Läuft’s für den VfL Wolfsburg als Außenseiter besser?

Wolfsburg.  Für den VfL Wolfsburg ist 1899 Hoffenheim der stärkste Gegner in der bisherigen Rückrunde in der Fußball-Bundesliga.

Längerer Austausch: Zu Wochenbeginn ging VfL-Trainer Oliver Glasner (links) mit seiner Mannschaft in Klausur - damit es am Samstag in Sinsheim gegen Hoffenheim wieder besser läuft.

Längerer Austausch: Zu Wochenbeginn ging VfL-Trainer Oliver Glasner (links) mit seiner Mannschaft in Klausur - damit es am Samstag in Sinsheim gegen Hoffenheim wieder besser läuft.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Köln, Hertha BSC, Paderborn, Düsseldorf: Bisher hat der VfL Wolfsburg in diesem Jahr nur gegen Teams gespielt, die in der Tabelle der Fußball-Bundesliga hinter ihm stehen. Dass dabei lediglich vier Punkte heraussprangen, macht nicht gerade Mut für die anstehenden Aufgaben – und die nächste lautet 1899 Hoffenheim. Die Gastgeber der Partie am Samstag ab 15.30 Uhr stehen in der Tabelle drei Plätze vor den Grün-Weißen. Liegt ihnen die Außenseiterrolle besser?

Darauf dürften auch die 500 Anhänger hoffen, die ihr Team in den Kraichgau begleiten. Die zurückliegenden Auftritte haben für reichlich Unmut in ihren Reihen gesorgt. Sie offenbarten, dass die Wolfsburger ein Problem damit haben, wenn sie mit dem Ball das Spiel machen müssen. Bis auf das Heimspiel gegen Düsseldorf (1:1), in dem das Team von Trainer Oliver Glasner fast eine Halbzeit lang in Unterzahl war, hatte es immer mehr Ballbesitz als der Gegner. Spitzenwert sind die 55,93 Prozent aus der Partie gegen Hertha BSC (1:2). Gegen Hoffenheim dürfte das anders aussehen.

Denn die TSG hat selbst den Anspruch, das Spiel zu gestalten. „Ich erwarte zwei Teams, die sich nichts schenken und nach vorn spielen werden“, sagt Glasner. Offensiver Fußball und Spektakel haben ohnehin Tradition in diesem Duell. Oft waren es spannende Partien. Dazu die passende Statistik: In 19 der bisherigen 24 Pflichtspielen gegeneinander fielen drei oder mehr Treffer. Beide Teams haben zudem ein fast ausgeglichenes Verhältnis von Toren und Gegentoren.

Die Hoffenheimer gehen jedoch nicht allein deshalb als Favorit ins Spiel, weil sie in der Tabelle vor dem VfL stehen. Sie machen ein gefestigten Eindruck, die Spieler haben die Philosophie von Alfred Schreuder, der wie Glasner in Wolfsburg seinen Job im Sommer antrat, viel schneller adaptiert. Sie gewannen in der Hinrunde in München, und waren beim 3:4 im Pokal-Achtelfinale Anfang Februar knapp dran, ein zweites Mal den FC Bayern in dessen eigenem Stadion zu schlagen. „Sie haben gute Fußballer in der Truppe, spielen einen gepflegten Ball“, lobt Glasner die 1899er.

Aber die Kraichgauer haben auch Schwächen. Kein Team aus der oberen Tabellenhälfte hat mehr Gegentore schlucken müssen (32). „Sie bieten den Gegnern auch Räume an“, weiß der VfL-Coach. Aber die müssen dann auch genutzt werden. Damit hatten die Wolfsburger zuletzt so ihre Probleme. Vor allem in der Offensive wirkten die Aktionen wenig durchdacht, so dass viele Angriffe verpufften.

Zu Wochenbeginn gab es daher eine längere Besprechung, die von den Beteiligten sicher niemand freiwillig als Krisentreffen bezeichnen würde. Doch es kamen dabei einige Themen auf den Tisch, der Auftritt vor allem in der ersten Hälfte gegen Düsseldorf hatte für Ärger gesorgt – intern wie extern. „Wir haben uns intensiv ausgetauscht“, erklärt Glasner, der es dabei aber belassen will: „Es bleibt in unseren vier Wänden, welche Schlüsse wir daraus gezogen haben.“ Die Spieler jedenfalls seien „sehr, sehr selbstkritisch“ gewesen und man habe „gemeinsam“ versucht, eine Lösung zu finden. Allerdings: Viel schönzureden gab es für die Profis auch nicht.

Ob es die richtigen Schlüsse waren, wird die Partie in Sinsheim zeigen, denn Hoffenheim ist der bislang stärkste Gegner in diesem Jahr für den VfL. „Jetzt geht’s darum, nach vorn zu blicken“, so Glasner, „und gegen einen guten Gegner an die Leistungsgrenze zu gehen.“ Und vielleicht gelingt das als Außenseiter ja leichter.

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