Keime in Wurst: Drei Todesfälle durch Institut bestätigt

Korbach/Twistetal.  Wegen Keimen in Wurst des Herstellers Wilke sind mehrere Menschen gestorben. Nun werden immer mehr Fälle von Infektionen bekannt.

Der Sitz des Wurstherstellers Wilke im hessischen Twistetal.

Der Sitz des Wurstherstellers Wilke im hessischen Twistetal.

Foto: Uwe Zucchi / dpa

Der Skandal um keimbelastete Lebensmittel nimmt immer größere Ausmaße an. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind seit dem Jahr 2014 insgesamt 37 Menschen in Deutschland an Listeriose erkrankt. Verwirrung gab es in den vergangenen Tagen um die Anzahl der Todesfälle.

Drei Personen aus Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen mussten „direkt oder indirekt“ ihr Leben wegen Listeriose lassen. Sie hatten sich durch Produkte von Wilke infiziert. Die Erkrankten waren zwischen 31 und 91 Jahre alt.

Keime in Lebensmitteln: Angesteckt in Krankenhäusern und Altersheimen

Bei den drei Todesfällen vermutet das RKI, dass sich die Erkrankten über Lebensmittel in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern, Reha-Kliniken oder Altersheimen angesteckt haben. Die Wissenschaftler ordnen den Listeriose-Ausbruch in ihrem Bericht einem „nicht näher benannten Betrieb aus Hessen“ zu. Dies geht aus dem Bulletin des Instituts hervor, der der Verbraucherorganisation Foodwatch vorliegt.

Außerdem liegen dem RKI mittlerweile Berichte zu zwei Todesfällen aus Hessen vor, bei denen die Opfer zwar Listeriose hatten, aber die Infektion nicht die Todesursache ist, wie eine Sprecherin weiter erklärte. Gleiches gilt für drei weitere Patienten aus Nordrhein-Westfalen. Diese Todesfälle waren bisher nicht in der Veröffentlichung des RKI aufgetaucht und hatten Verwirrung verursacht. Sie zählen demnach nicht zu den drei Opfern aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, die als direkt oder indirekt an Listeriose verstorben gezählt werden.

Gegen den Geschäftsführer der Firma Wilke ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht. Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert per Gerichtsverfahren die Herausgabe der Kundenliste von Wilke, um Verbraucher darüber aufzuklären, in welchen Wursttheken oder Märkten die Produkte zu finden sind. Am Freitag scheiterte die Organisation jedoch mit einem Eilantrag. Foodwatch habe keinen Anspruch auf die Informationen – die zudem den Behörden gar nicht vorlägen, so die Richter des Verwaltungsgerichtes Kassel.

Auch in Niedersachsen erkrankten drei Menschen, sie sind zwischen 50 und 90 Jahre alt. Bei ihnen ist ein Keim gefunden worden, der genetisch eng verwandt ist mit den Listerien, die in den Wilke-Waren nachgewiesen wurden. Zwei der Patienten sind tot. Einer starb an einer anderen Erkrankung, bei der zweiten Person habe nicht ermittelt werden können, ob die Listeriose-Erkrankung die Todesursache war, teilten die Behörden mit.

Wilke-Wurst mit Listerien verseucht – das Wichtigste in Kürze:

  • In Wurstwaren der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren in Twistetal-Berndorf sind gefährliche Keime, sogenannte Listerien, nachgewiesen worden
  • Die Waren werden mit mindestens zwei Todesfällen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht
  • Der Betrieb wurde geschlossen, der Hersteller beantragte die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens
  • Die Organisation Foodwatch wirft Wilke und den Behörden „schwere Versäumnisse“ beim Krisenmanagement vor
  • Offenbar lagen Wochen zwischen der ersten Info von belasteter Ware und Stilllegung der Produktion
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Keime in Wilke-Wurst: Wurde Ministerium in Hessen schon im August gewarnt?

Verbraucherschützer und Ermittler versuchen indes unermüdlich, Ursachen und Ausmaß des Skandals ans Licht zu bringen. Eine offene Frage: Wusste das hessische Umweltministerium bereits seit dem 12. August von dem Listerien-Verdacht beim Wursthersteller Wilke? Und wenn ja: Warum herrschte bei dem Produzenten offenbar erst acht Tage später Klarheit? Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert derweil Aufklärung und droht sogar mit rechtlichen Schritten.

Laut Foodwatch wurde erst am 20. August der für die Kontrolle der Firma Wilke zuständige Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie das Regierungspräsidium Kassel über die Fälle informiert.

Die Verbraucherorganisation fordert weitere Informationen zu dem Fall. „Wir wollen wissen, was den Behörden bisher über die Verkaufs- und Abgabestellen der zurückgerufenen Wilke-Produkte bekannt ist“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. Die Ware des Fleischproduzenten aus Twistetal-Berndorf sei schließlich auch undeklariert in Restaurants, Kantinen oder an Wursttheken in in den Verkauf gegangen.

„Aus unserer Sicht offen ist zudem, ob Wilke auch an die Lebensmittelindustrie zur Weiterverarbeitung geliefert hat.“ Wenn weitere relevante Informationen nicht öffentlich gemacht werden, will Foodwatch ein Gericht einschalten. „Der entsprechende Antrag ist in der finalen Abstimmung.“

Der Keim-Skandal beim Wursthersteller Wilke – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Keime in Wurstwaren der Firma Wilke: Was wird zurückgerufen?

„Alle im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse mit sämtlichen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdaten“ hat die Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren zurückgerufen. Die betroffenen Waren seien durch das ovale Kennzeichen „DE EV 203 EG“ eindeutig zu identifizieren, hieß es in einer Mitteilung. Die Artikel könnten gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. Der Rückruf wurde am 2. Oktober veröffentlicht.

Allerdings wurde die Wurst offenbar auch in loser Form, also ohne gekennzeichnete Verpackung, auf den Markt gebracht, zum Beispiel an Wursttheken oder in Kantinen. Dort sind die Wilke-Produkte nicht zu erkennen, hier müssen sich Verbraucher auf den Betreiber verlassen. Das Land Hessen empfiehlt Kunden, bei Zweifeln gezielt nachzufragen.

Warum wird die Wurst von Wilke zurückgerufen?

In Wilke-Wurst wurden Listerien (Listeria monocytogenes) nachgewiesen. Behörden bringen zwei Todesfälle in Südhessen damit in Verbindung. Sie wurden vom Robert-Koch-Institut (RKI) untersucht. Auch 37 Krankheitsfälle sollen im Zusammenhang den Keimen in der Wurst stehen.

Die Keime wurden einem Bericht der „Hessischen-Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) zufolge in Pizzasalami und Brühwurstaufschnitt gefunden.

Was sind Listerien?

Listerien sind in der Natur häufig vorkommende Bakterien.

  • Nur sehr wenige Menschen, die sie aufnehmen, erkranken an der sogenannten Listeriose.
  • Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder
  • nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen mit Durchfall und Fieber.

Gefährlich, sogar lebensgefährlich ist die Infektion für Menschen mit geschwächten Abwehrkräften:

  • Neugeborene,
  • alte Menschen,
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen,
  • Transplantierte und
  • Schwangere.

Bei ihnen und bei Ungeborenen kann Listeriose zum Tod führen. Die Zahl der Erkrankungen schwankt pro Jahr zwischen 300 und 600 Fällen in Deutschland. Im Durchschnitt enden sieben Prozent tödlich. Die Listeriose gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen mit der höchsten Sterberate.

• Mehr zum Thema: Woher Listerien kommen – und warum sie gefährlich sind.

Auch in Spanien gab es in diesem Sommer einen Listeriose-Ausbruch. Mindestens vier Tote und 216 Infizierte sollen nach Behördenangaben gezählt worden sein und sieben Schwangere ihre ungeborenen Babys verloren haben. In Dänemark hatten sich Ende 2013, Anfang 2014 zudem 20 Menschen mit Listerien infiziert, zwölf starben an den Folgen.

Wie sind die Behörden auf Wilke aufmerksam geworden?

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) waren bundesweit Patienten aufgefallen, die an Listeriose erkrankt waren und deren Erkrankung vermutlich auf eine gemeinsame Infektionsursache zurückzuführen ist. Das Institut hatte seine Informationen daraufhin den Lebensmittelbehörden für Ermittlungen zur Verfügung gestellt.

Nach Angaben des Landkreises Waldeck-Frankenberg sei man nach den beiden Todesfällen in Südhessen zu dem Schluss gekommen, dass „ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Verzehr von Wurstprodukten besteht“, sagte ein Sprecher des Kreises Waldeck-Frankenberg.

Das bestätigte eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Todesfälle mit Wilke-Produkten in Zusammenhang stünden, liege laut dem RKI-Gutachten bei 99,6 Prozent.

Gibt es rechtliche Konsequenzen wegen der Todesfälle?

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen den Geschäftsführer des Wurstherstellers Wilke ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Die Waren der Firma werden mit mindestens zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Die Ermittlungen liefen auch wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen Lebensmittelrecht, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Kassel.

Wilke-Skandal: Wie kamen die Listerien in die Wurst?

Zunächst gab es keine Erkenntnisse, woher die Keime in den Wurstwaren stammen. Spezialisten der Regierungspräsidien Kassel und Darmstadt hatten im Betrieb nach der Quelle gesucht. In Verdacht standen die Schneidemaschinen der Firma, wo erneut Keime nachgewiesen werden konnten. Das war offenbar auch der Grund für die Schließung.

Deren Bericht der Experten sei fertig und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg zugeleitet worden, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt am Montag.

Diese Lebensmittel werden am häufigsten zurückgerufen

Unter welchen Markennamen ist Wilke-Wurst verkauft worden?

Tagelang herrschte Verwirrung darüber, wie breit Wurst des Fleischherstellers Wilke in den Umlauf gebracht worden war. Auch eine detaillierte Liste mit allen betroffenen Produkten gab es zunächst nicht. Nun ist klar: Es sind deutlich mehr, als zunächst angenommen – und längst nicht alle tragen den Namen Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren. Hier finden Sie eine Liste mit den 1100 betroffenen Produkten. Darunter auch vegane und vegetarische Lebensmittel.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg als Aufsichtsbehörde hatte am 2. Oktober, dem Tag des Rückrufes, erklärt, es gebe keine Wilke-Waren unter anderem Namen. Daher sei keine Liste der Produkte nötig, die weltweit zurückgerufen werden. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte das scharf kritisiert. Das Umweltministerium hatte eine Markenliste publiziert – allerdings enthielt die bei weitem nicht alle Produkte.

Der Großhändler Metro etwa teilte mit, dass unter den aussortierten Wilke-Produkten auch Metro-Eigenmarken gewesen seien, die nicht den Namen Wilke trugen, sondern unter der Marke „Aro“ vertrieben wurden. Metro betonte, auf eigene Initiative tätig geworden zu sein. Bereits am Mittwoch habe man vor Eintreffen des Rückrufs alle Wilke-Produkte aus den Regalen genommen und die Kunden direkt informiert.

Wo sind die Wurst- und Fleischwaren von Wilke verkauft worden?

Wilke-Produkte sind bundesweit im Umlauf, auch ins Ausland lieferte das Unternehmen. Wie das Verbraucherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen mitteilte, seien allein in NRW in 48 der 53 Kreise und kreisfreien Städte Unternehmen bekannt, die Wilke-Produkte bezogen hätten. Die deutschlandweiten Ausmaße sind noch unklar.

Nordrhein-Westfalen kündigte an, in Folge des Skandals die vorsorglichen Kontrollen zu verstärken. „Wir werden Schwerpunkt-Kontrollen bei den Unternehmen machen, die schon aufgefallen sind“, kündigte NRW-Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Montag in Düsseldorf an. Noch in dieser Woche sollten die genauen Kunden- und Abnahmelisten über das Landesumweltamt veröffentlicht werden, kündigte sie an.

Auch der Möbel-Konzern Ikea ist betroffen. Über einen Großhändler hat die schwedische Möbelhauskette Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von Wilke erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns. Damit wurden entsprechende Angaben von der Verbraucherorganisation Foodwatch bestätigt.

Ikea war nach eigenen Angaben am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke informiert worden. „Aus diesem Grund haben wir als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt“, sagte die Sprecherin. Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

Obwohl alle Produkte zurückgerufen worden waren, sollen Patienten einer Kölner Klinik weiter Wilke-Wurst vorgesetzt bekommen haben.

Nach Foodwatch-Informationen hat die Einrichtung „UniReha“ des Universitätsklinikums Köln noch am 3. Oktober vom Rückruf betroffene Wurst zum Frühstück serviert – einen Tag nach dem Rückruf. Für die Essensausgabe ist nach Kenntnis von Foodwatch nicht das Uniklinikum, sondern ein Caterer verantwortlich.

Das Universitätsklinikum räumte einen Fehler bei der Tochtergesellschaft ein. „Aufgrund der Kurzfristigkeit und des Zeitpunktes der Information ist es im Zusammenhang mit unserer Tochtergesellschaft UniReha zu einem Fehler innerhalb der Speisenversorgung gekommen, so dass einigen Reha-Patienten dennoch Wurstware der Firma Wilke angeboten worden ist“, hieß es in einer Stellungnahme der Uniklinik Köln.

Wie haben die Behörden im Wilke-Skandal reagiert?

Schon Anfang des Jahres waren die Behörden auf die Firma Wilke aufmerksam geworden. Nach Listerien-Funden in Hamburg und Baden-Württemberg sollen Verunreinigungen in dem Betrieb gefunden worden sein – eine Grundreinigung wurde veranlasst. Dennoch habe man auch anschließend wiederholt Verunreinigungen in Produkten der Firma Wilke gefunden.

Zuständige Behörden hatten zuerst wegen der Listerien-verseuchten Wilke-Wurst keine Notwendigkeit gesehen, alle belieferten Betriebe transparent zu machen. Den Angaben des hessischen Umweltministeriums zufolge haben den Behörden auch spätestens am 26. August 2019 „Lieferlisten über belieferte Händler der Firma Wilke“ vorgelegen.

Foodwatch rief Betroffene auf, sich zu melden. Dies gelte für weitere Erkrankte ebenso wie für Angehörige: Die Organisation wolle ergründen, ob in dem konkreten Fall Unternehmen und Behörden auch wirklich alles getan hätten, „um Erkrankungen zu vermeiden und die Menschen zu warnen“, hieß es.

Warum erfolgte der Rückruf so spät?

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert die Zeitverzögerung von aus ihrer Sicht rund sieben Wochen scharf. Der Fall Wilke zeige exemplarisch, was in der Lebensmittelüberwachung in Deutschland strukturell schieflaufe, sagt Foodwatch-Sprecher Andreas Winkler unserer Redaktion.

So sei die Lebens­mittelüberwachung auf kommunaler Ebene organisiert. Hier könne es Interessenskonflikte zwischen Wirtschaftsförderung, Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen einerseits und Verbraucherschutz an­dererseits geben. „Zudem sind viele Kon­trollbehörden überlastet und kämpfen mit Personalmangel“, meint Winkler. Auch fehle die Transparenz in der Lebensmittelüberwachung in Deutschland.

Das Bundesernährungsministerium verteidigt wiederum die Arbeit der Kon­trollbehörden. „Dass der Betrieb in Hessen von den zuständigen Überwachungsbehörden identifiziert werden konnte, die Betriebsschließung verfügt und ein Produktrückruf eingeleitet wurde, ist entscheidend“, sagte ein Sprecher von Ministerin Julia Klöckner (CDU) unserer Redaktion. „Die gesetzlichen Vorgaben wurden insofern umgesetzt.“

Müssen die Kontrollen bei Lebensmittelherstellern verschärft werden?

Die Lebensmittelüberwachung sollte nicht länger auf kommunaler Ebene organisiert sein, fordert Foodwatch. Kon­trollbehörden müssten personell besser ausgestattet werden. Zudem sollten alle Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen ohne Einschränkungen veröffentlicht werden. Dies sorge nicht nur für Klarheit bei Verbrauchern, sondern auch für einen Anreiz für Lebensmittelbetriebe, sich an alle Hygienevorgaben zu halten.


„Das einzig Beruhigende ist, dass das Land Hessen den weiteren Betrieb beendet hat“, sagt die frühere Verbraucherschutzministerin und Grünen-Abgeordnete Renate Künast unserer Redaktion: „Der Landkreis ist offenbar überfordert mit der Kommunikation. Das muss jetzt und für die Zukunft besser werden.“

Was passiert jetzt mit dem Unternehmen Wilke?

Das nordhessische Unternehmen hat Insolvenz beantragt. Wilke war zuvor bereits von der zuständigen Behörde vorläufig geschlossen worden.

(dpa/fmg/les/cho)

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