Weghorst macht den Unterschied: Er hat es doch gesagt

Wolfsburg.  Der Mittelstürmer des VfL Wolfsburg lobt Jérôme Roussillon, findet aber auch kritische Worte für den Auftritt in der zweiten Hälfte gegen Werder.

Ein Traumtor: Wout Weghorst erzielt das 4:3 für den VfL Wolfsburg.

Ein Traumtor: Wout Weghorst erzielt das 4:3 für den VfL Wolfsburg.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Wohl auch dann, wenn die VW-Arena gefüllt gewesen wäre mit laut jubelnden Zuschauern, wären Wout Weghorsts Worte unüberhörbar gewesen. „Ja, man. Ich habe es doch gesagt. Ich habe es doch gesagt“, schrie der VfL-Mittelstürmer nach seinem Treffer zum 4:3 in der 76. Minute gegen Werder Bremen.

Als der 28 Jahre alte Niederländer eine gute halbe Stunde nach seinem Tor und dem 5:3-Sieg am Dazn-Mikrofon stand, war ihm die Freude über seinen Doppelpack ins Gesicht geschrieben. Weghorst erklärte: „Es war ein ganz wunderschöner Abend. Für mich persönlich, aber auch für die Mannschaft.“ Hinter seinem lauten Jubel-Ruf steckte die Vorahnung eines Mitspielers: Tim Siersleben. „Tim hatte mir vor dem Spiel gesagt, dass ich ein Tor erzielen werde. Aber ich habe ihm geantwortet: Nein, Tim. Ich mache zwei.“ Er hat es doch gesagt.

Aber nicht nur wegen dieser Anekdote war Weghorsts Ausspruch richtig. Denn der 1,97 Meter lange Mittelstürmer hatte im Interview mit unserer Zeitung im Oktober von sich selbst gefordert, mehr Tore mit dem Kopf zu erzielen. „Ich habe extrem hart daran gearbeitet“, sagt der Niederländer, der schon beim 2:0-Erfolg auf Schalke einen Treffer per Kopf erzielt hatte. „Da habe ich angefangen, jetzt geht es weiter“, sagt Weghorst grinsend.

Der Stürmer hebt seinen Vorlagengeber heraus: Jérôme Roussillon. „Das war eine super Flanke. So wünscht man sich das als Stürmer. Denn dann gibt es nur noch eins: den Ball reinzuköpfen“, sagt Weghorst.

Dass Roussillon nach seiner starken Flanke von der linken Seite auf die Knie sank, als er Weghorsts Ball im Bremer Tor sah, hat ebenfalls einen Hintergrund. Der 27 Jahre alte Franzose hatte unter der Woche erklärt, wie er mit seiner schwachen zweiten Saison im Wolfsburger Trikot gelitten hatte. Er sprach von vielen negativen Gedanken, die ihn durchs Vorjahr begleitet hatten, in dem er keineswegs an die hervorragenden Leistungen aus seinem Premieren-Jahr anknüpfen konnte.

Aber: „Ich fühle mich stärker“, hatte Roussillon unter der Woche betont – der Auftritt gegen Bremen am Freitagabend gab ihm Recht. Und die tolle Vorlage zu Weghorsts Kopfballtor dürfte sein angeknackstes Selbstvertrauen weiter stabilisieren. Roussillon hatte acht Vorlagen in der gesamten Saison von sich gefordert. Eine ehrgeizige Marke, die er nun mit seinem ersten Assist in dieser Spielzeit in Angriff genommen hat.

Stärker als Roussillon steht aber weiterhin Weghorst im Scheinwerferlicht. Der Niederländer hatte allerdings nicht nur ein Grinsen im Gesicht, sondern fand auch kritische Worte. „Unser Auftritt in der zweiten Hälfte war nicht gut, fand ich. Wir waren zu passiv. Aber am Ende war es ein super Sieg für uns.“

Nach der atemberaubenden Partie stehen die Wolfsburger auf dem 5. Rang der Tabelle. Nächste Woche treffen sie auf Kellerkind Köln. Gibt es da das nächste Kopfball-Tor Weghorsts? Er hat es doch gesagt.

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