Klein, aber stolz: Bründeln feiert seinen Sportverein

Bründeln.  Sie wollten einfach einen eigenen Platz zum Fußball spielen: Aus der Unzufriedenheit entstand vor über 50 Jahren der SV Bründeln.

1975 gewannen die Herren des SV Bründeln die Meisterschaft in der 2. Peiner Kreisklasse.

1975 gewannen die Herren des SV Bründeln die Meisterschaft in der 2. Peiner Kreisklasse.

Foto: SV Bründeln

Mit kaum mehr als 150 Einwohnern gehört Bründeln zu den kleinsten Dörfern im Landkreis Peine. Und mit rund 35 Mitgliedern zählt auch der SV Bründeln zu den kleinsten.

Dass er vor 51 Jahren gegründet wurde, lag am Frust der örtlichen Fußballer. Auf ihre große Feier zum 50-Jährigen mussten sie allerdings verzichten – sie fiel der Corona-Krise zum Opfer.


1970 gründeten 23 Bründelner den Verein, da sie mit der damaligen Situation sehr unzufrieden waren. „Sie mussten für Fußballspiele immer in die umliegenden Dörfer fahren“, berichtet der Vorsitzende, Siegfried Klein.

Damals fehlte ein eigener Fußballplatz

Doch so leicht sollte das alles nicht werden: Zur sportlichen Betätigung fehlte noch ein eigener Sportplatz. Nach einigen Gesprächen mit den örtlichen Feldbesitzern wurde sich auf eine Fläche zwischen dem Grasweg und der Straße zum Bruchgraben geeinigt, etwas südlich des Ortes. Dort entstand auch das Vereinsheim, das bis heute genutzt wird.

Mit circa 35 Mitgliedern, Stand März 2020, zählt der Sportverein zu den kleinsten im gesamten Landkreis Peine. Darauf sei man aber auch stolz und trete dieser Gegebenheit offen entgegen.

Zu Anfangszeiten diente eine Garage als Umkleidekabine

In den Anfangszeiten des Sportplatzes gab es keine Toiletten, Duschen oder Umkleidekabinen. Um zu duschen und sich frisch zu machen, gingen die gegnerischen Spielern einfach mit zu den Heimspielern nach Hause. „In der heutigen Zeit, mit Corona, wäre wäre ein solcher Zustand undenkbar!“, sagt Klein. Als Umkleidekabine diente zeitweise eine Garage in der Nähe.

Aber durch die Initiative einiger Mitglieder entstanden in den Folgejahren bald Duschanlagen und Umkleiden. Und auch an die Zuschauer der Spiele, ab der Spielzeit 1972/73 gab es Heimspiele in Bründeln, wurde gedacht: „Ein Schuppen wurde dann in eine Bratwurstbude zur kulinarischen Versorgung umgebaut“, so Klein.

2001 kam die Damen-Tanzgruppe hinzu - die Herrenmannschaft wich

Mit den ersten fußballerischen Erfolge kamen immer mehr Spieler zum noch jungen Verein. In der Saison 1975 gewannen die Herren die Meisterschaft in der 2. Peiner Kreisklasse. Ende der 1990er-Jahre wurde das zwischenzeitlich gebaute Vereinsheim erweitert und modernisiert. Sehr zur Freude der örtlichen Damen-Tanzgruppe, die 2001 in den Sportverein integriert wurde.

Mittlerweile träumt man beim SVB nur noch von den Anfangserfolgen mit dem runden Leder, seit einigen Jahren hat der Verein keine eigene Herrenmannschaft mehr. Dies werde sich in der nahen Zukunft auch nicht mehr ändern. „Wir haben auch keine Seniorenmannschaft. Dort stand mal eine eigene Truppe in Planung, die ist aber derzeit nicht umsetzbar“, berichtet der Fußballobmann Matthias Ansorge.

Lediglich der Jugendbereich ist beim Bründelner Verein noch vertreten: So gibt es eine Spielgemeinschaft mit der SG Clauen/Soßmar und dem TuS Bierbergen. „Eine eigene Mannschaft ist auch hier, leider, undenkbar“, so Ansorge. Dafür sei die Ortschaft zu klein und der Konkurrenzdruck von außerhalb sei zu groß: „Mit dem TSV Hohenhameln und dem VfB Peine haben wir große Vereine in der unmittelbaren Umgebung. Da gehen die meisten jungen Spieler hin.“

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