunder, Ende April durch das Achtelfinal-Aus gegen die Portland Trailblazers (Schröder: Mit unserem Potenzial hätten wir mehr erreichen können“), genießt er das Leben im größeren Familienkreis mit den Geschwistern und deren Kindern sowie guten Freunden daheim in Braunschweig noch mehr. Er entspanne sich in der Stadt, freue sich am guten Essen.

Neben Immobiliengeschäften und der Arbeit mit seiner Management-Agentur steht vor allem die Planung seiner Hochzeit im Mittelpunkt. „Wir feiern am 20. Juli in der VW-Halle“, verriet er. Eigentlich hätten er und seine Frau nur eine kleine Hochzeit angedacht. „Doch mit einer afrikanischen Familie ist das schwierig.“ Mittlerweile seien schon rund 350 Leute eingeladen, „und das sind noch nicht alle.“

Basketball-WM rückt in den Blickpunkt

Allmählich rückt allerdings auch die Basketball-WM im September in China in den Blickpunkt, bei dem der Regisseur das deutsche Team am liebsten zur direkten Olympia-Qualifikation oder gar zu einer Medaille führen möchte. Schröder will demnächst das individuelle Training wieder aufnehmen. Dazu kommen Coaches aus den USA nach Braunschweig geflogen, auch mit seinem Entdecker und väterlichen Freund Liviu Calin will er in die Halle gehen. „Da derzeit alle Leute Dreier werfen wie die Verrückten, muss ich da auch zulegen“, nennt er seinen Trainingsschwerpunkt.

Seine Trainer aus Washington DC, mit denen er auch schon im Vorjahr in der Tunicahalle gearbeitet hatte, werde er dann auch der „Dennis-Schröder-Akademie“ zur Verfügung stellen, die Anfang August ein Leistungscamp für Jugendliche und eine Coach-Clinic in Braunschweig auf die Beine stellen will, wie deren Sportchef Calin berichtete. „Das ist gut für die Stadt, und ich werde natürlich auch dabei und mein Gesicht zeigen sein“, verspricht Schröder.

Nachdem er das neue WM-Trikot des deutschen Teams präsentiert und seinen Meisterring für den DM-Titel im 3-x-3-Basketball 2018 in Empfang genommen hatte, widmete sich der Hauptgesellschafter der Löwen dem Braunschweiger Bundesligateam. „Dass wir in den Play-offs waren, ist Wahnsinn“, meinte Schröder, der auch die Spiele in München in der Halle verfolgt hatte.

Den vorgestellten neuen Trainer Pete Strobl kenne er noch nicht persönlich. „Aber ich habe nur positive Sachen gehört, mit ihm können wir sehr zufrieden sein.“ Wichtig sei es, den Ehrgeiz und die tolle Teamchemie aus der abgelaufenen Saison in die neue mitzunehmen. „Da hat Frank Menz einen guten Job gemacht.“

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