Pongracic ist da: Schlager hilft beim Ankommen

Wolfsburg.  Der neue Innenverteidiger hat in Wolfsburg bis 2024 unterschrieben, schon mit der Mannschaft trainiert, wird aber wohl noch kein Thema für Köln.

Kennen sich schon aus gemeinsamen Tagen in Salzburg: VfL-Winterzugang Marin Pongracic (rechts) und Xaver Schlager, der dem neuen Teamkollegen in Wolfsburg beim Eingewöhnen hilft.

Kennen sich schon aus gemeinsamen Tagen in Salzburg: VfL-Winterzugang Marin Pongracic (rechts) und Xaver Schlager, der dem neuen Teamkollegen in Wolfsburg beim Eingewöhnen hilft.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Um 11.29 Uhr betrat Marin Pongracic, der neue Innenverteidiger des VfL, erstmals mit seinen neuen Teamkollegen den Wolfsburger Trainingsplatz. Eineinhalb Stunden zuvor hatte der Klub den Transfer des in Landshut geborenen Kroaten erst als perfekt gemeldet. Pongracic unterschrieb bei den Grün-Weißen ein Arbeitspapier bis 2024. Für die Dienste des 22-Jährigen hat der VfL dem Vernehmen nach 10 Millionen Euro Ablöse hingeblättert. Aus dem Team kümmert sich der Königstransfer des Sommers um den Wolfsburger Königstransfer des Winters: sein ehemaliger RB-Kollege Xaver Schlager.

Gemeinsam mit dem Österreicher bestritt Pongracic den Weg vom VfL-Center auf den Platz hinter dem AOK-Stadion,immer wieder standen die beiden zwischen den Übungen zusammen, absolvierten auch gemeinsam Torschüsse. Ganz klar: Schlager ist für die ersten Tage der Ansprechpartner Nummer 1 des Kroaten, der in Wolfsburg erst einmal ankommen soll. Den Journalisten wird Pongracic erst in einigen Tagen Rede und Antwort stehen. Neben dem defensiven Mittelfeldspieler kennt die neue Nummer 22 des VfL auch noch Offensivdribbler Josip Brekalo, mit dem er zweimal für die kroatische U21 auf dem Platz stand.

Schlager sagt: „Sicherlich sage ich ihm mal, was die grundlegenden Dinge sind, wo er was findet, um sich zurechtzufinden.“ Aber, so betont der defensive Mittelfeldspieler: „Ich denke, jeder Spieler ist hilfsbereit und steht zur Verfügung, wenn er etwas braucht.“ Aber die beiden verstanden sich schon in Salzburg gut, der Österreicher berichtet über Pokerrunden mit seinem neuen alten Teamkollegen. „Wir waren beide nicht gut, der Glücklichere hat gewonnen“, meint Schlager, der im Vorfeld schon für einen Wechsel nach Wolfsburg warb. „Er hat mich mal angerufen, sich erkundigt, wie es ist. Ich habe es ihm ehrlich gesagt, aber auch, dass er es entscheiden muss.“ Dass die Entscheidung Pongracics nun pro VfL ausgefallen ist, freut Schlager aber ungemein, ohne zu sehr auf die Qualitäten des Neuen eingehen zu wollen: „Ich weiß, wie er spielt, und ich freue mich darauf, ihn spielen zu sehen.“

Das wird allerdings ein wenig dauern: Die Winterpause in Österreich ist länger, den RB-Trainingsauftakt hatte Pongracic am Sonntag schon verpasst, die Einheit am Mittwoch war für ihn die erste im neuen Jahr. Dass Oliver Glasner ihn für den Rückrunden-Auftakt in Köln schon aufstellt, ist auch nach dem ersten Trainingseindruck – Pongracic übte zwischendurch auch mal allein im athletischen Bereich – unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass der Innenverteidiger am Sonntagvormittag (11 Uhr) im nichtöffentlichen Test gegen Zweitligist Hannover 96 mitwirken darf.

Via Klubmitteilung sagte der 22-Jährige: „Besser hätte das neue Jahr für mich persönlich nicht starten können.“ Pongracic weiter: „Ich freue mich auf die Herausforderung und die deutsche Bundesliga. Der VfL ist ein ambitionierter Verein mit hohen Ansprüchen, bei dem ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen will.“ Schlager ist überzeugt, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis sich die VfL-Fans an den Qualitäten des Neuen erfreuen können: „Es ist nicht ein so großer Schritt von Salzburg in die deutsche Bundesliga. Ich mache mir da gar keine Sorgen.“

Auch Marcel Schäfer ist natürlich überzeugt von dem 1,90 Meter großen Rechtsfuß: „Er ist schnell und stark in der Spieleröffnung. Dazu hat er durch seine Zeit in Salzburg trotz seines jungen Alters schon einiges an Erfahrung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene vorzuweisen.“ Der VfL-Sportdirektor weiter: „Mit Marin erhöht sich unsere Variabilität in der Innenverteidigung noch einmal deutlich.“ Schlager pflichtet bei: „Er ist ein sehr angenehmer Typ und eine sehr gute Verstärkung für uns.“

Es wird interessant zu sehen sein, wie die Innenverteidiger-Konkurrenten auf die Verstärkung reagieren. Der VfL hat jetzt fünf Kandidaten für zwei Plätze – unwahrscheinlich, dass das bis zum Ende der Winter-Transferperiode so bleibt. Das im Sommer ablösefreie Eigengewächs Robin Knoche befindet sich zwar in Vertragsverhandlungen mit dem VfL, doch vor allem aus Italien soll es Interessenten an einer Verpflichtung geben. Er selbst betonte, dass es auf die sportliche Perspektive ankomme. Die dürfte auch der in der Hinrunde plötzlich wieder gefragte Jeffrey Bruma in Wolfsburg weiter schwinden sehen und für sich die Schlüsse daraus ziehen. Zumal die Verantwortlichen im Winter mit Sicherheit nicht 10 Millionen Euro hinblättern, um Pongracic auf der Bank schmoren zu lassen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder