Brekalo: Entwarnung und Abgang?

Wolfsburg  Der Kroate fällt bei der U21-EM vorerst aus. Ein Vereinswechsel ist ein Thema. 15 Millionen Euro ruft der VfL mindestens auf. Kommt Philipp?

Josip Brekalo.

Josip Brekalo.

Foto: Pressefoto Rudel/Robin Rudelvia www.imago-images.de / imago images / Sportfoto Rudel

Entwarnung bei Josip Brekalo: „Glück gehabt. Es ist nicht besonders dramatisch“, sagt VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Der 20 Jahre alte Flügelspieler des Wolfsburger Bundesligisten hatte sich am Dienstag beim U21-Europameisterschaftsspiel der Kroaten gegen Rumänien (1:4) am Knie verletzt und war schon in der Anfangsphase ausgewechselt worden. Noch am Abend war ein MRT gemacht worden, die Diagnose folgte am Mittwoch – und die ließ sowohl Brekalo, das U21-Team Kroatiens als auch den VfL aufatmen: eine leichte Sehnenverletzung im linken Knie. „Wir müssen abwarten. Es kann sein, dass er in zwei, drei Tagen schon wieder trainieren kann“, sagt Schmadtke.

Glück im Unglück für Brekalo, der das hochwertige Kontinental-Turnier der Junioren nutzen wollte, um sich von seiner besseren Seite zu zeigen. Und um sich für einen Wechsel interessant zu machen ? Nach Informationen unserer Zeitung arbeitet der Berater des 20-Jährigen im Hintergrund intensiv an einem Transfer. „Bisher“, sagt Schmadtke, „gibt es noch keine Anfragen für ihn.“

Im Ausland soll es jedoch einige bisher noch lose Interessenten für den Kroaten geben. Der VfL-Geschäftsführer hält viel von dem 20-Jährigen. „Josip ist ein hochtalentierter Spieler.“ Allerdings schiebt Schmadtke einem möglichen Wechsel keinen Riegel vor. „Er war zuletzt nicht besonders happy, was ich auch verstehen kann. Er braucht ein Umfeld, in dem er sich wohlfühlt. Wenn er dieses Gefühl hat, kann er seine Leistung auch konstant abrufen.“

Beim VfL allerdings war er in dieser Saison nach einem guten Start später nur noch sporadisch zum Einsatz gekommen. Daher denkt er an einen Wechsel. Schmadtke: „Wenn es eine Veränderung geben soll, müssen alle Seiten damit zufrieden sein.“ Heißt: Legt ein Interessent eine vernünftige Summe auf den Tisch, darf Brekalo gehen. Es heißt, mindestens 15 eher 20 Millionen Euro müssten fließen, damit der VfL den Kroaten abgibt. Neben der Ablöse – 2016 hatte Ex-Ex-Manager Klaus Allofs rund 10 Millionen Euro für den damals 18-Jährigen an Dinamo Zagreb gezahlt – würden die Wolfsburger das nicht unerhebliche Gehalt einsparen. Ex-Manager Olaf Rebbe hatte Brekalo im Vorjahr noch eine saftige Lohnerhöhung verpasst.

Das Geld könnte der VfL gleich in neue Beine investieren. Schon seit Wochen kursiert beim VfL der Name Maximilian Philipp. Der 25-Jährige steht bei Borussia Dortmund unter Vertrag, doch der Vizemeister hat mit Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach und Julian Brandt von Bayer Leverkusen bereits zwei hochkarätige Neuzugänge präsentiert, die Philipp den Weg in die BVB-Startelf versperren dürften.

Der in der Offensive flexibel einsetzbare Berliner soll einem Wechsel daher ganz und gar nicht abgeneigt sein. Beim VfL wird die Personalie heiß diskutiert. Aber: Bevor ein Spieler der Kategorie Philipp oder FC Kopenhagens Torschützenkönig Robert Skov (23), der ebenfalls gehandelt wird, kommen kann, muss Geld freiwerden. Brekalo könnte den Weg dafür freimachen.

Am Freitagabend spielen Brekalos Kroaten bei der U21-EM gegen Frankreich schon wieder. Gewinnen sie das Duell nicht, sind sie bereits ausgeschieden, dann verabschiedet sich der Wolfsburger in den Urlaub. Ob er danach zum VfL zurückkehrt, ist unklar. Zuletzt hat er seinen Berater gewechselt. Nun wird er von Fali Ramadani betreut, dem beste Verbindungen nach Portugal und Italien nachgesagt werden.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder