Airbnb-Ärger: München darf Vermieter-Daten abfragen

Berlin  München versus Airbnb: Ein Gericht entschied, dass das US-Unternehmen Nutzerdaten herausgeben muss. Es geht um illegale Vermietung.

Airbnb-Selbstversuch: Das passiert, wenn man bei Fremden ein Zimmer mietet

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Dass die Idee gut ist, beweist der Erfolg: Privatanbieter stellen bei Airbnb ihre freien Zimmer oder Wohnungen ein – und Reisende können günstig und unkompliziert in fremden Städten unterkommen. Doch das System scheitert immer wieder an rechtlichen Hürden – und der Ehrlichkeit der Anbieter.

Gerade ist wieder ein Gerichtsurteil gegen den Online-Unterkunftsvermittler gefallen: Das Verwaltungsgericht München teilte am Donnerstag mit, dass eine Klage des US-Unternehmens abgewiesen worden ist. Es hatte sich dagegen geweht, dass die Stadt München angeordnet hat, dass Airbnb Daten illegaler Ferienwohnungen bekanntgeben muss.

Städte kämpfen gegen Vermietungs-Wildwuchs

München hatte mit der Anordnung darauf reagiert, dass immer wieder Einwohner das Portal nutzen, um Wohnangebote zu machen – ohne diese ordnungsgemäß anzumelden. Dabei geht es der Stadt zum Beispiel auch um die Anmeldung von Gewerben und entsprechender Steuerzahlung. Vermieter müssen viele Dinge beachten, wollen Sie Ihre Wohnungen anbieten.

Weltweit reagieren Städte auf das Portal, erarbeiteten Verfügungen, um Mietpreise stabil zu halten und Tourismus-Wildwuchs zu verhindern. Schon vor zwei Jahren schränkten London und Amsterdam die Angebote ein, auch Mallorca verbietet bestimmte Angebote und auf Ibiza gibt es ebenfalls strikte Vorgaben.

München darf Daten von Langzeitvermietern abfragen

Die Behörden der bayerischen Landeshauptstadt können mit dem Urteil nun die Daten aller privaten Unterkünfte bei Airbnb anfordern, die länger als acht Wochen im Zeitraum von Januar 2017 bis einschließlich Juli 2018 als Ferienwohnung angeboten worden sind.

Private Wohnungen, die mehr als acht Wochen im Jahr als Ferienwohnung angeboten werden, gelten als zweckentfremdet – die Anbieter begehen eine Ordnungswidrigkeit.

München bei Airbnb beliebt – Unternehmen will weitere Schritte prüfen

München erlaubt zum Beispiel zum Oktoberfest immer wieder einen Buchungs-Boom, so vermieteten laut des Portals mehr als 4000 Einwohner ihre Unterkunft zwischen.

Airbnb bedauerte das Urteil und kündigte an, weitere Schritte prüfen zu wollen. Das Unternehmen feiert 2018 zehnten Geburtstag, der Weg vom Start-up zum Vermittlungsgiganten ist eine Erfolgsgeschichte. (ses/dpa)

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