Afrikanische Schweinepest – alle wichtigen Fragen und Antworten

Braunschweig.  Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ist für Menschen nicht bedrohlich. Das Fleisch könnte sogar gegessen werden – doch das darf es nicht.

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die für Menschen ungefährliche Tierseuche ist bei einem toten Wildschwein in Brandenburg bestätigt worden, wie Bundesagrarministerin Klöckner mitteilte.

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die für Menschen ungefährliche Tierseuche ist bei einem toten Wildschwein in Brandenburg bestätigt worden, wie Bundesagrarministerin Klöckner mitteilte.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde 2007 von Afrika nach Georgien eingeschleppt. 2014 trat das Virus erstmals in der Europäischen Union, in Litauen, auf. Seitdem verbreitet sich die Tierseuche stetig. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wer erkrankt an der Pest?

Ausschließlich Haus- und Wildschweine. Sie entwickeln schwere Symptome wie Fieber, Fressunlust oder Atemprobleme und sterben meist daran. „Menschen können sich weder durch den Kontakt mit Tieren noch durch den Konsum von tierischen Produkten infizieren“, heißt es vom Naturschutzbund (Nabu). Der Erreger sei für Menschen ungefährlich. Auch andere Tierarten könnten nicht erkranken oder Träger des Virus sein.

Wie wird die Seuche übertragen?

Die Afrikanische Schweinepest wird durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen, zum Beispiel über Blut oder Sperma, teilt das Landwirtschaftsministerium mit. Eine Ansteckung ist auch über Speiseabfälle oder Lebensmittel wie Fleisch und Wurst möglich sowie über indirekte Übertragungswege, zum Beispiel durch kontaminierte Ausrüstungsgegenstände – einschließlich Jagdausrüstung oder landwirtschaftlich genutzte Kleidung.

Kann infiziertes Fleisch sorglos gegessen werden?

Theoretisch ja. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands ist Schweinefleisch von infizierten Tieren „völlig ungefährlich für den Menschen und könnte gegessen werden“. Allerdings sollen mit ASP infizierte Schweine nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet. Laut Verband wurde die Schweinepest etwa von der Ukraine ins Baltikum über kontaminierte Rohwurst eingeschleppt. In Polen wurden im März dieses Jahres wegen des Ausbruchs der Seuche in einem Hausschweinebestand 23.700 Tiere getötet.

Wie viele Wildschweine gibt es in Deutschland?

Dazu gibt es laut Jagdverband nur grobe Schätzungen. Der Frühjahrsbestand liege bei etwa 300.000 Tieren. Hauptgrund für diesen großen Wildschweinbestand ist nach Angaben des Nabu das große ganzjährige Nahrungsangebot durch die Intensivlandwirtschaft – von Mais über Raps bis zum Getreide.

Wie steht es um die Jagd?

Das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen will die Infektionskette präventiv unter anderem durch eine vermehrte Jagd auf Wildschweine durchbrechen. Der Deutsche Jagdverband fordert, in Naturschutzgebieten jagen zu können. Das hört der Nabu ungern: In diesen Gebieten sollten sensible Lebensräume vor Störungen geschützt werden. Der Nabu ist nicht grundsätzlich gegen die Jagd, sagt aber: „Der Kampf gegen die Einschleppung der ASP wird nicht über die Jagd in Schutzgebieten gewonnen, sondern durch konsequente Kontroll- und Hygienemaßnahmen an Verkehrswegen und in landwirtschaftlichen Betrieben.“

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