Leere Hände, aber stolzer Blick

Wolfenbüttel.  Die Herzöge ärgern den Tabellenführer drei Viertel lang, doch dann geht dem Rumpfkader die Puste aus.

Moritz Bothe (am Ball) brachte unheimlich viel Energie ins Team und sorgte für ständige Korbgefahr. Hier setzt er sich gegen 2-Meter-Mann Marc Alexander Nagpora durch.

Moritz Bothe (am Ball) brachte unheimlich viel Energie ins Team und sorgte für ständige Korbgefahr. Hier setzt er sich gegen 2-Meter-Mann Marc Alexander Nagpora durch.

Foto: Olaf Hahn

Im dritten Heimspiel der Saison setzte es für Aufsteiger Wolfenbüttel die zweite erwartete Niederlage. In der 1. Regionalliga verloren die Herzöge am Landeshuter Platz mit 68:82 (22:20, 21:20, 14:17, 11:25). Gegen Titelaspirant MTB Hannover-Langenhagen blieb es aber überraschend lange spannend, denn erst im Schlussviertel ging der Truppe von Trainer Thorsten Weinhold die Puste aus.

Das war nun schon die zweite Niederlage innerhalb einer Woche, die die Gastgeber hoch erhobenen Hauptes quittieren durften. Wie schon beim 89:93 nach Verlängerung in Bramsche, sprang zwar nichts Zählbares für die Tabelle heraus. Doch blieben erfreuliche Erkenntnisse für die Seele – und wenn nicht für die Spieler, dann doch für die Fans, die der jungen Mannschaft noch Minuten nach dem Ende stehend applaudierten.

Das war schon stark, wie der Aufsteiger dem Tabellenführer 35. Minuten lang den Schneid abkaufte. Die ersten drei MTB-Angriffe fingen die Herzöge gleich mal ab und versenkten das Leder lieber selbst im gegnerischen Korb. Und wer da an ein Strohfeuer glaubte, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Rasanter Tempobasketball auf Augenhöhe sorgte für ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Und hätten die Herzöge ihre schön herausgespielten freien Würfe nur mit durchschnittlicher Quote getroffen, so wären sie auf und davon gewesen.

So aber blieb Hannover dran und auch ziemlich cool. MTB spielen mit der Lizenz, die sie den Herzögen 2019 nach deren Pro B-Abstieg abgekauft haben. Und sie reisten mit Ex-Herzöge-Trainer Benny Travnizek und Ex-Herzöge-Spieler Sam Mpacko an. Im Kader steckt viel Geld und viel Qualität – das Team aus der Landeshauptstadt will unbedingt in die Pro B aufsteigen.

Da reichte es nicht, dass Marc Aniol für Wolfenbüttel ein bärenstarkes Spiel an den Brettern ablieferte und dass Moritz Bothe nach seiner Erkrankung wieder viel Energie lieferte. Bothe schied mit fünf Fouls aus und hinterließ in dem personell arg gebeutelten Team eine weitere Lücke. Der verletzte Center Oliver Hahn wurde schmerzlich vermisst. Und: Hannover gelang es als erster Mannschaft, Keith Hayes nahezu komplett vom Spiel abzuschneiden.

Herzöge:

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