Sommerurlaub möglich? Italien öffnet Grenzen für Touristen

Berlin.  Die Corona-Pandemie traf Italien schwer. Trotzdem bereitet sich das Land auf die Urlaubssaison vor – und empfängt die ersten Touristen.

Trotz Corona: Urlaub im Ausland ist möglich

Der Sommerurlaub im Ausland ist für die Deutschen ein großes Stück näher gerückt: Das Bundeskabinett hob die weltweit geltende Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für die meisten europäischen Staaten ab dem 15. Juni auf. Dennoch bleibt ein Restrisiko. from Heiko Maas

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  • Italien hat die Grenzen für Touristen aus Europa und dem Schengenraum wieder geöffnet
  • Damit entfallen auch die strengen Quarantäne-Regeln für Einreisende aus dem Ausland
  • Welche Corona-Beschränkungen in Italien gelten

Italien gilt als das Sehnsuchtsland der Deutschen. Pizza essen neben dem schiefen Turm von Pisa, das Kolosseum in Rom bewundern oder Eis schlecken an den zahlreichen Sandstränden Siziliens. Über neun Prozent aller deutschen Touristen reisten 2019 auf der Suche nach dem Dolce Vita nach Italien. Das wird im Ausland laut der Statistiken-Datenbank Statista nur von Spanien mit den Balearen übertroffen.

Italien ist aber auch eines der Länder, die von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen wurden. Mehr als 33.600 Menschen sind laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (Stand: 5. Juni) an Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit verzeichnen nur Großbritannien und die USA mehr Corona-Tote. Mittlerweile geht die Zahl der täglichen Neuinfektionen aber auch in Italien zurück und die italienische Regierung will schnellstmöglich wieder Tourismus ermöglichen.

Der Druck der Branche ist groß – unabhängig davon, dass die EU dem gebeutelten Mittelmeerland laut der Nachrichtenagentur AFP 173 von insgesamt 750 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zum Wiederaufbau zukommen lassen will. Der Tourismus zeichnet sich für gut 13 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Italiens verantwortlich. Wie sieht es also aus mit dem Sommerurlaub in Italien?

Kann ich aktuell in Italien Urlaub machen?

Ja. Drei Monate waren die Grenzen zu dem von der Corona-Pandemie schwer gebeutelten Land dicht. Nun sind sie seit dem 3. Juni auch für Touristen aus Europa und dem Schengen-Raum wieder geöffnet. Auch die verpflichtende 14-tägige Quarantäne entfällt für Reisende.

Das Auswärtige Amt rät jedoch weiterhin von einer Reise ins Ausland ab – noch. Die weltweite Reisewarnung wird zum 15. Juni aufgehoben. Nach einem Treffen mit Italiens Außenminister Luigi Di Maio gab Deutschlands Außenminister Heiko Maas bekannt, dass danach tagesaktuelle Reisehinweise ausgegeben werden.

Deutschland und Italien blieben auch nach der Öffnung der Grenzen für Urlauber eng in Kontakt, „um reaktionsfähig zu sein“, falls sich die Situation in bestimmten Regionen verschlechtern sollte, betonte Maas. Im Gegenzug versprach Di Maio absolute Transparenz bei den Daten über aktuelle Infektionen.

Die Reisewarnung soll durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden. Reisehinweise klären über die jeweiligen Risiken des Landes auf, raten aber nicht prinzipiell von einer Reise ab.

Südtirol buhlt indes schon wieder kräftig um Urlauber, vor allem aus Bayern. Landeshauptmann Arno Kompatscher will Touristen sogar Gratis-Corona-Tests anbieten. Die Regionen Venetien oder Sardinien werben damit „Covid-free“ zu sein – soll heißen, dass die Lage im Griff ist, obwohl es natürlich auch dort Infektionen gab. Mit Abstand die allermeisten Fälle hat die Lombardei.

Welche Corona-Beschränkungen gelten in Italien?

Wegen der Covid-19-Ausbreitung gilt in Italien eine Notfallverordnung. Zudem herrscht eine Mundschutzpflicht – sie gilt in allen geschlossenen Räumen, im öffentlichen Nahverkehr und auch für Aktivitäten, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, Pflicht.

An Flughäfen und Häfen sowie im Überlandverkehr werden bei Reisenden Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen durchgeführt. Geschäfte, Bars und Restaurants haben wieder geöffnet, müssen aber strenge Auflagen einhalten.

Kulturelle und soziale Veranstaltungen an öffentlichen und privaten Orten sind noch untersagt, sollen aber ab dem 15. Juni unter Einhaltung spezifischer Teilnehmerzahlen und Sicherheitsmaßnahmen wieder stattfinden können. Schulen und Kitas sollen bis mindestens September geschlossen bleiben.

Wie komme ich nach Italien?

Der Flugverkehr wird Angaben des Auswärtigen Amts zufolge allmählich wieder aufgenommen. So bestehen beispielsweise Verbindungen mit Lufthansa, Alitalia und Eurowings. Zudem werden zunächst nur die Flughäfen in Rom, Mailand und Neapel für internationale Flüge geöffnet. Lesen Sie hier: Kurzarbeit durch Corona: So viel Urlaub verlieren Arbeitnehmer

Wer mit dem Auto nach Italien reisen will, sollte dem Auswärtigen Amt zufolge beachten, dass bei der Rückreise die Durchreise durch Österreich per Pkw nur ohne Zwischenstopp möglich ist. Das gilt auch für Reisen mit dem Bus. Der Zugverkehr von Italien nach Österreich ist vorübergehend eingestellt.

Über die Schweiz sind laut Auswärtigem Amt Zugfahrten zwar möglich, aber beschwerlich, da der Bahnverkehr nach wie vor eingeschränkt ist.

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Haben Hotels in Italien geöffnet?

Laut Dekret des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte vom 10. April haben Hotels und andere Beherbergungsbetriebe geöffnet. Zwar waren vorerst Touristen nicht zugelassen, seit der Öffnugn der Grenze läuft aber auch der reguläre Hotelbetrieb in Italien wieder an.

Ein Vorreiter war Südtirol. Dort war die autonome Landesregierung vorangeprescht und hatte eine Öffnung der Hotels zu touristischen Zwecken bereits für den 25. Mai genehmigt.

Was hat in Italien geöffnet?

Seit dem 18. Mai dürfen in Italien wieder Restaurants, Bars und Museen öffnen – unter Einhaltung strenger Auflagen. Mit dem Petersdom in Rom empfängt auch einer der größten touristischen Hotspots Italiens wieder Besucher. Auch die Vatikanischen Museen können wieder besichtigt werden.

Zudem haben die Strände wieder geöffnet, jedoch nicht im normalen Betrieb – sondern unter „Corona-Bedingungen“: An allen italienischen Stränden gilt ein Regelkatalog, in dem unter anderem der genaue Abstand zwischen den Sonnenschirmen festgelegt ist. Jeder Schirm muss demnach zehn Quadratmeter Platz um sich haben. Wachen sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

(yah/jas/dpa/afp)

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