Fußball-Landesligist Kästorf: Trainer Palanis hört auf

Kästorf.  Fußball-Landesliga: Trainer Georgios Palanis entscheidet sich gegen eine Verlängerung beim SSV Kästorf – die Suche nach einem Nachfolger läuft.

Nach sechs erfolgreichen Jahren ist Schluss: Georgios Palanis verlängert seinen Vertrag beim SSV Kästorf nicht.

Nach sechs erfolgreichen Jahren ist Schluss: Georgios Palanis verlängert seinen Vertrag beim SSV Kästorf nicht.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Paukenschlag beim SSV Kästorf: Wie der Fußball-Landesligist mitteilte, wird Trainer Georgios Palanis seinen Vertrag, der am 30. Juni ausläuft, nach sechs überaus erfolgreichen Jahren nicht verlängern. Einen Nachfolger kann der Verein Stand jetzt noch nicht benennen, die Suche läuft.

„Wir haben den Verbandstag des NFV abgewartet und uns dann mit Georgios zusammengesetzt“, erklärt SSV-Abteilungsleiter Stefan Redler. Auf jenem außerordentlichen Verbandstag wurde nämlich auch über die sportliche Zukunft der Rot-Weißen entschieden – und letztlich fiel die Wahl auf ein Abbruchszenario, durch das der SSV Kästorf eben nicht in die Oberliga aufsteigen darf (wir berichteten).

Der Verein wollte trotzdem mit dem Coach weitermachen, „aber wir konnten ihn nicht davon überzeugen“, betont Redler. Die Enttäuschung über den Verbandstagsbeschluss – und vor allem dessen Zustandekommen – seien zu groß gewesen. „Unser Trainer braucht erst mal eine Pause.“ Michael Müller, Co-Trainer und stellvertretender Spartenleiter, meint dazu: „Es ist natürlich sehr traurig für uns. Aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren und respektieren – sie wird ihm definitiv nicht leicht gefallen sein.“

Denn ein Schnellschuss nur wegen des Verbandstages war Palanis’ Entscheidung wohl nicht, schließlich hatte der Erfolgstrainer seinen Vertrag nicht frühzeitig verlängert. Was noch in die Entscheidung mit reingespielt hat, bleibt aber Spekulation – der Coach selbst wollte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zum Ende seiner Zeit beim SSV Kästorf äußern.

Die Fußspuren, die er beim Landesligisten hinterlässt, sind indes groß. Nachdem Palanis den SSV in der Landesliga-Abstiegssaison 2013/14 kurz vor Ende der Spielzeit übernommen hatte, folgten drei sehr erfolgreiche Jahre in der Bezirksliga, die im Wiederaufstieg in die Landesliga mündeten.

Dort etablierte sich der Aufsteiger direkt als spielstarkes Spitzenteam, das Top-Platzierungen (17/18 Platz 4, 18/19 Platz 2, 19/20 Platz 2 nach Quotientenregelung) in Serie holte. In der abgelaufenen Runde waren die Kästorfer sogar aussichtsreich im Titelrennen, bis erst Corona und dann der angesprochene Verbandstag alle Aufstiegsträume platzen ließen. Die Bilanz ist nichtsdestotrotz beeindruckend – mit dem Bezirkspokalsieg 17/18 (4:0 gegen die FSV Schöningen) als i-Tüpfelchen.

Wer diese Fußstapfen nun ausfüllen soll, ist noch offen. „Die Suche läuft – aber wir müssen uns erst noch mal wegen der Entscheidung beim Verbandstag schütteln“, erklärt Stefan Redler. Wenn die bittere Pille, die der SSV mit dem Nichtaufstieg schlucken musste, verdaut ist, wird dann „nach der besten Option gesucht. Ob es eine externe Lösung oder eine interne wird, kann ich noch nicht sagen.“

Für die Mannschaft sei die Nachricht indes erst einmal „ein Schock“, wie Führungsspieler Marius Saikowski erklärt. Schließlich habe man in den letzten Jahren etwas sehr Familiäres und Großes beim SSV aufgebaut. „Ich denke, ich kann da für die Mannschaft und den Verein sprechen, dass Georgios Palanis eine große Lücke hinterlassen wird.“

Saikowski betont auch, dass die Mannschaft gerne mit Palanis weitergearbeitet hätte, „dennoch akzeptieren wir seine Entscheidung und wünschen ihm für seine weitere Zukunft alles Gute!“ Der Spieler, der von Palanis erst zum SSV gelotst wurde, bedauert die Entscheidung auch persönlich: „Ich habe die Zusammenarbeit mit ihm sehr genossen und werde ihn vermissen. Ich hoffe jedoch, dass sich unsere Wege irgendwann noch mal kreuzen werden“, so Saikowski.

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