Vor Ersatzbau den Bedarf an neuen Klassenräumen klären

Wolfenbüttel.  Der Schulausschuss befasste sich mit dem Raumbedarf des Gymnasiums im Schloss.

Der städtische Schulausschuss besichtigte das Gymnasium im Schloss und diskutierte über einen Erweiterungsbau.

Der städtische Schulausschuss besichtigte das Gymnasium im Schloss und diskutierte über einen Erweiterungsbau.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Vor einem möglichen Beschluss über einen weiteren Erweiterungsbau für das Gymnasium im Schloss besichtigten die Mitglieder des Schulausschusses die Klassen- und Fachunterrichtsräume im Gymnasium im Schloss. Sie wurden von Schulleiter Oliver Behn durch die Räume geführt. Erste Station war die Außenstelle des Gymnasiums in der ehemaligen Landwirtschaftsschule am Schlossplatz, wo die Ausschussmitglieder erfuhren, dass dort ein erheblicher Sanierungsbedarf besteht. Auf den dortigen Sanierungsbedarf hatten zuvor bereits die Grünen in einem Antrag an die Stadt hingewiesen: „Die hier untergebrachten Fachräume für die Kunstpädagogik sind nicht mehr zeitgemäß.“

Sanierungsbedarf besteht auch in den vor zehn Jahren aufgestellten Klassencontainern im sogenannten „Apfelgarten“ des Schlossareals. Die Container sind abgängig und müssten eigentlich durch neue oder durch ein festes Gebäude ersetzt werden. Diese Idee eines festen Ersatzbaus auf dem Gelände des Apfelgartens hatten ebenfalls die Grünen aufgebracht. Sie ergänzten diesen Prüfauftrag noch mit der Idee: „Außerdem bitten wir zu überprüfen, ob mit dem Entlastungsbau nicht gleichzeitig Wohnraum geschaffen werden könnte. Das neue Schul- und Wohngebäude könnte damit zum Anlass und Ausgangspunkt einer zeitgemäßen Überplanung des gesamten Bereichs der Alten Spinnerei werden.“

Ehe jedoch ein weiterer Ersatzbau für das Gymnasium im Schloss errichtet wird, soll die Stadtverwaltung noch einige Prüfungen vornehmen. So empfahl der Schulausschuss einstimmig, die Verwaltung zu ermächtigen, Verkaufsverhandlungen über die Landwirtschaftsschule aufzunehmen. Die Idee, die damit verbunden ist: Würde dieses Gebäude verkauft, so könnte der Verkaufserlös in einen möglichen Ersatzbau im Apfelgarten einfließen, der dann die Unterrichtsräume aus der Landwirtschaftsschule und auch die Klassenräume in den Containern ersetzen würde.

Das wäre „ein schönes Paket“, das den Rat aber vor schwierige Entscheidungen stellen würde, meinte SPD-Ratsmitglied Dörthe Weddige-Degenhard. Ein Neubau mit 22 allgemeinen Unterrichtsräumen einschließlich erforderlicher Nebenräume und Verkehrsfläche würde laut Verwaltung etwa 9 Millionen Euro kosten. Die Sanierung der Landwirtschaftsschule wird mit etwa 3 Millionen Euro veranschlagt. Diese Zahlen veranlassten Weddige-Degenhard zu der Frage: „Brauchen wir wirklich einen Neubau?“

Alternativ konnte sich das SPD-Ratsmitglied auch eine Änderung der städtischen Gymnasialstrategie vorstellen. Das würde bedeuten, dass die Schülerströme zu den drei Gymnasien so gelenkt würden, dass mögliche freie Klassenräume in den anderen Gymnasien besser genutzt werden können. 12 fünfte Klassen werden an den drei Wolfenbütteler Gymnasien jedes Jahr gebildet. Das Schloss bildet mit 134 angemeldeten Schülern fünf Klassen, das Theodor-Heuss-Gymnasium mit 90 Schülern vier und die Große Schule mit 63 Schülern drei Klassen, nannte Stadtrat Thorsten Drahn die aktuellen Anmeldezahlen.

Auch Rudolf Ordon (FDP) und Andre Owczarek (Linke) wollten vor einer Entscheidung über einen Ersatzbau noch den tatsächlichen Raumbedarf klären lassen. Ähnlich äußerten sich Birgit Oppermann und Holger Helwig von der CDU. Torsten Ohms (SPD) regte zudem eine langfristige Strategie für das Schlossgymnasium an. Auf Anregung von Drahn beschloss der Schulausschuss, vor weiteren Entscheidungen zunächst nach den Sommerferien die Arbeitsgemeinschaft Schulentwicklungsplanung zur künftigen Entwicklung des Schlossgymnasiums tagen zu lassen.

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