Vikings bangen um ihre geliebte Beachsaison

Vallstedt.  Die Techniker-Tour der Beachvolleyball-Profis ist bereits abgesagt. Auch Turniere des Landesverbandes kann es treffen.

Oliver Wendt und weitere Vikings-Akteure hoffen auf ein Stattfinden der Turniere, sofern es die Situation zulässt.

Oliver Wendt und weitere Vikings-Akteure hoffen auf ein Stattfinden der Turniere, sofern es die Situation zulässt.

Foto: Stefan Saltzmann

In diesem Jahr wollten die Beachvolleyballer der Vikings Vallstedt/Vechelde extra früh in die Vorbereitung für den Sommer starten. Ihr Trainingsfeld in Vallstedt hatten sie gerade bespielbar hergerichtet, ehe nur einen Tag später die Meldung ins Haus flatterte, dass sämtliche Sportverbände ihren Spielbetrieb bis zum 19. April aussetzen. Zwei Tage vor diesem Datum wollten einige Akteure der Spielgemeinschaft beim Top10-Turnier in Hannover eigentlich in die Vollen gehen, werden durch die rasante Ausbreitung des Corona-Virus aber ausgebremst.

Abgesagt ist das Turnier am Steintor noch nicht, doch es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Denn die Techniker Beach-Tour, die größte ihres Sports in ganz Europa, mit dem Finale um den Deutschen Titel am Timmendorfer Strand wurde bereits ersatzlos gestrichen. „Organisatorisch steckt da noch um einiges mehr hinter, als bei den kleineren Turnieren. Die Tour kann also nicht so leicht verlegt werden“, sucht Oliver Wendt von den Vikings eine Erklärung, warum die kleinen Turniere auf Landesebene noch nicht vollends abgesagt wurden.

Bei den sogenannten D-, C- und B-Cups, seien die Teams meistens ohnehin unter sich, größtenteils ohne Zuschauer. „Es ist einfach, so etwas noch einmal kurzfristiger abzusagen“, sagt Wendt.

Doch die A-Cups und Top10-Turniere, die er, sowie die Vereinskollegen Martin Tanger, Hendrik Schultze, Bastian Ebeling und Alexander Brem spielen wollen, liegen irgendwo genau in der Mitte. Bei einigen Wettkämpfen erscheinen weniger Zuschauer, während die Turniere auf den Nordseeinseln Borkum und Norderney wahre Publikumsmagnete und für die Sportler echte Highlights sind. Laut Hendrik Schultze sei es sehr schade, dass diese auszufallen drohen: „Wir richten unser gesamtes Privatleben danach, um dort spielen zu können. Letztes Jahr habe ich meinen Geburtstag beim Beachfinale gefeiert.“

Für den Mittelblocker der Vikings sei die Enttäuschung riesig, auf einer Skala von 1 bis 10 „eine klare 12“. Für den Fall, dass die Turniere doch stattfinden, bereitet sich der großgewachsene Blondschopf dennoch vor. In seinen eigenen vier Wänden macht er viele Übungen, mithilfe seines Eigengewichts.

Sein Spielpartner im Sand, der Vikings-Angreifer Martin Tanger, sei ähnlich eingestellt, könnte aber auf sehr kuriose Weise sogar mit dem Ball in seiner Wohnung trainieren – genauer gesagt am Fenster. Vereinskollege Oliver Wendt erläutert lachend: „Wir wohnen in Braunschweig genau gegenüber.“

Das einzige Problem bei dieser Übung, sich den Ball von Fensterbrett zu Fensterbrett zuzuspielen: der zwanzig Meter weite und vier Stockwerke tiefe Abgrund hinab auf die Straße. „Pritschen und baggern wird da nicht helfen. Da müssten wir dann schon richtig zuhauen“, befürchtet Oliver Wendt, der – sollte es zu dieser Trainingsform kommen – nur hofft: „Ich will nicht der sein, der dann den Ball wieder holen muss.“ Es scheint zumindest die einzige, wenn auch aberwitzige, Möglichkeit des Balltrainings zu sein.

Das kam bei allen Vikings-Akteuren bisher zu kurz, obwohl das Feld fertig präpariert ist und sich die Sonne in den vergangenen Tagen von ihrer besten Seite gezeigt hat. „Ich habe nur im Spanien-Urlaub ein wenig gespielt“, meint Wendt, der versichert, sich danach in häusliche Quarantäne begeben zu haben.

Einen positiven Punkt könne er den nicht stattfindenden Turnieren abgewinnen. Die Pause, zwischen Hallen- und Beachzeit sei häufig zu kurz, nun können die Vikings erst einmal regenerieren. Vor allem weil ihre Saison in der Regionalliga nun endgültig beendet ist: das letzte Spiel gegen Giesen II wird nicht mehr angesetzt.

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