Bialek sorgt beim VfL Wolfsburg gleich für zwei Premieren

Wolfsburg.  Der junge Pole erzielte beim 5:3 gegen Werder das erste Jokertor des VfL Wolfsburg. Der Konkurrenzkampf tobt – und nicht alle können gewinnen.

Der Ball ist drin, der Premieren-Torschütze dreht ab: Bartosz Bialek erzielte beim 5:3-Sieg gegen Bremen am Freitag sein erstes Bundesliga-Tor für den VfL Wolfsburg. 

Der Ball ist drin, der Premieren-Torschütze dreht ab: Bartosz Bialek erzielte beim 5:3-Sieg gegen Bremen am Freitag sein erstes Bundesliga-Tor für den VfL Wolfsburg. 

Foto: Darius Simka / regios24

Lässt man die Nachspielzeit außen vor und geht nur von der offiziellen Spielzeit aus, dann hat Bartosz Bialek elf Minuten für sein erstes Bundesliga-Tor benötigt. Beim 5:3-Spektakel am Freitagabend gegen Werder Bremen hatte der junge Pole quasi mit dem Abpfiff den Schlusspunkt gesetzt. Doch nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für den VfL Wolfsburg war der Treffer eine Premiere.

Denn es war das erste Jokertor in dieser Bundesliga-Saison für die Grün-Weißen – und vorbereitet wurde es von Joao Victor , der ebenfalls kurz zuvor erst eingewechselt worden war. Der Brasilianer legte in Werders Strafraum mit Übersicht quer, und Bialek schob den Ball über die Linie. Sehr zur Freude ihres Trainers. „Das ist das, was du dir immer wünscht: dass du von der Bank frische Spieler bringst und sie dem Spiel einen entscheidenden Impuls geben“, sagt Oliver Glasner . Gegen Bremen hat das nun zum ersten Mal in dieser Spielzeit so funktioniert.

Dingert verhindert Bialeks erstes Tor

Bereits in der 82. Minute hatte der Joker den Ball ins Tor befördert. Doch Schiedsrichter Christian Dingert wollte zuvor eine unfaire Aktion Bialeks gesehen haben und gab den Treffer nicht. Doch dieser war nur aufgeschoben. In der Nachspielzeit belohnte sich der 19-Jährige dann. „Es freut mich sehr für ihn, dass er getroffen hat“, sagt Glasner. Der Pole, der vor der Saison für 5 Millionen Euro von Zaglebie Lubin kam, war in den Spielen zuvor bei Hertha BSC und auf Schalke lediglich für eine Minute ins Spiel gekommen. Gegen Werder waren es nun schon neun – und prompt traf der Neuzugang.

Der VfL-Coach hält große Stücke auf Bialek, der in den Trainingseinheiten durch seine Kaltschnäuzigkeit im Abschluss überzeugt. Bekommt er den Ball vor dem Tor ordentlich serviert, ist dieser meist auch drin. Eine Qualität, die dem VfL in Zukunft sicher helfen wird. „Bartosz ist ein unglaublich positiver Junge mit viel Talent “, lobt Glasner den jungen Stürmer.

Ginczek ist erst einmal hinten dran

Des einen Freud ist des anderen Leid: Durch Bialeks forsche Entwicklung spitzt sich der Konkurrenzkampf in der VfL-Offensive weiter zu. Beim System mit einer Spitze führt aktuell kein Weg an Wout Weghorst vorbei . Ersatz Nummer 1, falls der Niederländer mal ausfällt oder ausgewechselt wird, oder auch dessen Nebenmann, wenn der VfL wie in der Schlussphase gegen Bremen auf zwei Spitzen setzt, scheint nun Bialek zu sein. Besonders bitter ist das für Daniel Ginczek . Der 29-Jährige war zuletzt mit Rückenproblemen ausgefallen – und der 19-jährige Pole zog in der Zeit vorbei.

Auch Mbabu und William müssen sich strecken

Doch nicht nur vorn tobt der Konkurrenzkampf. Wenn alle fit sind, gilt dies für nahezu alle Positionen. Besonders die Rolle des rechten Verteidigers wird in Zukunft hart umkämpft. Neuzugang Ridle Baku hat sich dort mit starken Auftritten festgespielt . Doch mit Kevin Mbabu ist der vorherige Platzhirsch nach seiner Muskelverletzung auch wieder einsatzbereit. Und William klopft nach seinem Kreuzbandriss ebenfalls wieder an. „Für mich als Trainer“, sagt Glasner, „ist das super. Wir haben auf jeder Position harten Konkurrenzkampf, das stichelt die Jungs zu Höchstleistungen an.“

Glasner muss auch moderieren

Der VfL-Coach wird hier und da jedoch auch als Moderator gefragt sein. Denn spielen will jeder. Doch für Ginczek, Mbabu und Co. gilt es nun, sich über die Trainingseinheiten anzubieten. Dort müssen sie zeigen, dass sie besser sind als der Konkurrent. „Die lange Verletzten müssen jetzt jede Einheit nutzen “, erklärt Glasner, der aber glaubt, dass das nicht zu Problemen im Teamgefüge führen wird. Denn: „ Ich bin sehr begeistert von der Einstellung jedes Spielers.“

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