Vattenfall-Manager wird neuer Chef bei Salzgitter AG

Salzgitter.  Gunnar Groebler folgt zum 1. Juli 2021 auf Heinz Jörg Fuhrmann. Der Endvierziger kommt vom Energiekonzern Vattenfall.

Bei der Salzgitter AG bezieht 2021 ein neuer Vorstandsvorsitzender das Chef-Büro.

Bei der Salzgitter AG bezieht 2021 ein neuer Vorstandsvorsitzender das Chef-Büro.

Foto: Frank Schildener

Der Vattenfall-Manager Gunnar Groebler wird Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG. Das teilte der Stahlkonzern am Samstag in einer Ad-hoc-Nachricht mit. Groebler tritt zum 1. Juli 2021 an, der amtierende Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann (63) geht in den Ruhestand.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Salzgitter AG, Heinz-Gerhard Wente, erklärte: „In seiner dann 25-jährigen Dienstzeit im Vorstand unseres Konzerns hat Prof. Fuhrmann für Solidität, Innovation sowie soziale und wirtschaftliche Verantwortung gestanden.“ Die dabei verfolgte Strategie würde fortgeführt werden. „Gerade deswegen freue ich mich, mit Herrn Groebler einen Nachfolger gewonnen zu haben, der hohe Kompetenz und Erfahrungen in wichtigen Aspekten der für die Salzgitter AG entscheidenden Zukunftsthemen besitzt.“

Experte für Erneuerbare Energien

Zukunftsthema ist für die Salzgitter AG vor allem die CO2-arme Stahlproduktion, die sie mithilfe von Wasserstoff realisieren will. Im Mai hat der zweitgrößte Stahlhersteller in Deutschland dafür mit dem Bau von Windrädern auf dem Salzgitter-Flachstahl-Gelände begonnen. Insgesamt sollen sieben Windkraftanlagen in Kooperation mit dem Helmstedter Energieversorger Avacon errichtet werden. Sie sollen die grüne Energie zur Erzeugung von Wasserstoff liefern, der dann wiederum Koks und Kohle ersetzen soll. Aktuell stößt die Salzgitter AG jährlich rund 8 Millionen Tonnen CO2 aus. Mit dem Wasserstoffprojekt „Salcos“ ist laut Salzgitter AG eine Reduktion des CO2-Ausstoßes bis zu 95 Prozent möglich.

Groebler ist seit 2016 Vorstand für den Geschäftsbereich Windenergie bei Vattenfall und Experte für Erneuerbare Energien. Der Endvierziger kam 1999 zu dem schwedischen Energiekonzern und hat nach Angaben von Vattenfall „wesentlich dazu beigetragen, Vattenfall zu einem führenden Unternehmen im Bereich der Erzeugung erneuerbarer Energien zu machen“. Vattenfall-Chef Magnus Hall erklärte laut einer Mitteilung des Unternehmens: „Sein starkes Engagement für die Strategie von Vattenfall und dafür, sein Team zu neuen Siegen und Erfolgen zu führen, hat stark zu dem beigetragen, was wir heute als Unternehmen sind.“

Groebler: Entschieden, weiterzugehen

Der Fuhrmann-Nachfolger bezeichnet seine 21 Jahre bei Vattenfall als „aufregend“ und „lohnend“. Er habe sich nun aber entschieden weiterzugehen. „Ich blicke auf eine großartige Reise zurück, in der ich das Wind- und Solargeschäft von Vattenfall zu einem der führenden Unternehmen in dieser Branche entwickelt und die führende Rolle von Vattenfall bei der Energiewende nachdrücklich unterstrichen habe. Es hat mir wirklich Spaß gemacht, mit einem hochprofessionellen und engagierten Team zusammenzuarbeiten“, sagt Groebler.

Groebler, Jahrgang 1972, hat wie Fuhrmann an der RWTH Aachen studiert, allerdings nicht Eisenhüttenkunde, sondern Maschinenbau. Wie Fuhrmann ist er außerdem auch ein Kind des Ruhrgebiets. In einem Porträt des „Tagesspiegels“ wird er als „eindeutig sach- und zahlenorientiert“ beschrieben sowie als überzeugter Anhänger der Energiewende. Bei Vattenfall sind seine Einsatzgebiete laut Karriereportal Linked-In Hamburg, Stockholm, London, Amsterdam und Ejsberg in Dänemark. Während seiner Zeit am Vattenfall-Hauptsitz Stockholm hat er offenbar „im Kraftakt“ schwedisch gelernt.

Der Vater von vier Kindern lebt dem Bericht zufolge in Hamburg. Fahrtzeit nach Salzgitter: 2 Stunden.

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