Für VfL-Trainer Glasner stellt sich die Sinnfrage nicht

Wolfsburg.  Der Coach des VfL Wolfsburg zweifelt nicht an der Richtigkeit des Spielbetriebs. Er sagt: „Das ist die Herausforderung unserer Zeit.“

Stellt sich nicht die Sinnfrage: Für Oliver Glasner, den Trainer des VfL Wolfsburg, ist die Corona-Pandemie die "Herausforderung unserer Zeit".

Stellt sich nicht die Sinnfrage: Für Oliver Glasner, den Trainer des VfL Wolfsburg, ist die Corona-Pandemie die "Herausforderung unserer Zeit".

Foto: Simka/regios24

Seit März vergangenen Jahres beschäftigt die Corona-Pandemie die Menschen weltweit und damit auch den Fußball. Die Bundesligisten sind in der glücklichen Situation, spielen zu können, während das gesellschaftliche Leben um sie herum nahezu heruntergefahren wurde. Seit Mai, als der Spielbetrieb nach zwei Monaten Pause wieder aufgenommen wurde, befinden sich auch die Profis des VfL Wolfsburg in einer Blase. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es jedoch immer wieder zu Ansteckungen. Für Oliver Glasner, den Trainer der Grün-Weißen, ist das allein jedoch kein Grund, nun alles in Frage zu stellen.

Erst in dieser Woche hat die Deutsche Fußball-Liga ein Schreiben an alle 36 Profiklubs verschickt, wie der „Kicker“ berichtet. Darin riefen DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und DFL-Direktor Ansgar Schwenken die Angeschriebenen zu erhöhter Aufmerksamkeit auf und erinnerten sie an die strikte Einhaltung des vereinbarten Hygienekonzepts. „Die aus der Covid-19-Pandemie resultierenden Rahmenbedingungen zur Durchführung des Spielbetriebs erfordern weiterhin höchste Aufmerksamkeit und Disziplin“, soll es darin unter anderem heißen.

Beim VfL infizierten sich neun Profis

Doch trotz aller Bemühungen, die die Bundesligisten auf sich nehmen, kommt es immer wieder zu Infektionen in ihren Reihen. Der VfL ist besonders gebeutelt. Gleich neun Profis erkrankten bereits an Corona. Und nicht alle steckten die Infektion locker weg. Renato Steffen klagte noch Monaten nach seiner Infektion über Probleme beim Atmen. Marin Pongracic hatte zuletzt ebenfalls Schwierigkeiten beim Luftholen, musste beim 2:2 in Berlin am vergangenen Wochenende deshalb vorzeitig vom Platz. Doch am Samstag (15.30 Uhr) gegen RB Leipzig soll er wieder dabei sein.

Spieler werden an Hygieneregeln erinnert

„Wir haben eine große Fürsorgepflicht für unsere Spieler, beobachten das ständig“, sagt Glasner, der zugibt, sich in einer kleinen „Zwickmühle“ zu befinden. Schließlich wolle er als Trainer immer möglichst jeden Spieler zur Verfügung haben. „Aber an oberster Stelle steht die Gesundheit jedes Einzelnen“, erklärt der 46-Jährige. Um das Risiko zu minimieren, weisen er und sein Trainerteam die Spieler auch immer wieder auf die Einhaltung des Hygienekonzepts hin. Denn: „Wir werden fast täglich getestet, das gibt vielleicht das Gefühl, dass nichts passieren kann.“

In England und Italien sind die Probleme größer

Doch das kann es eben doch, wie die Ansteckungszahlen zeigen. Dabei ist die Bundesliga bisher noch ganz durch den Winter gekommen. In der englischen Premier League und auch in der italienischen Serie A mussten Spiele verlegt werden, weil es zu viele Infektionen bei einem der Teams gab. Davor ist, das wissen die Verantwortlichen, auch die Bundesliga nicht zu 100 Prozent gefeilt. Dennoch hat Glasner keine Zweifel daran, dass es vernünftig ist, den Ball rollen zu lassen. „Für mich stellt sich nicht die Sinnfrage“, sagt der Österreicher. „Das ist einfach die Herausforderung unserer Zeit.“

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