Wegen Corona: Kein Handball bis zum nächsten Jahr

Peine.  Peiner Trainer halten Unterbrechung des Spielbetriebs für alternativlos und loben den HVN.

Vielleicht war es der letzte Wurf vom Lafferder Lukas Bühn (rot) in einem Pflichtspiel diesen Jahres. Der Handballverband Niedersachsen setzt den Spielbetrieb aufgrund der aktuellen Corona-Lage aus.

Vielleicht war es der letzte Wurf vom Lafferder Lukas Bühn (rot) in einem Pflichtspiel diesen Jahres. Der Handballverband Niedersachsen setzt den Spielbetrieb aufgrund der aktuellen Corona-Lage aus.

Foto: Henrik Bode / regio-press

Für viele Handballmannschaften hat die neue Saison, nach der langen Spielpause noch gar nicht begonnen und schon ist sie vorerst wieder beendet. Alle Handballspiele auf Regions- und Landesebene sind, aufgrund der anhaltenden Corona-Krise, bis in den Dezember abgesagt – der Trainingsbetrieb darf vorerst weiter normal laufen. Auch Testspiele dürfen die Mannschaften machen. Damit sollen vor allem die Sportler unter dem Dach des Niedersächsischen Handballverbandes (HVN) und der Handballregion Süd-Ost Niedersachen (HRSON) geschützt werden. Vorerst setzen die Teams auf Regionsebene bis zum 1. Dezember und die Teams auf Landesebene bis zum neuen Jahr aus.

Die Oberligafrauen des MTV Vater Jahn Peine hatten das große Privileg, dass die Saison geregelt starten konnte. Dabei verlief der Start keinesfalls wie geplant. Aus drei Spielen mussten die Damen auch drei Pleiten hinnehmen. Daher kommt eine Unterbrechung der Spielzeit sogar gelegen. „Natürlich hätten wir trotzdem gerne weitergespielt, wir haben hart gearbeitet und wollten uns dafür belohnen“, berichtet Peines Trainer Marco Wittneben. Für ihn sei die Entscheidung des Niedersächsischen Handballverbandes alternativlos gewesen. „Es war aufgrund der steigenden Fallzahlen nur eine Frage der Zeit, bis eine solche Entscheidung beschlossen wird“, ahnte Wittneben schon von der Entscheidung. Das Risiko sei bei Hallensportarten besonders hoch, daher werden die Peinerinnen auch beim Fall einer zweiten Corona-Welle ins individuelle Training gehen. Man will für einen möglichen Restart bestens aufgestellt sein. „Es hat beim letzten Mal auch gut funktioniert. Leider ist es unglaublich schwer abzuschätzen, wann es es überhaupt weitergehen kann“, sagt Wittneben mit finalen Worten.

Einen ähnlich erschreckenden Start legten die Verbandsligahandballer des MTV Groß Lafferde im Herrenbereich hin. Nach drei Spieltagen haben sie die rote Laterne in der Hand und suchen nach Lösungen. „Dahingehend wird uns die Unterbrechung definitiv helfen“, berichtet Lafferdes Co-Trainer Steffen Slabon mit einem Grinsen im Gesicht. Unabhängig von der sportlich schlechten Situation der Lafferder sei die Entscheidung des HVN nachvollziehbar. „Alles ab der Oberliga ist nur Amateurbereich, da geht es nicht um so viel Geld, wie im Profibereich. Ich denke, dass versucht wird den möglichst lange aufrecht zu halten“, ist sich Slabon sicher. Genau wie der Peiner Handballerinnen wollen die Lafferder den Trainingsbetrieb möglichst lange aufrecht halten, damit sich nach einer ungewiss langen Pause aus diesem Formtief gespielt werden kann. „Die Gesundheit aller Spieler und Angehörigen geht allerdings definitiv vor.“

Anders wird es bei der Reservemannschaft der SG Zweidorf/Bortfeld-Frauen gehandhabt. Die Regionsoberligadamen haben sich mit dem Trainer, Christian Klusmann, geeinigt, dass der Trainingsbetrieb aufgrund der hohen Fallzahlen komplett auf Eis gelegt wird. „Das ist natürlich ärgerlich, aber der Wunsch der Spielerinnen steht an erster Stelle“, sagt Klusmann zum Umstieg auf das individuelle Einzeltraining. So werde die zunächst die nächsten drei Wochen trainiert – danach wird je nach neuem Corona-Stand neu entschieden. Eine Unterbrechung hält der Drachen-Coach für äußerst sinnvoll. Zudem sieht er noch kein Licht am Ende des Tunnels und erwartet dieses Jahr kein Pflichtspiel mehr zu machen. „Wir sind aber alle keine Experten, die Zahlen sprechen aber eine deutliche Sprache.“

Der Trainingsbetrieb wird auch bei den Landesligahandballern der SG Zweidorf/Bortfeld ausgesetzt – dies aber schon seit gut einer Woche. Die Fallzahlen haben es für die Drachentruppe, die erst am kommenden Wochenende in die Saison starten sollte, unmöglich gemacht. „Es gibt auch viele Spieler, die Risikopersonen in ihrem Umfeld haben. Da lässt sich so ein Kontaktsport nicht mit gutem Gewissen durchführen“, gibt SG-Coach Martin Staats seine Meinung bekannt und fügt anschließend hinzu: „Wie soll man es der Gesellschaft erklären, dass wir Handball spielen und Restaurants und kleine Läden vielleicht bald schließen müssen. Da sehe ich uns auch in der Verantwortung mit gutem Beispiel voran zu gehen.“ Zweifelsohne hätten die Drachen gerne den Ligastart gegen den TV Sehnde gespielt, aber keiner hätte das Worst-Case-Szenario riskiert.

Eine große Gefahr sieht Staats bei möglichem Ausfall des Trainings für viele Mannschaften: Die Spieler könnten sich abmelden, wenn sie wieder individuell arbeiten und dafür auch den Mitgliedsbeitrag zahlen müssen. „Bei uns werden keine Gehälter gezahlt, aber in oberen Ligen bin ich gespannt, wie sich das alles entwickeln wird“, sagt Staats abschließend.

Wann und wie der Spielbetrieb tatsächlich wiederaufgenommen wird, sei offen. HVN- Präsident Stefan Hüdepohl sagte in einer Pressemitteilung: „Kein Mensch weiß, wie sich die Pandemie weiterentwickelt.“

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