Gifhorns Malte Leese: Erst Torschütze, dann Pechvogel

Malte Leese bleibt vom Verletzungspech verfolgt, Gifhorns Kicker gibt es demnächst als Sticker, und die FSV schenkt den Sieg ihrem Ex-Coach.

Nur wenige Stunden lagen dazwischen: Malte Leese freute sich zunächst über sein 3:1. Später musste er verletzt vom Feld.

Nur wenige Stunden lagen dazwischen: Malte Leese freute sich zunächst über sein 3:1. Später musste er verletzt vom Feld.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

„Dieser Sieg gehört Micha“

Der Wille war ihnen deutlich anzumerken – und im Jubel über den späten, entscheidenden Treffer von Dominik Müller zum 1:0 in der Partie gegen den TuS Neudorf-Platendorf entlud sich bei den Bezirksliga-Fußballern der FSV Adenbüttel Rethen nicht nur die Freude über ihren ersten Saisonsieg. Es fühlte sich an, als fielen die Anspannung und Verunsicherung aufgrund der bisherigen Ergebnisse von den Papenteichern ab und wichen nun einem Gefühl von Dankbarkeit. „Dieser Sieg gehört Micha“, sagte Jannik Bruns anschließend. Bruns war am Sonntag erstmals als Spielertrainer der FSV geführt, nachdem unter der Woche der bisherige Trainer Michael Horst überraschend sein Amt niedergelegt hatte. „Aber er hat in den letzten Monaten den Grundstein zu diesem Erfolg gelegt“, betonte Bruns und ergänzte: „Micha hat in den letzten eineinhalb Jahren alles für die Mannschaft gegeben, genauso wie in den Jahren zuvor für die Zweite. Er hat generell viel für den Verein geleistet. Wir hatten uns vorgenommen, dieses Spiel für ihn zu gewinnen, und ich freue mich, dass es geklappt hat. Dafür hat jeder von uns alles reingehauen.“

Von einer Verletzung zur nächsten

„Wie viel Pech kann der Junge eigentlich haben?“, sagte Olaf Leese kopfschüttelnd und sprach damit über seinen Sohnemann Malte. Der Stürmer des Fußball-Oberligisten MTV Gifhorn war im Derby gegen Lupo Martini Wolfsburg erst in der 65. Minute für Cedric Schröder eingewechselt worden, erzielte acht Minuten später das entscheidende 3:1 für die Schwarz-Gelben – und musste wiederum nur fünf Minuten später verletzt ausgewechselt werden. Was war passiert? „Ich bin schon beim Absprung weggeknickt – ohne Fremdeinwirkung. Und ich habe es knacken gehört“, schilderte Malte Leese die verhängnisvolle Szene, nach der er gestützt in Richtung Kabine gebracht wurde. Der Knöchel schwoll derart an, dass Olga Meyer, die Frau von Physiotherapeut Carsten Meyer, den Angreifer direkt ins Krankenhaus fuhr – noch während die Partie lief. „Zum Glück war da nicht viel los“, sagte Leese schmunzelnd. „Der Knöchel ist wohl nicht gebrochen, aber im Gelenk ist wohl irgendwas verschoben beziehungsweise auffällig, sagt der Arzt“, berichtete der MTV-Stürmer, der am Mittwoch nun einen Termin zur MRT-Untersuchung hat. „Da stellt sich dann auch raus, ob die Bänder noch betroffen sind oder nicht. Ich habe echt die Seuche – es geht von einer Verletzung in die nächste“, sagte Malte Leese. Erst warf den 26-Jährigen nach seinem Wechsel von der SV Gifhorn im Sommer 2019 eine Leistenverletzung zurück, dann war die Achillessehne eingerissen. „Zuletzt hatte ich eine Adduktorenzerrung und war gerade wieder auf dem Weg zurück. Nun ist der Fuß an der Reihe“, meinte Gifhorns „Joker“ – kopfschüttelnd, wie sein Vater Olaf eben.

Kemnitz-Knoten geplatzt

„Am Ende haben wir die drei Punkte auch für Malte geholt“, sagte Kim Kemnitz nach dem 3:1-Derbysieg des Fußball-Oberligisten MTV Gifhorn gegen Lupo Martini. Der Innenverteidiger, der seit dem Oberliga-Aufstieg der Schwarz-Gelben im Jahr 2016 ohne Torerfolg geblieben war, hatte den Gastgebern mit einem fulminanten Volleyschuss zur 1:0-Führung den Erfolgsweg geebnet und seine persönliche Durststrecke damit beendet. „Und das mit so einem Hammer! Ich denke, jetzt ist der Knoten bei mir geplatzt“, meinte er mit einem Augenzwinkern. „Heute hat jeder für jeden Gas gegeben, alle haben ihre Aufgaben erfüllt. Das Spiel hat einfach Spaß gemacht“, betonte Kemnitz. „Die Gifhorner haben die Einstellung gehabt, die wir haben vermissen lassen – so kannst du in keinem Spiel und schon mal gar nicht in einem Derby bestehen“, betonte Lupos Offensivakteur Elvir Zverotic. Der Routinier, der im Sommer vom MTV zu den Kreuzheidern zurückgekehrt war, hatte sich im Abschlusstraining verletzt und fällt mit einem Muskelfaserriss für rund sechs Wochen aus. „Wir haben nicht unverdient gegen eine Mannschaft gewonnen, die viel Qualität hat“, erklärte MTV-Coach Michael Spies und schob nach: „Wir haben die Zweikämpfe super angenommen. Für uns war es wichtig, dass wir Dennis Dubiel – mit Ausnahme seines Freistoßtores – aus dem Spiel genommen haben.“

MTV-Kicker als Sticker(stars)

Der Tipp kam praktisch von der Tribüne: Ein weiblicher Fan der Oberliga-Fußballer des MTV Gifhorn machte Olaf Heuer, Geschäftsführer der MTV-Marketing GmbH, auf das Berliner Start-up-Unternehmen „Stickerstars“ aufmerksam, das sie im Fernsehen in der Unterhaltungsshow „Höhle der Löwen“ gesehen hatte. Die Schwarz-Gelben als Sammelalbum, das wäre doch mal was, dachte sich die Fußball-Fachfrau, griff zum Hörer, rief Olaf Heuer an – und gab damit den Startschuss für diese tolle Aktion. Vom 30. Oktober an wird es die Spieler und Mannschaften des MTV Gifhorn nun als Sticker geben – mit dem passenden Sammelalbum dazu, versteht sich. Zehn Wochen lang sind die Aufkleber bei Edeka Wede in der Gifhorner Innenstadt zu haben. „Mit Dirk Wede haben wir einen super Partner gefunden“, erklärte Heuer. Pro verkauftes Album fließen jeweils zwei Euro in die MTV-Kasse. „Es ist für alle unsere Spieler, Mitglieder und Fans eine ganz besondere Erinnerung“, schreibt der Verein im Vorwort. Zum Sammeln gibt es aber nicht nur die Oberliga-Kicker der Schwarz-Gelben, sondern auch die Talente bis in die jüngsten Jahrgangsstufen und die Funktionäre aus der Vereinsspitze. „Eine coole Idee, eine gute Aktion, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagte MTV-Kapitän Tobias Krull, der selbst als Aushängeschild für die „Stickerstars“ fungiert. „Es war schon lustig, neben dem eigenen Pappaufsteller zu stehen. Und der sieht wirklich gut aus, ist fast so groß wie ich selbst“, meinte „Krulli“ schmunzelnd: „Den würde ich später gerne für mein Büro haben.“

Das Gute im Schlechten…

Eigentlich war der letzte Mittwoch ein gebrauchter Tag für den SSV Kästorf. Anstatt auf dem Feld trainieren zu können, machten die Landesliga-Fußballer nämlich dicke Backen: Der Platz war gesperrt, stattdessen war nur eine Einheit in der Halle möglich. Doch diese eigentlich schlechte Situation nutzte der SSV wiederum sehr gut: „Wir haben viel gesprochen, über das letzte Spiel geredet“, sagte SSV-Coach Sajmir Zaimi. Schließlich gab es nach dem 1:1-Unentschieden bei Eintracht Braunschweig II auch noch Gesprächsbedarf. „Aber das hat uns noch enger zusammengeschweißt“, betonte Zaimi. Das bewies die Mannschaft dann auch am Sonntag beim Heimspiel gegen den SV Calberlah, als sie souverän mit 4:1 gewann. „Das war auf jeder Position eine tolle Leistung“, so der SSV-Coach.

Bruderduell – das reizt besonders

Die komfortable Führung in der zweiten Hälfte der Partie gegen Calberlah ermöglichte es dem SSV Kästorf auch, etwas durchzuwechseln. „Wir haben nur einen kleinen Kader – da muss jeder Spieler bereit sein, wenn wir ihn brauchen. Da ist es gut, wenn alle schon Spielpraxis gesammelt haben“, erklärte Sajmir Zaimi, Trainer des gastgebenden Fußball-Landesligisten. Ganz besonders hat er sich gefreut, dass er auch Adrian Zeqiri hat einwechseln können. „Nach der langen Verletzung mit seinem Kreuzbandriss ist das gut, wenn er sich so langsam wieder herantasten kann. Er wird für uns noch wichtig werden“, zeigte sich Zaimi überzeugt. „Gegen Calberlah ist das für ihn ja auch noch mal etwas besonderes…“ Schließlich spielt Adrian Zeqiris Bruder Ardit bei den Grün-Weißen – und „gegen den eigenen Bruder ist die Motivation besonders groß“. Und zudem trug Adrian Zeqiri selbst auch mal für ein halbes Jahr das Calberlaher Trikot…

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder