VfL Wolfsburg: Kapitän Guilavogui fühlt sich gesegnet

Wolfsburg.  Der Franzose des VfL Wolfsburg blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Seinen Urlaub verbringt er in Guinea.

Hat gut lachen: Für Josuha Guilavogui war's ein erfolgreiches Jahr 2019. Seinen Urlaub verbrachte er in Guinea, wo er mit seiner Familie ein Waisenhaus aufbaute.

Hat gut lachen: Für Josuha Guilavogui war's ein erfolgreiches Jahr 2019. Seinen Urlaub verbrachte er in Guinea, wo er mit seiner Familie ein Waisenhaus aufbaute.

Foto: Darius Simka / regios24

Der Kapitän kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken – für ihn persönlich, aber auch für seinen VfL Wolfsburg. Josuha Guilavogui ist beim Fußball-Bundesligisten eigentlich nicht mehr wegzudenken, auf wie neben dem Platz. In sportlicher Hinsicht ist der Franzose nahezu unantastbar, kein anderer Grün-Weißer absolvierte so viele Spielminuten in der ersten Saisonhälfte. Doch eine Sache ist dabei auf der Strecke geblieben…

Guilavogui ist einer von nur sechs Feldspielern ligaweit, die keine Minute in der Bundesliga verpasst haben. Die anderen fünf sind jedoch allesamt Abwehrspieler. Der Wolfsburger hingegen ist im Mittelfeld zu Hause, aber er hat ein Manko: die fehlende Torgefahr. Wenn man den 29-Jährigen darauf anspricht, gibt er sich auch schuldbewusst. Immerhin 17 Mal schoss er in der Hinrunde aufs gegnerische Tor – vergeblich. In der Hinserie 2018/19 hatte Guilavogui in sechs Begegnungen (den Rest verpasste er verletzt) nur dreimal aufs Tor geschossen, jedoch zwei Treffer erzielt.

Dafür hat er sich in einer anderen Kategorie gesteigert. Der VfL-Kapitän gewann 56 Prozent der Zweikämpfe, die er führte. In der Vorsaison waren es nur 49 Prozent gewesen. Doch Guilavoguis Wert für die Wolfsburger ist nicht allein an Zahlen ablesbar. Der Franzose ist ein geborener Anführer. Deshalb war es im Sommer, als Oliver Glasner auf Bruno Labbadia als VfL-Coach folgte, auch keine Frage, dass Guilavogui die Kapitänsbinde behält. „Ich habe den Eindruck, dass er es hervorragend macht“, erklärte Glasner bereits nach kurzer Zeit in Wolfsburg. „Er wird in der Mannschaft akzeptiert und ist ein absoluter Leader in der Kabine und auch auf dem Fußballplatz.“

Das besondere Wesen Guilavoguis zeigt sich auch in der Urlaubszeit. Während fast alle seiner Teamkollegen die Zeit nutzten, um nach einem anstrengenden Jahr auch mal die Füße hochzulegen, tat der 29-Jährige Gutes. Er flog nach Guinea, wo die Wurzeln seiner Familie liegen. Gemeinsam mit seinen Angehörigen hat der Profi in der Hauptstadt Conakry (1,6 Millionen Einwohner) ein Waisenhaus aufgebaut. Mit dabei hatte er viele Geschenke. Bilder von dem Besuch lud er bei Instagram hoch, sie zeigen fröhliche und vergnügte Kinder – und einen VfL-Kapitän, der ebenfalls vor Freude übers ganze Gesicht strahlt. „Ich bin gesegnet, mit meinen Kindern hier zu sein. Das ist unser erstes gemeinsames Weihnachtsfest, und ich freue mich, ihnen das zurückzugeben, was Gott mir gibt“, erklärt Guilavogui, der selbst Vater von zwei Kindern ist.

Ein bisschen Entspannung gönnt er sich aber auch. Silvester wird im Emirat Dubai gefeiert, wo er auf den einen oder anderen seiner Mitspieler treffen könnte. Am 3. Januar beginnt der Alltag dann wieder mit dem Trainingsauftakt in Wolfsburg, tags darauf geht’s ins Trainingslager nach Portugal. Dort wollen Guilavogui und Co. die Grundlagen für eine erfolgreiche Rückrunde legen. Denn die Grün-Weißen haben Ziele. „Für mich gibt es gar nichts Schöneres, als international zu spielen“, sagt der Kapitän.

In der Europa League müssen die Wolfsburger in der Zwischenrunde bei Malmö FF in Schweden ran, in der Liga müssen sie einige Plätze aufholen, um auch kommende Saison international wieder vertreten zu sein. Das ist Guilavoguis großes Ziel für 2020 – unter anderem. „Europa-Quali und kein Rassismus“ steht auf einem Schild, das der 29-Jährige fürs VfL-Magazin in die Kamera gehalten hat.

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