IHK-Chefin sieht Chancen in der Corona-Krise

Hannover.  Videokonferenzen, digitales Lernen: Die Pandemie habe einige Entwicklungen beschleunigt, für die man früher lange vergeblich gekämpft habe.

Während der Corona-Krise sind in immer mehr Unternehmen Videokonferenzen selbstverständlich geworden – eine wesentliche positive Auswirkung der Pandemie, schätzt die Industrie- und Handelskammer.

Während der Corona-Krise sind in immer mehr Unternehmen Videokonferenzen selbstverständlich geworden – eine wesentliche positive Auswirkung der Pandemie, schätzt die Industrie- und Handelskammer.

Foto: Anthony Anex / dpa (Archivfoto)

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammern in Niedersachsen (IHKN), Maike Bielfeldt, einige nötige Veränderungen beschleunigt. „Vieles ist in enormer Geschwindigkeit möglich geworden, wofür wir über Jahre ergebnislos gestritten hatten“, sagte sie dem Politikjournal „Rundblick“ (Dienstag).

Zum Beispiel habe der Bundestag die gesetzlichen Regeln so verändert, dass die IHK nun viele Entscheidungen online erledigen könne – ohne eine Präsenzsitzung anberaumen zu müssen. Digitale Beratungsangebote seien in den vergangenen Monaten sehr gut angenommen worden. Weiterbildung per Video-Konferenz und Webinar waren demnach gefragt. „Die Sorge, dass Unternehmen diesen Weg nicht würden gehen wollen, war unberechtigt. Die Nachfrage war enorm.“

Tourismus: Enorme Schwierigkeiten, aber auch große Chancen

Die Stimmung bei den niedersächsischen Unternehmen ist nach Bielfeldts Einschätzung von Unsicherheit geprägt. „Wir wissen alle nicht, wie es weitergeht“, sagte sie. „Wenn die Politik ihre erklärte Absicht verwirklichen und ein landesweites Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens verhindern kann, dann können wir verhalten optimistisch sein.“

Große Schwierigkeiten sehe sie für den Tourismus und das Beherbergungsgewerbe. Auch die Messe leide enorm. Sie könne aber auch Potenziale erkennen. „Wenn die Menschen für ihren Urlaub in Zukunft nicht mehr ins ferne Ausland fahren, dann sollte es doch auch Möglichkeiten geben, das schöne Niedersachsen stärker als bisher zu einem Urlaubsgebiet auszuformen“, sagte Bielfeldt.

Die IHK Niedersachsen vertritt als Landesarbeitsgemeinschaft der sieben niedersächsischen Industrie- und Handelskammern nach eigenen Angaben rund 495 000 gewerbliche Unternehmen. Bielfeldt ist auch Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover.

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