8:1 gegen Augsburg – VfL Wolfsburg ballert sich nach Europa

Wolfsburg.  Mit dem höchsten Sieg in seiner Bundesliga-Geschichte zieht der VfL direkt in die Gruppenphase der Europa League ein.

Fanmarsch der Fans des VfL Wolfsburg vor dem Spiel gegen Augsburg

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Am 21. Mai 2018 hatte der VfL Wolfsburg bei Holstein Kiel seine Bundeliga-Zugehörigkeit erst in der Relegation gesichert. Am 18. Mai 2019 um 17:22 haben die Grün-Weißen ihre Rückkehr in den Europapokal klargemacht. Am letzten Spieltag spielte sich das Team zum Abschied von Trainer Bruno Labbadia gegen den FC Augsburg in einen Rausch, besiegte den FCA mit 8:1 (3:0), feierte den höchsten Bundesliga-Sieg seit dem 07. November 1998 (5:0 bei Hannover 96) und beendet die Saison als Tabellensechster und ist damit direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert.

Viele Abschiede beim VfL Wolfsburg

Große Emotionen gab es schon vor dem Anpfiff: Zum einen gab es zahlreiche Abschiede. Den größten Applaus gab’s für Labbadia, der seinen Vertrag nicht verlängert hat und für den zur neuen Saison Oliver Glasner übernimmt. Zu Beginn seiner Amtszeit im Februar 2018 hatte Labbadia noch einen schweren Stand bei den Fans gehabt, am Samstagnachmittag skandierten sie seinen Namen.

Zudem wurden die Spieler Sebastian Jung, Paul Verhaegh, die Co-Trainer Eddy Sözer, Olaf Janßen und Günter Kern, Videoanalyst Thomas Frahndl, Physiotherapeut Jörg Drill und Busfahrer Guido Vicinotti verabschiedet.

Guilavogui bleibt bis 2023 beim VfL Wolfsburg

Augenblicke später wurde es wieder laut. Denn der Klub verkündete ebenfalls noch vor dem Anpfiff die Vertragsverlängerung von Josuha Guilavogui bis 2023 . Der Kapitän war fürs Augsburg-Spiel gesperrt, verfolgte die Reaktionen der Fans und die Partie direkt in der Nordkurve. „Ich bin sehr glücklich, weiter hier beim VfL zu spielen. Ich fühle mich dem Klub, der Region und den Fans sehr verbunden und habe große Lust darauf, den positiven Trend dieser Saison fortzusetzen“, so der 28-Jährige in der Pressemitteilung des Klubs. Zuvor hatte es der Kapitän offengelassen, ob er bleibt, wenn der VfL nicht in den Europapokal einzieht, nun hatte er sich aber doch schon vor der Partie zu den Grün-Weißen bekannt.

Weghorst trifft in der 21. Minute

Und seine Mitspieler enttäuschten ihren Kapitän im letzten Saisonspiel nicht. Die Wolfsburger hatten die Partie gegen den FCA mit Labbadia-Vorgänger Martin Schmidt von der ersten Minute an unter Kontrolle und spielten zielstrebig Richtung Augsburger Tor. Nach 21 Minuten war es Weghorst, der sein Team mit der Führung belohnte.

Weil Torwart Gregor Kobel den Ball nicht festhielt, stibitzte ihn der Niederländer, nahm ihn an und schoss ihn aus der Drehung ins Tor. Nach einer Flanke von Admir Mehmedi von links stahl sich erneut Weghorst am zweiten Pfosten davon und traf zum 2:0 (37.). Als kurz darauf Ersatzkapitän Robin Knoche nach einer Ecke von Maximilian Arnold das 3:0 köpfte (41.), war den Wolfsburgern die Teilnahme am Europapokal nicht mehr zu nehmen.

VfL Wolfsburg spielte sich in einen Tor-Rausch

Genug hatte der VfL an diesem Jubel-Tag allerdings noch lange nicht. Vielmehr spielte er sich nach der Halbzeit komplett in einen Rausch. Weghorst legte auf Vorlage von Elvis Rexhbecaj seinen dritten Treffer nach – dem niederländischen Angreifer gelang an diesem letzten Spieltag einfach alles – sein Schuss auf den kurzen Pfosten prallte von diesem ins Tor (55.).

Nachdem Yannick Gerhardt dann kurz darauf ebenfalls den Pfosten traf, knallte Daniel Ginczek den Ball ins verwaiste Tor (57.). Und wieder nur drei Minuten später nutzte Rexhbecaj per Direktabnahme aus 16 Metern eine starke Vorarbeit von Jérôme Roussillon und machte das halbe Dutzend voll. Schmidts Augsburger hatten sich nunmehr komplett in ihr Schicksal ergeben. Einen hatten aber auch sie noch. Julian Schieber erzielte in der 82. Minute den Ehrentreffer.

Der VfL ist zurück in Europa

Am Sieg der Grün-Weißen änderte das freilich nichts mehr. Im Gegenteil: Der eingewechselte Josip Brekalo stellte auf Vorlage von Weghorst in der 85. Minute den alten Abstand wieder her, es stand 7:1 – und damit feierte Labbadia zum Abschied den höchsten Heimsieg der Bundesliga-Geschichte. Mit 7:1 hatte der VfL im November 1998 gegen Gladbach gewonnen. Doch weil Augsburgs Kevin Danso noch ins eigene Tor traf (89.), war es ein geschichtsträchtiger Treffer. Dann war Schluss, die Fans hatten da schon lange gefeiert, sangen „Oh, wie ist das schön...“ Der VfL ist zurück in Europa

VfL Wolfsburg: Pervan – William, Knoche, Tisserand, Roussillon (69. Brekalo) – Arnold – Gerhardt, Rexhbecaj (80. Klaus)– Mehmedi (56. Malli) – Ginczek, Weghorst.

FC Augsburg: Kobel – Asta, Gouweleeuw (46. Danso), Oxford, Schmid – Janker (46. Moravek), Baier – Hahn, Gregoritsch, Richter – Ji (60. Schieber).

Tore: 1:0 Weghorst (21.), 2:0 Weghorst (37.), 3:0 Knoche (41.), 4:0 Weghorst (55.), 5:0 Ginczek (57.), 6:0 Rexhbecaj (60.), 6:1 Schieber (82.), 7:1 Brekalo (85.), 8:1 Danso (89./Eigentor).

Gelbe Karten: ¬¬- / Hahn, Asta.

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin).

Zuschauer: 24.486 in der VW-Arena.

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