RSV Frellstedt II: Auf Umwegen in die 1. Bundesliga

Frellstedt.  Radpolo: Petra Piecha und Aurora Pohlai haben es geschafft! Das Frellstedter Duo sicherte sich als Aufstiegsrunden-Sieger den Platz in Liga 1.

Nach rund eineinhalb Jahren machte Petra Piecha (links) mit ihrer neuen Partnerin die Rückkehr in die 1. Bundesliga perfekt.

Nach rund eineinhalb Jahren machte Petra Piecha (links) mit ihrer neuen Partnerin die Rückkehr in die 1. Bundesliga perfekt.

Foto: Michael Uhmeyer / regios24

Die turbulente Fahrt auf der Gefühls-Achterbahn endet doch noch am gewünschten Ziel, und das heißt 1. Bundesliga! Aurora Pohlai und Petra Piecha, die zweite Radpolo-Mannschaft der RSV Frellstedt, erfüllten sich über den Umweg der Aufstiegsrunde doch noch ihren – zumindest für dieses Jahr – schon ad acta gelegten sportlichen Wunsch.

Die Stationen jener Achterbahnfahrt noch mal im Zeitraffer: Nachdem beide aus diversen Gründen eine Radpolo-Auszeit eingelegt hatten, schlossen sich Aurora Pohlai und ihre frühere Trainerin vor etwa einem Jahr zur neuen „Zweiten“ der RSV zusammen und starteten in der 2. Bundesliga. Das Startrecht hierfür stammte aus der Vorsaison, als Piecha aufgrund einer Verletzung nicht mehr mit ihrer langjährigen Partnerin Marina Finster antreten konnte und das Duo infolgedessen aus der 1. Bundesliga abstieg.

In dieser Saison spielten sich Pohlai und Piecha prompt an die Spitze der 2. Liga, die jedoch Corona-bedingt nach der Hinrunde ohne Wertung abgebrochen wurde. Der Traum vom Aufstieg war futsch. Dann aber zog ein Erstliga-Team seine Meldung für 2021 zurück, und der Verband entschied, interessierten Zweitliga-Teams die Chance zu bieten, für eine Aufstiegsrunde um den frei gewordenen Platz zu melden. Für das RSV-Duo tat sich damit also doch noch die Chance auf, sich ihren Wunsch zu erfüllen.

Neben Frellstedt II wollten diese auch die Zweitvertretungen des Reideburger SV, RKB Wetzlar und der RSG Ginsheim ergreifen. Das Turnier wurde kurzfristig von Ginsheim nach Darmstadt verlegt, „weil aufgrund der Corona-Zahlen im Landkreis die Halle in Ginsheim wieder dicht war“, berichtet Piecha.

„Extrem nervös“ seien sie und ihre junge Partnerin zu Beginn des Turniers gewesen. Mit dem Reideburger SV II trafen sie zum Auftakt auch noch „auf den stärksten Gegner und zugleich das einzige Team, das uns in den Punktspielen geschlagen hatte“. Insbesondere Pohlai habe befürchtet, dass sich das Geschehen aus dem Punktspiel wiederholen könnte. „Da hatte ich mit drei Abspielfehlern die Gegentore eingeleitet“, blickt Piecha selbstkritisch zurück. „Aber ich habe Aurora versichert, dass das nicht wieder passieren würde.“

Dennoch sei die Nervosität spürbar gewesen, die Frellstedterinnen gerieten mit 0:2 in Rückstand. Daraufhin wirkten Betreuer Christoph Groß und Theresa Sielemann, Teil des ersten RSV-Teams, die Pohlai und Piecha nach Darmstadt begleitet hatten, „von außen beruhigend auf uns ein. Sie haben uns hilfreiche Tipps gegeben. So haben wir unsere Aufregung in den Griff bekommen und zu unserem Spiel gefunden“, schildert Piecha. Das Duo drehte den Spielstand und fuhr einen am Ende noch sicheren 8:5-Erfolg ein, „der für den weiteren Turnierverlauf natürlich extrem wichtig war – auch für unsere Köpfe“.

Zwar lag das RSV-Team auch im folgenden Duell gegen Ginsheim schnell mit 0:1 zurück, „wir haben aber insgesamt deutlich ruhiger agiert als im Auftaktspiel, waren einfach gefestigter“, beschreibt Frellstedts Routinierin zum 4:2-Erfolg, der bei besserer Chancenverwertung locker um zwei, drei Tore höher hätte ausfallen können.

Nun war das große Ziel für Pohlai und Piecha endgültig greifbar. Es fehlte nur noch ein Punkt zum sicheren Turniersieg, und sie ließen sich von Wetzlar, beim Saisonabbruch Tabellensiebten der 2. Bundesliga und damit nominell schwächster Gegner der RSV, die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit einem ungefährdeten 5:2-Erfolg machte das Frellstedter Duo den Aufstieg ins Oberhaus perfekt.

„Natürlich sind wir total happy. Ich glaube, für Aurora wäre eine Welt zusammengebrochen, wenn wir diese unerwartete Chance jetzt nicht auch genutzt hätten“, sagt Piecha. „Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, freuen uns aber schon jetzt auf die Herausforderung in der 1. Bundesliga.“

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