27:29 im Finale schockt die Vallstedter nicht

Cuxhaven.  Beachvolleyballer Hendrik Schultze und Martin Tanger gewinnen den A-Cup+ in Cuxhaven vor mehr als 300 Zuschauern.

Hendrik Schultze (bei der Annahme) und Martin Tanger (hinten in Rot) zählen aktuell zu den Top-Duos Nordwestdeutschland. Mit ihrem Turniersieg in Cuxhaven feierten die beiden einen besonderen Erfolg.

Hendrik Schultze (bei der Annahme) und Martin Tanger (hinten in Rot) zählen aktuell zu den Top-Duos Nordwestdeutschland. Mit ihrem Turniersieg in Cuxhaven feierten die beiden einen besonderen Erfolg.

Foto: Stefan Saltzmann

Die Strandpromenade, sie stand voll und auf den beiden Tribünen im Stadion am Meer war so gut wie kein Sitzplatz mehr frei, als die Vallstedter Beachvolleyballer Hendrik Schultze und Martin Tanger das Feld betraten. Es war das Endspiel bei diesem letzten großen Turnier des Sommers, bevor am 24. August das Finale der Nordwestdeutschen Tour in Stade steigt. „Und so wie ich es gehört habe von einigen Umstehenden, haben wir denen ein wirklich attraktives Spiel geboten“, berichtet der Mittelblocker Hendrik Schultze. Und nicht nur das: Das Vallstedter Duo gewann das Endspiel in drei Sätzen uns krönte sich damit tatsächlich zum aller ersten Mal zum Sieger eines offiziellen Turniers. „Nichtmal einen B-Cup hatten wir bisher gewonnen, aber da waren wir ja auch nie so häufig. Und bei A-Cups waren wir mal Zweiter, mehr aber nicht“, erläutert Schultze nach dem Erfolg freudestrahlend.

Das Finale am Cuxhavener Nordseestrand vor mehr als 300 Zuschauern war sehr eng gestartet. Die beiden Vallstedter hatten lediglich mit 27:29 das Nachsehen, hatten in diesem Durchgang aber eigentlich alle Chancen auf den Sieg. „Am Ende war es ein Ball von mir, den der Schiedsrichter im Aus gesehen hatte. Der war aber auf der Linie“, sagt Schulze, der hinzufügt: „Aber Fehler passieren eben.“

Zuvor hatte das GW-Duo zwei Satzbälle ungenutzt gelassen und stattdessen sogar mit zwei doofen Fehlern den Gegner wieder stark gemacht. Letztlich entschieden Jelte Johanning und Maximilian Pelle den ersten Spielabschnitt für sich. Ohnehin sei der Laggenbecker Pelle so etwas wie das „Kryptonit“ der Vallstedter Beachvolleyballseele. Viel zu oft waren auch Schultze und Tanger an dem eher kleingewachsenen Spieler (1,80 Meter) und seinem eigentlichen Partner Niels Galle gescheitert und das sollte sich bei diesem abschließenden Turnier nicht wiederholen.

Eben jenen Umstand, dass Pelle mit einem neuen Partner in den Sand stieg, machten sich die Vallstedter zunutze. „Wir haben immer wieder über Jelte Johanning gespielt und somit Druck aufgebaut“, berichtet Schultze. Trotzdem entwickelte sich wieder ein Spiel auf Augenhöhe, das die Zuschauer mitriss. Erst zum Ende des zweiten Durchgangs wurde klar, dass die beiden Top-Duos auch noch einen dritten Satz zu absolvieren haben. Schultze/Tanger gewannen mit 21:18 und gingen mit Rückenwind in die entscheidende Phase.

Wieder agierten beide Teams völlig gleichwertig, zumindest bis zum 11:10 für die Vallstedter. Zwei knappe Dinger wurden zu Punkten für die beiden Regionalligaspieler aus dem Peiner Südkreis. „Einmal blieb der Ball knapp im Netz hängen, ein anderer Schlag ging ins aus“, erinnert sich Schultze. Zusammen mit seinem Spielpartner Martin Tanger ließ er sich nun nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, das Duo siegte mit 15:11. „Die Side-Out-Quote lag auf beiden Seiten bestimmt bei 70 bis 80 Prozent“, schwärmt der blonde 1,98-Meter-Hüne und erklärt: „Das heißt, dass beide Teams häufig mit dem ersten Angriff gleich nach der Aufschlagsannahme gepunktet haben.“ Besser machten es letztlich die Vallstedter, die nicht nur 204 Euro als Siegprämie mitnahmen, sondern nun in der Einzelrangliste Nordwestdeutschlands die Plätze vier und fünf einnehmen.

Sie gehören zur Elite in Niedersachsen, das zeigte in Cuxhaven auch das Spiel der ersten Runde. Da mussten die Vallstedter gar nicht antreten, weil sie bereits so viele Ranglisten-Punkte gesammelt hatten, dass sie erst im folgenden Spiel einsteigen mussten.

Durch zwei 2:1-Erfolge und einen Sieg ohne Satzverlust spielten sich Schultze und Tanger verdient in das Endspiel. „Wir haben echt gute Spiele abgeliefert und nur wenige Eigenfehler produziert“, meint Schultze. Trotz wenig Trainings zeigt die Formkurve des Duos nach oben. Genau zum richtigen Zeitpunkt, wenn in zwei Wochen das Finale in Stade ansteht.

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