Wolfenbütteler Bildungszentrum trotzt der Corona-Pandemie

Wolfenbüttel.  Der Zuschussbedarf ist sogar leicht gesunken. Das neue Halbjahresprogramm startet am 18. Januar mit 440 Kursen.

Katja Schlager,  Leiterin des Bildungszentrums in Wolfenbüttel, hier bei der Moderation eines Workshops zum Thema Mobilität und Barrierefreiheit, erläuterte die Situation des Bildungszentrums in Corona-Zeiten.

Katja Schlager, Leiterin des Bildungszentrums in Wolfenbüttel, hier bei der Moderation eines Workshops zum Thema Mobilität und Barrierefreiheit, erläuterte die Situation des Bildungszentrums in Corona-Zeiten.

Foto: Stephanie Memmert

Es ist zwar nur eine Momentaufnahme am vorletzten Monat des Corona-Jahres 2020, aber es wurden zumindest Tendenzen erkennbar, wie sich das Bildungszentrum Landkreis Wolfenbüttel in der Pandemie-Zeit entwickelt hat. Überraschend für die Mitglieder des Verwaltungsrates des Eigenbetriebes Bildungszentrum war, dass sich die finanziellen Auswirkungen für das Bildungszentrum in Grenzen halten. Derzeit geht Katja Schlager als Leiterin des Bildungszentrums sogar davon aus, dass Ende des Jahres der Zuschussbedarf für das Bildungszentrum vom Landkreis sogar geringer ausfallen könnte als in der Prognose, die noch erstellt wurde, als an die Corona-Pandemie noch keiner gedacht hat.

Schlager legte dem Verwaltungsbeirat auch konkrete Zahlen vor: Anstatt eingeplanten 3,28 Millionen Euro liegt der Zuschussbedarf (Stand 31. Oktober) sogar 33.157 Euro niedriger. Da zahlreiche Kurse nicht stattfinden konnten, waren zum Beispiel die Honorar- und die Fahrtkosten für die Dozenten ein großes Einsparpotenzial. Allerdings fehlen den Dozenten dadurch auch Einnahmen. Nur 77 Prozent der geplanten Kurse konnten 2020 stattfinden. 2019 waren es noch 738, dieses Jahr werden es wahrscheinlich nur 565 sein. Die Unterrichtseinheiten sanken entsprechend von 34.230 auf 18.270. Und anstatt 8.442 Teilnehmer im Jahr 2019 registrierte das Bildungszentrum in diesem Jahr erst 5.063. Um ausreichend Abstand zwischen den Kursteilnehmern zu haben, musste die Anzahl der Kursteilnehmer in den Unterrichtsräumen von 17 auf 9 reduziert werden.

Allerdings musste das Bildungszentrum zum Beispiel auch auf Zuschüsse von der Arbeitsagentur verzichten, weil nicht alle Maßnahmen wie geplant durchgeführt werden konnten. So konnten von 45 bewilligten Plätzen mit begleiteten Arbeitsgelegenheiten nur 24 besetzt werden. Von den geplanten drei Durchgängen der Maßnahme Sprache-Perspektive-Beruf speziell für Flüchtlinge konnte nur ein Durchgang stattfinden. Nur die Einzelberatung für Personen, die eine berufliche Selbstständigkeit planen, erreichte fast das Niveau von 2019.

Erstaunlich gut durch die Krise ist bisher auch die Kreismusikschule dank kreativer Angebote gekommen. Die Zahl der Jahreswochenstunden (340 statt 352) erreichte fast Vorjahresniveau.

Auch wenn derzeit noch nicht absehbar ist, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird und welche Auswirkungen sie noch haben wird, so startet das Bildungszentrum dennoch optimistisch in das nächste Kurshalbjahr. 440 Kurse für Frühjahr und Sommer 2021 enthält das neue Halbjahres-Programmheft, das in der 50. Kalenderwoche veröffentlicht wird. Start des Programms soll der 18. Januar sein. Geplant ist unter anderem ein hochkarätiges Wissenschaftsprogramm mit anschließender Live-Diskussion im Internet, eine neue Veranstaltungsreihe „Bewegt im Park“ und eine lange Nacht der kleinen Museen, berichtete Schlager, die zur Ausschusssitzung mit Janina Gündermann auch die neue kommissarische Leiterin des Fachbereichs Kultur im Bildungszentrum mitgebracht hatte.

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