Erst in der Ferne erkannte André Voigt seine echte Fan-Liebe

Wolfsburg.  Wir sind die Fans des VfL Wolfsburg: Heute kommentiert der Basketball-Experte beim Fanradio des Klubs.

André Voigt.

André Voigt.

Foto: Privat

Der eine kennt den VfL Wolfsburg schon, als noch am Elsterweg vor 1000 Leuten gespielt wurde, der andere entdeckte den Klub später. Der eine begleitet ihn zu jedem Spiel, der andere drückt lieber aus der Heimat die Daumen. Aber sie alle eint die Liebe zu ihrem Verein. In einer Serie stellen wir Fans der Grün-Weißen vor, die ihr Leben in besonderem Maße mit dem VfL verknüpfen. Heute geht’s um André Voigt.

Voigt ist gar kein Fußballer. Er ist Basketballer. Und über diesen Sport zum VfL gekommen. Er trat dem Klub im Jugendalter bei und spielte mit den Wolfsburgern im Amateurbereich. An einem Sommertag stieg ein Streetball-Turnier am Nordkopf. Voigt stand im Finale. „Und vom Rand aus schaute Siggi Reich zu. Das fand ich stark“, erzählt der Wolfsburger.

Reich war damals, Anfang der 1990er Jahre, noch aktiver Kicker. „Damit war er mein erstes Idol“, sagt Voigt, der zu der Zeit aber noch von einem anderen Klub schwärmte. „Der 1. FC Köln mit Pierre Littbarski, Thomas Häßler und Co. stand ganz hoch bei mir im Kurs.“ Dann kam Reich am Nordkopf dazu. Und außerdem stand für den Basketballer ein Umzug an.

Voigt ging Ende der 1990er Jahre zum Studieren an die deutsche Sporthochschule nach Köln. Im Rheinland spürte der Wolfsburger, wie sehr er seine Heimat vermisste – und wie sehr ihm auch sein Klub fehlte. „Spätestens dann war es um mich geschehen.“ Allerdings nervte das klassische Problem des Studenten: Das Geld war knapp. Also wurde es für ihn schwieriger, die Spiele des VfL live zu verfolgen. Pay-TV war teuer genau so wie die Reisen in die Heimat. Wenn der Klub aber im Westen spielte, war er oft dabei. „Ich war in Köln, in Duisburg, in Bochum, auch in Frankfurt.“

Die Liebe zum Fußball und zum VfL blieb über die Distanz erhalten. Wenngleich sie zu der Zeit schon lange Konkurrenz hatte. Denn Voigt ist einer der Basketball-Experten, hat ein Fachmagazin und kommentiert bei „Dazn“ Spiele der NBA. Doch Voigt bekommt beide Sportarten unter einen Hut. Beim VfL ist er seit Monaten beruflich ganz nah dran als Teil des „Wölfe-Radios“. Voigt kommentiert die Partien für jene, die es nicht ins Stadion geschafft haben.

Gekleidet ist er dabei zumeist im VfL-Trikot, hinten steht aber kein Spielername drauf. Warum? „Ich habe mir seit 1998 jedes Trikot gekauft. Das letzte Mal, dass ich einen Spielernamen drauf hatte, war bei Andres D’Alessandro. Doch weil es mit ihm so eine unschöne Trennung gab, habe ich entschieden: Ich lasse mir lieber meinen Namen aufs Trikot drucken. Denn der Voigt“, sagt er über sich selbst, „bleibt dem Klub für immer treu.“

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