Weihnachtsmärkte fallen aus: Städte verlieren Einnahmen

Hannover.  Die meisten Weihnachtsmärkte müssen dieses Jahr wegen der Pandemie abgesagt werden. Das trifft viele Städte – auch finanziell.

Solche Menschenmengen, wie hier auf dem letzten Braunschweiger Weihnachtsmarkt, sind in der Corona-Zeit undenkbar. Doch die vielen Absagen treffen nicht nur Weihnachtsmarkt-Fans, sondern auch Kommunen und Schausteller.

Solche Menschenmengen, wie hier auf dem letzten Braunschweiger Weihnachtsmarkt, sind in der Corona-Zeit undenkbar. Doch die vielen Absagen treffen nicht nur Weihnachtsmarkt-Fans, sondern auch Kommunen und Schausteller.

Foto: Norbert Jonscher / BZV (Archivfogo)

Die meisten Weihnachtsmärkte in Niedersachsen sind in der Corona-Pandemie abgesagt - vielen Städten gehen damit Zehntausende Euro verloren. Die Stadt Oldenburg habe 75.000 Euro etwa an Standgebühren eingeplant, sagte ein Sprecher der Stadt der Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Jahr habe man so rund 69.000 Euro eingenommen, normalerweise habe die Summe in den vergangenen Jahren zwischen 70.000 und 75.000 Euro gelegen. Die Stadt Hannover büßt einem Sprechers zufolge sogar rund 440.000 Euro ein. Einen Weihnachtsmarkt in der üblichen Weise werde es nicht geben.

Zunächst sei beabsichtigt gewesen, die Gebühren für die Standbetreiber des Weihnachtsmarktes um die Hälfte zu reduzieren - in der Erwartung, der Weihnachtsmarkt könne stattfinden, erklärte der Sprecher. Soweit schon Anzahlungen geleistet seien, würden diese zurückerstattet. Ob es im Advent noch „weihnachtliche Aktivitäten“ in Hannover geben könne, hänge von der Entwicklung der Pandemielage ab.

Ein „Weihnachtsmarkt light“ in Göttingen? Wenn die Infektionslage es zulässt

Ein Sprecher der Stadt Göttingen sagte, die finanziellen Auswirkungen des Ausfalls des Weihnachtsmarktes ließen sich noch nicht genau abschätzen. Zwar werde es Einnahmeausfälle geben, aber auch Einsparungen. Ganz ohne Weihnachtsmarktatmosphäre sollten die Menschen in Göttingen aber möglichst nicht bleiben. Derzeit werde eine Art „Weihnachtsmarkt light“ erörtert. Denkbar seien einzelne Stände etwa für Kunsthandwerk in der Göttinger Altstadt - solange die Infektionslage es erlaube.

Auch Oldenburg hat einen Plan B – abhängig vom Infektionsgeschehen seien möglicherweise einzelne Stände in der Innenstadt denkbar. Schausteller, die in der Stadt wohnen, bauten ihre Stände auf dem eigenen Grundstück auf. Das werde als Außer-Haus-Verkauf gewertet, erklärte der Sprecher.

Die Stadt Lüneburg setzt zunächst weiter auf einen Weihnachtsmarkt in abgespeckter Form – hat aber schon im Sommer beschlossen, bis zum Jahresende auf Marktgebühren zu verzichten. Das betreffe aber alle Märkte, nicht nur den Weihnachtsmarkt, sagte eine Sprecherin. Seit dem Sommer liege der Rückgang insgesamt bei rund 50.000 Euro. Möglicherweise werde es ab Dezember einzelne Stände geben, abgesagt sei der Weihnachtsmarkt nicht.

Städte- und Gemeindebund: Einnahmeausfälle bei Schaustellern und in Innenstädten dramatisch

Nach Angaben des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes sind die Einnahmeausfälle in der Corona-Pandemie in diesem Jahr bei den Schaustellern dramatisch. „Aber auch der Einzelhandel leidet sehr, zumal sich die Weihnachtsmärkte normalerweise belebend auf die Innenstädte auswirken und zusätzliche Besucher in die stationären Geschäfte ziehen“, sagte Thorsten Bullerdiek, Sprecher des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes.

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