Ewa Pajor hat beim VfL den Sprung geschafft

Wolfsburg  Der jungen polnischen Fußballerin ist für Wolfsburg in der Bundesliga der Durchbruch geglückt. Nun ist sie heiß aufs Double.

Auf Händen getragen: Ewa Pajor (mit Nilla Fischer) hat sich in der Rückrunde stark in den Vordergrund gespielt.

Foto: regios24/Darius Simka

Auf Händen getragen: Ewa Pajor (mit Nilla Fischer) hat sich in der Rückrunde stark in den Vordergrund gespielt. Foto: regios24/Darius Simka

Als der VfL Wolfsburg im Januar die Vertragsverlängerung von Ewa Pajor bekanntgegeben hat, da war es für viele Außenstehende vermutlich eher eine Randnotiz. In den wichtigen Spielen hatte die 20-jährige Polin noch keine große Rolle gespielt, häufig hatte die Offensivspielerin Einsätze in der Reserve bekommen. Doch seit dem Winter-Trainingslager hat sich einiges geändert: Pajor ist so richtig im Bundesliga-Team des neuen Meisters angekommen und hat großen Anteil am Titel. Und sie hätte es auch, wenn den Grün-Weißen am 27. Mai mit dem Sieg im Pokalfinale in Köln das Double gelingen sollte.

In ihrem ersten Jahr hatte das polnische Sturmtalent lediglich Jokereinsätze unter Coach Ralf Kellermann. Es wurden im Laufe der aktuellen Saison immer mehr – und Pajor zahlte das in sie gesteckte Vertrauen mit wichtigen Toren zurück: Mit dem 2:1 in der Verlängerung des Pokal-Halbfinals in Freiburg. Mit dem 2:1 im für die Meisterschaft vorentscheidenden Spiel gegen Essen.

Über ihre ersten anderthalb Jahre beim VfL sagt sie jetzt: „Als ich nach Wolfsburg kam, wusste ich, dass ich viel arbeiten muss, um in der 1. Bundesliga zu spielen.“ Doch dann die Wende zu Beginn der Rückserie. Pajor: „Mit dem Jahreswechsel wurde meine Arbeit dann belohnt. Ich bin in der Verfassung, Bundesliga zu spielen und fühle mich sehr gut und stark.“

So verdrängte die junge Polin auch die deutsche Nationalspielerin Alex Popp aus dem Angriff. Um nicht auf Popp verzichten zu müssen, stellte Kellermann sie auf die Sechser-Position. Über Pajor sagt der Coach: „Sie ist unsere schnellste Spielerin.“ Und aktuell hat sie einen guten Tor-Lauf, traf seit März fünfmal in der Liga und eben im Pokal in Freiburg. Doch die 20-Jährige bleibt bescheiden, sagt: „Ich freue mich, dass ich die Chance bekommen habe, zu spielen. Ich mache immer alles, um der Mannschaft zu helfen. Auf die Tore arbeitet immer das ganze Team hin.“

Am Sonntag nach der Partie gegen Jena gibt’s den ersten Lohn – die Meisterschale. Die Angreiferin sagt: „Das ist ein tolles Gefühl. Wir haben das letztes Spiel in Wolfsburg, wir können die Meisterschaft mit unseren Fans feiern, das ist einfach prima.“ Ein wenig weiter geht ihr Blick auch schon, die große Party soll mit dem Team in Köln steigen – mit dem Pokalsieg. Pajor meint: „Wir haben großen Respekt vor Sand, aber wir tun alles, damit der Pokal nach Wolfsburg kommt!“ In der jetzigen Verfassung wäre es keine Überraschung, wenn Pajor den VfL mit weiteren Treffern auch zum Double ballert.

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