Viele beschäftigen Haushaltshilfen schwarz - trotz Bedenken

Berlin  70 Prozent der Deutschen haben Skrupel, Putzhilfen schwarz zu beschäftigen – machen es aber trotzdem. Die Gründe sind unterschiedlich.

Viele Putzhilfen arbeiten illegal.

Viele Putzhilfen arbeiten illegal.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Obwohl 70 Prozent der Bundesbürger Bedenken haben, ihre Haushaltshilfe schwarz zu beschäftigen, machen sie es trotzdem. Dies hat eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Minijob-Zentrale ergeben, die unserer Redaktion vorliegt.

Die meisten der Befragten (88 Prozent) befürchten, dass ihren Hilfskräften etwas zustößt und sie die Behandlungskosten bezahlen müssen. 64 Prozent haben Sorgen, dass ihnen das Finanzamt auf die Schliche kommen könnte und Nachzahlungen verlangt. 21 Prozent haben dagegen keine Bedenken wegen der illegalen Beschäftigung.

Hunderttausende Haushaltshilfe arbeiten schwarz

Laut Minijobzentrale sind von aktuell rund drei Millionen Haushaltshilfen in Deutschland nur rund 307.000 Hilfen rechtmäßig angemeldet, weitere 300.000 Beschäftigte haben eine Festanstellung. Doch die meisten Haushaltshilfen – und zwar 80 Prozent - arbeiten schwarz, also steuerfrei am Fiskus vorbei. Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden gut 1000 Erwachsene befragt. Immerhin: Die Zahl der legalen Haushaltshilfen hat sich verdoppelt

Die Mehrheit der Deutschen sind sich bewusst, dass sie mit der illegalen Beschäftigung von Haushaltshilfen Risiken eingehen. „Viele Menschen wissen oder ahnen, dass sie als Arbeitgeber bei einem Arbeitsunfall ihrer unangemeldeten Haushaltshilfe haftbar gemacht werden können“, sagte Heinz-Günter Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, zu deren Verbund auch die Minijob-Zentrale gehört, unserer Redaktion.

Unterschiedliche Gründe

„Was viele Befragte aber nicht bedenken: Der Arbeitgeber haftet dann nicht gemeinsam mit seiner Haushaltshilfe, sondern allein.“ Zwar komme bei einem Arbeitsunfall zunächst die Unfallversicherung für die Kosten auf, diese kann das Geld aber bei unangemeldeten Beschäftigungsverhältnissen vom Arbeitgeber zurückfordern. 73 Prozent der Bundesbürger befürworten laut der Umfrage eine reguläre Anmeldung aus versicherungstechnischen Gründen.

Allerdings halten 95 Prozent den bürokratischen Aufwand für eine reguläre Anmeldung für zu groß. 71 Prozent bezeichnen wiederum die dafür fälligen Abgaben für zu hoch. Dabei ist die Anmeldung einer Haushaltshilfe aus Sicht der Minijobzentrale auf 450-Euro-Basis kinderleicht. Arbeitgeber könnte diese Online registrieren lassen (minijob-zentrale.de/haushaltsscheck).

Arbeitgeber im Privathaushalt zahlten nur geringe Abgaben, die steuerlich absetzbar seien. Im Jahr könne sich die Steuerschuld um bis zu 510 Euro verringern. „Der entscheidende Vorteil aber ist, dass Minijobber mit der Anmeldung automatisch bei der Unfallversicherung angemeldet werden und somit Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf der sicheren Seite sind“, erläuterte Held. (FMG)

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