U17-Nationalspielerin Kusian wechselt zum VfL

Wolfsburg.  Die 17-jährige Vorsfelderin konzentriert sich mehr auf die Schule – und steigt nun bei den Wolfsburger Oberliga-Handballerinnen wieder ein.

Das Vorsfelder Top-Talent Maraike Kusian wirf in Zukunft ihre Tore für die Oberliga-Handballerinnen des VfL Wolfsburg.

Das Vorsfelder Top-Talent Maraike Kusian wirf in Zukunft ihre Tore für die Oberliga-Handballerinnen des VfL Wolfsburg.

Foto: Privat

Das ist ein echter Transfer-Coup: Der VfL Wolfsburg vermeldet mit Maraike Kusian einen Neuzugang, der alle anderen in den Schatten stellt. Die Jugendnationalspielerin aus Vorsfelde war zuletzt kürzergetreten, steigt nun aber nach Jahren beim TV Hannover-Badenstedt in der Handball-Oberliga wieder ein. Beim VfL findet die 17-Jährige ein ruhigeres Umfeld vor als bei Drittligist Badenstedt.

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, da feierte Kusian mit der Teilnahme an der U17-EM einen besonderen Erfolg. 19 Tore erzielte die gebürtige Wolfsburgerin für Deutschland, immerhin Platz 7 sprang in Slowenien heraus. Auch im Verein lief es für Kusian: Trotz ihres jungen Alters war die Linkshänderin fester Bestandteil bei Drittligist Badenstedt. Für den VfL Oldenburg war Kusian in der A-Jugend-Bundesliga am Ball.

Mehr über Maraike Kusian: Handball-Talent Kusian ist auf dem Sprung nach oben

Fokus voll auf Handball – „das kann überlasten“

Die Kehrseite: Bis zu elf Trainingseinheiten pro Woche und zwei Ligaspiele an den Wochenenden – es blieb wenig Zeit für die Schule. Das Leben im Hannoveraner Internat drehte sich für Kusian allein um den Handball. „Das Pensum kann eine junge Spielerin überlasten“, weiß VfL-Coach Oliver Bült.

Kusian gelangte im Frühjahr an den Punkt, an dem es zu viel wurde. Die 17-Jährige entschied sich, den Fokus auf die schulische Ausbildung zu legen und nach Wolfsburg zurückzukehren. Mit dem Handball setzte die Vorsfelderin komplett aus. Weder in Badenstedt noch in Oldenburg war sie noch aktiv.

VfL ließ sich Zeit und bekam nun den Zuschlag

Als vereinslose Jugendnationalspielerin weckte Kusian natürlich das Interesse verschiedener Klubs. Auch an Wolfsburgs Coach Bült wurde der Vorschlag herangetragen, sich um Kusian zu bemühen. „Ich wollte Maraike aber Zeit geben, sie erstmal in Ruhe lassen. Die Entscheidung, im Handball weniger zu machen, zeugt von Reife und war sicher durchdacht“, erklärt Bült. Irgendwann stellte der VfL dann aber doch den Kontakt her, teilte Kusian mit, sie könne in Wolfsburg locker einsteigen.

VfL-Sportchef Jens Wöhner traf sich mehrmals mit Gunnar Kusian, dem Vater der Rechtsaußen. Am Samstag kam die Zusage: Kusian steigt beim VfL ein, feiert ihr Comeback nach Monaten ohne Handball. „Wir sind superfroh. Maraike ist eine echte Verstärkung“, betont Bült. „Sie war schon beim Training und passt perfekt ins Team.“ Nun arbeiten die Wolfsburger daran, dass das Talent schon am kommenden Sonntag (17 Uhr) im Oberliga-Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim zum Einsatz kommen darf. „Wir haben den Pass beantragt“, berichtet Bült.

Mehr über die Handballerinnen des VfL:

25-26 – VfL-Frauen starten Aufholjagd zu spät

Erste Eindrücke wecken hohe Erwartungen beim VfL Wolfsburg

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder